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Große Fische an Land gezogen

Die Teichwirtschaft in Wartha lud am Sonnabend zum Abfischen. Was dabei ins Netz ging, beeindruckte die Gäste.

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© Carmen Schumann

Von Carmen Schumann

Das ist ein richtiger Kaventsmann, dieser Wels. Nur fürs Foto wuchtet Karsten Ringpfeil mit dem Kescher den Riesenfisch aus seinem Behälter. Fast 50 Kilogramm wiegt das Schuppentier, das der Chef der Teichwirtschaft Ringpfeil aus dem Großen Ballackteich bei Litschen gefischt hat. Die Kinder, die zum Abfischen gekommen sind, machen große Augen. Manche Jungs haben sogar Wathosen an und keschern eifrig Fische aus der Abfischgrube, um sie dann in die bereitstehenden Wasserbehälter zu werfen. Das Fischerfest am Sonnabend ist ein großes Vergnügen für alle, vor allem, wenn der Herbst einen mit solch herrlichem Wetter verwöhnt.

Die Bilder vom Fischzug

Hartmut Mockschan grillte ein selbst geschossenes Wildschwein am Spieß.
Hartmut Mockschan grillte ein selbst geschossenes Wildschwein am Spieß.
Über die Größe der Fische kann sich Senior-Chef Uwe Ringpfeil nicht beklagen. Beim Abfischen am Großen Ballackteich in Litschen gingen den Fischern viele schöne Karpfen ins Netz. Dennoch war es nur ein durchschnittliches Jahr.
Über die Größe der Fische kann sich Senior-Chef Uwe Ringpfeil nicht beklagen. Beim Abfischen am Großen Ballackteich in Litschen gingen den Fischern viele schöne Karpfen ins Netz. Dennoch war es nur ein durchschnittliches Jahr.
Diesen Wels mit fast 50 Kilogramm konnte Karsten Ringpfeil kaum anheben.
Diesen Wels mit fast 50 Kilogramm konnte Karsten Ringpfeil kaum anheben.
Knüppelkuchen über dem offenen Feuer backen ist ein besonderes Vergnügen – vor allem für die Kinder.
Knüppelkuchen über dem offenen Feuer backen ist ein besonderes Vergnügen – vor allem für die Kinder.
Sandra Kasper servierte leckere Fischsuppe aus der THW-Gulaschkanone.
Sandra Kasper servierte leckere Fischsuppe aus der THW-Gulaschkanone.
Anne Göbel bastelte mit Felix und Louisa Windlichter und Gestecke.
Anne Göbel bastelte mit Felix und Louisa Windlichter und Gestecke.
Zu den vielen Helfern am Sortiertisch gehörte auch Jens Auras.
Zu den vielen Helfern am Sortiertisch gehörte auch Jens Auras.

Karsten Ringpfeil und sein Vater Uwe haben auch gute Laune. Das liegt vor allem an der Größe der Schuppentiere, die in diesem Jahr recht ordentlich ist. Was die Menge der geernteten Fische betrifft, so sei es ein durchschnittliches Jahr. An die sechs Tonnen werden die Fischwirte zusammen mit ihren Helfern am Ende des Tages aus dem Großen Ballackteich und dem Schlossteich gezogen haben.

Neben dem Karpfen sind das vor allem Schleie, Hechte, Zander, Weißfische und die schon erwähnten Welse. Sorgen machen den Teichwirten vor allem die zahlreichen „Mitesser“. Das betrifft vor allem die Kormorane, welche die Satzfische wegfressen. Sie richteten den größten Schaden an, vor allem, weil sie mittlerweile auch im Winter da sind. Außerdem beunruhigen sie die Fische, die dann weniger fressen. Mit dem Fischotter haben die Ringpfeils mittlerweile zu leben gelernt.

Jede Menge Helfer beim Abfischen

Insgesamt bewirtschaftet die Teichwirtschaft Ringpfeil aus Wartha 53 Teiche, vor allem im Altkreis Hoyerswerda. Neben Uwe und Karsten Ringpfeil arbeiten im Unternehmen drei Festangestellte, ein Auszubildender, ein Rentner in Teilzeit sowie zwei Frauen, die den Hofladen betreuen. Beim Abfischfest kommen natürlich noch jede Menge Helfer hinzu, sonst wäre das alles gar nicht zu schaffen, wie Uwe Ringpfeil sagt. Denn das Fest ist ein richtiges Familienunternehmen.

„Wir organisieren alles selbst“, sagt Uwe Ringpfeil. Für die Stromversorgung muss ein Notstromaggregat her. Da sich die Teiche im Biosphärenreservat befinden. darf das Festgelände nicht mit Musik beschallt werden, was die meisten Gäste als sehr angenehm empfänden, wie Uwe Ringpfeil sagt. Insgesamt tragen 20 Helfer beim Abfischen und weitere 20, welche die Verkaufshütten betreuen, zum Gelingen des Fischerfestes bei.

Verkauft wird der Fisch in jeglicher Form, frisch, geräuchert oder als Fischsuppe, die Sandra Kasper aus der THW-Gulaschkanone serviert. Und wer gar keinen Fisch mag, der kann sich an dem Wildschwein laben, das Jäger Hartmut Mockschan aus Hoyerswerda selbst erlegt und nun auf den Grillspieß geschoben hat. Das 48 Kilo schwere Tier ist innerhalb von zwei Stunden restlos vertilgt. Das Angebot wird abgerundet durch Honig aus Steinitz und Käse von der Milchwelt aus Kotten.

Die Kinder haben viel Spaß beim Knüppelkuchen-Backen über dem offenen Feuer. Auch eine Hüpfburg mit Seeblick gibt es. Direkt am Teichufer bastelt Anne Göbel aus Groß Särchen mit den Kindern Gestecke aus selbst gesammelten Naturmaterialien. Wer mag, kann auch Windlichter aus buntem Glas herstellen.