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Augusto

Grillen im Schnee

Wer auch im Winter die Holzkohle anfeuert, eröffnet sich ganz neue Möglichkeiten.

Grillen im Winter? Wir zeigen, welche Möglichkeiten es gibt. © Foto: Unsplash

Bratapfel, Rotkohl, Weihnachtsgans – fast alles lässt sich inzwischen auf dem Grill zubereiten. Schnee und Eis vom Grill kratzen, Winterklamotten angezogen, und los geht’s. Das Grillen ist dank Büchern, Blogs und Kochshows zu einem Hobby geworden, auf das Fans auch im Winter nicht verzichten möchten. „Während man früher von einer Grillsaison sprach, die meist von Mai bis September ging, grillen heute immer mehr Menschen ganzjährig“, sagt Sebastian Buchner. Er ist Grillmeister bei der Sauerländer BBCrew und hat ein Buch zum Thema Wintergrillen geschrieben. 

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Wild eignet sich besonders

Die Auswahl an Grillgut im Winter geht weit über Kotelett und Bratwurst hinaus. Einsteiger können zwar mit den Klassikern anfangen, saisonale Speisen bieten sich aber besonders an. „Das reicht von der Weihnachtsgans über schwere Eintöpfe im Dutch Oven bis zu frischem Wildfleisch vom Grill“, erklärt Buchner. 

Beim Fleisch sind besonders schwere Sorten wie Rind oder Wild zu empfehlen. „Für Kinder ist im Winter außerdem Stockbrot eine gute Wahl“, sagt Dirk Poerschke, Teamchef der „Los Grillos“, dem deutschen Grillmeister 2018. Auch Beilagen lassen sich im Winter prima auf dem Grill zubereiten. Hier ist besonders saisonales Gemüse gefragt: Rosenkohl, Rotkohl, Wirsing, Pastinaken, Schwarzwurzel, Chicorée oder auch Äpfel lassen sich zu Beilagen zubereiten. Bei der Auswahl der Zutaten gibt es im Prinzip keine Grenzen, erklärt Sebastian Buchner. „Im Grunde muss man den Grill im Garten mit dem richtigen Zubehör als komplette Küche mit Kochfeld und Backofenfunktion verstehen.“ 

Was gegrillt wird, ist also frei wählbar. Nicht aber wie. Denn schwache Elektro- oder Tischgrills kommen im Winter schnell an ihre Grenzen. Gleiches gilt für einen Gasgrill. Denn die Gasflaschen können sogar einfrieren. Wer mit Gas grillt, sollte die Flaschen deshalb nah an der Hauswand aufbewahren oder einfach vorher im Hausflur auf Raumtemperatur bringen. Empfehlenswert ist also ein ganz normaler Holzkohlegrill. Doch egal, mit welchem Gerät – wichtig ist in jedem Fall ein gut isolierter Deckel, damit das Garen nicht unnötig lange dauert. 

Auch für die Zubereitung beim Wintergrillen gibt es einige wichtige Tipps. „Ich empfehle, eher größere Stücke im Winter zu grillen. Am besten low and slow, also tiefere Temperatur im Grill über längere Zeit gegrillt“, sagt Tom Heinzle. Und auch ganz banale Dinge können beim Grillen im Winter ganz wichtig sein. „Der Grill gehört auf keinen Fall in die Gartenhütte oder sogar in die Wohnung“, sagt Sebastian Buchner. 

Markenübergreifend sind die Grills inzwischen sehr wetterrobust. Wenn gerade aber mal nicht gebrutzelt wird, sollte der Grill ein wenig wetterfest gemacht werden. Zum Beispiel mit einer guten Abdeckhaube. „Bei Gussrosten empfehlen wir, den Rost mit etwas Pflanzenöl einzureiben damit dieser nicht beginnt Rost anzusetzen“, sagt Sebastian Buchner. 

Wer also kein Problem hat, bei winterlichen Temperaturen draußen zu kochen, kann beim Wintergrillen tolle Gerichte zubereiten. „Dazu hat das Grillen im Winter fast etwas Meditatives. Es herrscht weniger Stress, und man hat das Gefühl, die Zeit vergeht langsamer“, sagt Tom Heinzle. Und statt einem Bier am Grill gibt es im Winter vielleicht einen leckeren Glühwein. (dpa) 

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