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Großaufgebot löscht im Asylheim

60 Feuerwehrleute rasten am Sonnabendmittag zum Heim am Flugplatz. Dort stand ein Zimmer im Obergeschoss in Flammen.

© Rocci Klein

Kamenz. Der Schaden ist schon von außen zu sehen. Ruß zieht sich vom Fenster im Obergeschoss bis zum Dach. Innen muss es nicht besser aussehen. Denn das Zimmer und die angrenzenden Räume im Kamenzer Flüchtlingsheim sind unbewohnbar.

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Am Sonnabendmittag war dort Feuer ausgebrochen. Mehrere Feuerwehren aus Kamenz und Umgebung rückten aus. Anfangs nahm man an, dass die Brandmeldeanlage wieder einmal ohne triftigen Grund ausgelöst hatte. Das geschah in der Vergangenheit schon oft. Doch dieses Mal war es anders. Das merkten die Feuerwehrleute schon bei der Anfahrt. Schwarze Rauchschwaden stiegen über dem Flüchtlingsheim auf. Die Kameraden bereiteten sich auf das Schlimmste vor. Matthias Hoya von der Freiwilligen Feuerwehr Bernbruch leitete den Einsatz. „Vor Ort stand ein Zimmer in Vollbrand. Wir haben zuerst dafür gesorgt, dass die Bewohner das Objekt verließen und sich außer Gefahr begaben“, sagt er. Das gesamte Flüchtlingsheim wurde geräumt. Allerdings befanden sich zum Zeitpunkt des Brandes nur wenige der 500 gemeldeten Menschen in dem Gebäude. Auch der 33-Jährige, der in dem Raum lebt, hielt sich nicht in seinem Zimmer auf.

Die Feuerwehr brachte das Feuer schnell unter Kontrolle. „Da zu Beginn die Gefahr bestand, dass die Flammen auf andere Zimmer und Flure übergreifen könnte, rückten die freiwilligen Wehren der Umgebung mit einem großen Kräfteansatz an“, sagt Polizeisprecher Thomas Knaup. 61 Feuerwehrleute waren im Einsatz. Die Kamenzer Feuerwehr brachte ihren Hubsteiger mit. So konnten die Helfer das Feuer im Wesentlichen von außen löschen.

Einige Räume sind unbewohnbar

Die Feuerwehr hatte allerdings mit Schwierigkeiten zu kämpfen, die nicht das Feuer betrafen. So konnten die Kameraden manchen Bewohnern des Heims nur schwer erklären, dass diese das Asylheim aus Sicherheitsgründen verlassen müssen. Viele der Flüchtlinge verstanden die Feuerwehrleute nicht. Ein 34-Jähriger, der zur weiteren Untersuchung in ein Krankenhaus gebracht werden sollte, wehrte sich anfangs gegen die medizinische Versorgung, weil er die Einsatzkräfte offenbar auch nicht verstanden hatte. Die Rettungskräfte vermuteten, dass er während der Löscharbeiten mit dem gefährlichen Rauchgas in Kontakt gekommen war. Die Ärzte im Krankenhaus konnten aber keine Beeinträchtigung feststellen und entließen den Mann wieder. Niemand wurde bei dem Brand verletzt.

Einige Räume in dem Asylheim bleiben aber vorerst unbewohnbar. Darunter ist das Zimmer, in dem das Feuer ausbrach, und angrenzende Räume. Fünf Flüchtlinge lebten dort. Das Landratsamt prüft nun, in welchen Heimen die Asylbewerber nun untergebracht werden können.

Warum das Feuer in dem Zimmer ausbrach, ist noch unklar. Die Kriminalpolizei hat Ermittlungen aufgenommen, auch ein Brandursachenermittler war am Sonnabend noch vor Ort. Die Straße zwischen Kamenz und Zschornau war bis gegen 15.30 Uhr in beide Fahrtrichtungen voll gesperrt. Das war für die Löscharbeiten nötig.

Das Feuer in dem Asylheim war eines der schwersten seit Eröffnung der Einrichtung. Zuletzt hatte in dem Haus Mitte Dezember ein Kinderwagen gebrannt. Tatverdächtig war damals ein 44-jähriger Heimbewohner. Der Eigentümer des Kinderwagens konnte den Brand aber schnell selbst löschen. Menschen wurden bei dem Feuer nicht verletzt. (rl, SZ)