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Großbaustelle Kirche

© Norbert Millauer

Im Gotteshaus der Zille-Stadt wird seit drei Monaten gebaut. Sogar ein kleiner Bagger kam dabei zum Einsatz. Doch jetzt musste der Architekt umplanen.

Von Sven Görner

Radeburg. Der Altar, die Kanzel und der große Deckenleuchter sind unter schützenden Folien verschwunden. Auch das Orgelgehäuse wurde verkleidet, obwohl Mitarbeiter der Orgelbau-Firma Jehmlich dessen komplettes Innenleben bereits Mitte Mai fachgerecht ausgebaut und zur Sanierung mit in die Werkstatt nach Dresden genommen haben.

In einer Fensterlaibung im Altarraum wurde bereits ein Probeanstrich aufgebracht. © Norbert Millauer
Der kleine Bagger ist indes wieder aus dem Gotteshaus verschwunden. © Markus Mütze
Auch der Außenbereich der Kirche wird umgestaltet. © Norbert Millauer

Auf den stabilen Planen, mit denen das Gestühl eingepackt wurde, hat sich eine dicke Staubschicht abgelagert. Kein Wunder, schließlich ist seit dem scharfen Baustart Mitte Juli schon einiges passiert. „Im gesamten Altarraum und im Mittelgang wurde der Fußboden entfernt“, sagt Kantor Markus Mütze. „Dabei kam sogar ein kleiner Bagger zum Einsatz.“ Der meißelte den alten Beton weg.

Inzwischen ist neuer eingebaut worden und auch getrocknet. „Eigentlich sollte jetzt der Belag darauf gefliest werden“, ergänzt der Kantor. Doch daraus wird vorerst nichts. Der Grund: Der Denkmalschutz hat dem Vorschlag des Architekten und des kirchlichen Baupflegers nicht zugestimmt. Diese hatten eine Gestaltung aus verschiedenen Brauntönen von hell bis dunkel in kleinteiligen historisch nachempfundenen Feinsteinzeug gewählt. Nun muss ein neuer Vorschlag erarbeitet werden.

Im Eingangsbereich unter der Empore bevorzugt der Kirchenvorstand indes eine Holzdielung. Dort waren Bänke entfernt worden, um so Platz zu Schaffen für kleine Ausstellungen, Kinderbetreuung und Rollstühle. Allerdings gibt es auch dafür eine Auflage von den Denkmalschützern. So wurde nur das Entfernen der letzten drei Kirchenbänke genehmigt. Die vierte Bankreihe, die durch je eine Säule geteilt ist, muss dagegen aus den zum Teil bereits entfernten Bänken wieder vollständig aufgebaut werden.

Durch die Zeitverzögerung beim Fußbodenbau drohten diese Arbeiten nun mit dem für November geplanten Start der Deckenrestaurierung zu kollidieren. Denn dafür muss sowohl im Kirchenschiff als auch im Altarraum ein Gerüst gestellt werden. Doch inzwischen hat Architekt Matthias Helm dafür eine Lösung gefunden.

„Zum einen haben wir Arbeiten vorgezogen“, sagt der Architekt. Neben den Elektrikern sind daher jetzt auch die Tischler in der Kirche zugange. Noch viel wichtiger ist aber, dass das Gerüst noch einmal umgeplant wurde. „Es wird jetzt so aufgestellt, dass der Mittelgang die ganze Zeit frei bleibt“, erklärt Matthias Helm. Zudem soll es nicht gleichzeitig über die gesamte Länge aufgebaut werden. „Begonnen wird nun im Chor.“ Dort stellt Restaurator Michael Gruner den überstrichenen blauen Himmel über dem Altar wieder her. Auch der Spruch am Rundbogen davor „Das Wort unseres Gottes bleibt ewiglich“ wird zurückkehren.

„Sind diese Arbeiten abgeschlossen, wird das Gerüst wieder abgebaut und danach im Kirchenschiff aufgestellt“, ergänzt der Architekt. So sollen Fliesenleger und Restaurator zeitgleich arbeiten können. Matthias Helm ist optimistisch, dass so das geplante Bauende eingehalten werden kann. „Und möglicherweise sparen wir durch das Umsetzen beim Gerüst sogar noch etwas Geld.“

Bis spätestens Ende Februar nächsten Jahres muss die Innensanierung der Kirche abgeschlossen sein. Denn für den Einbau der Orgel werden auch noch seinmal sechs bis acht Wochen benötigt. „Zur Konfirmation am 21. April möchte ich das Instrument gern wieder spielen“, sagt Markus Mütze.

Bis dahin bleibt noch viel zu tun. Nicht nur für die Bauleute, sondern auch beim Sammeln der notwendigen Spendengelder für die Sanierung der Orgel und der Kirche.