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Der größte Verein in Kamenz

Der SV Einheit Kamenz zieht Anfang November Zwischenbilanz. Präsident Thorsten Edelmann: Die Beiträge bleiben stabil.

© Matthias Schumann

Von Frank Oehl

Kamenz. Wenn am 6. November um 19 Uhr der SV Einheit Kamenz zur Jahresmitgliederversammlung im Stadttheater zusammenkommt, so ist das ein Ereignis mit Gewicht. Immerhin ist Einheit mit etwa 630 Mitgliedern der mit Abstand größte Verein in Kamenz. SV-Präsident Thorsten Edelmann relativiert das freilich. „Wir wissen, dass Größe allein noch kein Zeichen für Qualität ist.“ Dieses Understatement hat mehrere Seiten. Je größer der Verein, umso mehr Ehrenamtler werden gebraucht, um ihn auch am Laufen zu halten. 63 sind es derzeit, das heißt: Jedes zehnte Einheit-Mitglied übernimmt Verantwortung über die eigene sportliche Betätigung hinaus – als Übungsleiter, Trainer, Mannschaftsleiter oder sogar Vorstandsmitglied. „Es wäre schön, könnten wir noch mehr Menschen für eine Mitarbeit in dieser Form gewinnen.“

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Und zum anderen braucht es für den Mehrspartenbetrieb auch mehr funktionierende Sportstätten, die auch unterhalten werden müssen. „Hier sind wir gut aufgestellt, die Sportanlagen sind weitgehend in Schuss. Es gibt eine sehr gute Zusammenarbeit mit der Stadt.“ Die übernimmt bekanntlich einen Großteil der Bewirtschaftungskosten und sichert die Infrastruktur auch durch Investitionen wie die in die neue Vierbahn-Kegelanlage im Stadion der Jugend ab. Das dortige Sozialgebäude freilich ist nach wie vor ein Sorgenkind. „Wir kommen allmählich an einen Punkt, wo seine Nutzung nicht mehr stattfinden kann.“ Etwa 750 000 Euro müssten investiert werden. Hier gibt es also weiteren Verhandlungs- und Handlungsbedarf.

Als Gesprächspartner auf der Vereinsseite bleibt Thorsten Edelmann erhalten. Das war vor einem Jahr nicht selbstverständlich. Aus beruflichen Gründen wollte er sich woanders in der freien Wirtschaft neu orientieren. Das ist eine Episode geblieben. Er hat in Kamenz die Edelmann & Co. Unternehmensberatung gegründet und sorgt sich um Firmennachfolgen, Auftrags-Akquisen und Investmentplanungen. „Die Arbeit vor Ort macht mir Spaß.“ Und für das Vorstandsteam mit Thomas Elitzsch, Andreas Maak, Heike Lauber und Stefan Vetter ist nun also Kontinuität bis zur nächsten turnusmäßigen Wahl gegeben.

Das gilt auch für die Vereinsbeiträge. „Es ist keine Anpassung geplant. Es bleibt bei 144 Euro im Jahr für den Erwachsenen und 85 Euro für Mitglieder unter 18.“ Die Jahresversammlung wird also eher dem aktuellen Geschehen in den Sportabteilungen Aufmerksamkeit schenken. Im Fußball ist es zum Beispiel seit einigen Jahren wieder gelungen, in allen Altersklassen ein eigenes Team an den Start zu bringen. Dieser Erfolg wiege derzeit sogar ein bisschen die Schwierigkeiten auf, die die 1. Männermannschaft in der Oberliga hat. „Ein Viertel der Saison ist vorbei. Zufrieden können wir nicht sein, auch, wenn es oft sehr knappe Ergebnisse gab.“

Die Versammlung wird auch das Thema „Sponsoring“ berühren. Hier ist Einheit nicht schlecht aufgestellt. Neue Verträge gibt es z.B. mit der Ewag, der Sparkasse und der TG Autohandel GmbH. Edelmann: „Klar ist immer noch Luft nach oben.“