merken

Varoufakis verlangt „Merkel-Plan“

Der neue griechische Finanzminister wünscht sich, dass Deutschland seine Kraft nutze, „um Europa zu vereinigen“. Auch bittet er um unvoreingenommenes Zuhören.

© Reuters

Berlin. Der neue griechische Finanzminister Gianis Varoufakis hat von Deutschland einen „Merkel-Plan“ verlangt - nach dem Vorbild des amerikanischen Marshallplans zum Wiederaufbau Westeuropas nach dem Zweiten Weltkrieg.

„Deutschland ist das mächtigste Land Europas“, sagte Varoufakis der Wochenzeitung „Die Zeit“. Die Bundesrepublik müsse deshalb auch „Verantwortung übernehmen für andere“. Der linke Politiker kommt am Donnerstag zu einem Gespräch mit Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) nach Berlin.

Rauf auf den Sattel

Fit unterwegs und immer auf der Suche nach etwas Sehenswertem? Auf unserer Themenwelt Fahrrad gibt es ganz viel zu entdecken!

„Ich glaube, dass die EU davon profitieren würde, wenn Deutschland sich als Hegemon verstünde“, sagte Varoufakis in dem am Mittwoch veröffentlichten Interview. Die USA hätten nach dem Zweiten Weltkrieg auch in diesem Sinne Verantwortung übernommen. „Ich stelle mir einen Merkel-Plan vor, nach dem Vorbild des Marshall-Plans. Deutschland würde seine Kraft nutzen, um Europa zu vereinigen. Das wäre ein wundervolles Vermächtnis der deutschen Bundeskanzlerin.“

Zugleich bat Varoufakis um Verständnis für den Kurswechsel seines Landes. „Hören Sie sich an, was wir zu sagen haben, und lassen Sie uns dann unvoreingenommen darüber diskutieren.“ Zugleich versicherte er, Griechenland wolle nicht zu der Schuldenpolitik der Vergangenheit zurückkehren. „Griechenland wird - abzüglich der Zinsausgaben - nie wieder ein Haushaltsdefizit vorlegen. Nie, nie, nie!“ (dpa)

Das Interview mit der „Zeit“ im Wortlaut