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Döbeln

Große Kunst am Kleinkunst-Wochenende

Die Heimatfreunde beteiligen sich an der Aktion der Burg Mildenstein. Wegen Corona hatten sie kaum Gelegenheit, sich dieses Jahr zu präsentieren.

Bärbel Gitalla, die das Stiefelmuseum betreut, und die Leisniger Heimatfreunde beteiligen sich am Wochenende auf dem Burglehn mit Aktionen am Kleinkunstwochenende der Burg Mildenstein.
Bärbel Gitalla, die das Stiefelmuseum betreut, und die Leisniger Heimatfreunde beteiligen sich am Wochenende auf dem Burglehn mit Aktionen am Kleinkunstwochenende der Burg Mildenstein. © Dietmar Thomas

Leisnig. Kleinkunst soll an diesem Wochenende die Besucher auf die Burg Mildenstein locken. Wegen der Virusvorsorge dürfen sich nur 500 Kinder und Erwachsene auf dem Gelände aufhalten. Wer warten muss, kann sich schon vor dem Burgtor Kunst anschauen, und zwar große.

„Wir werden das Stiefelmuseum öffnen“, kündigt Uwe Reichel, der Vorsitzendes des Heimatvereins Leisnig, an. Im Museum können Besucher Dutzende Stiefel bestaunen: von gerade mal fingergroßen bis hin zum größten Stulpenstiefel der Welt. 

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Im Autohaus Dresden gilt: Wenn Mitarbeiter gute Leistungen zeigen, dürfen sie ihr ganzes Potential entfalten. Da ist so mancher schnelle Aufstieg möglich.

Dass dessen Anfertigung vor nunmehr 25 Jahren von großer Handwerkskunst zeugt, daran dürfte niemand mehr zweifeln, der sich das Schuhwerk schon einmal angesehen hat.

Im Atelier von Heimatmaler Karl Wagler

Doch das Stiefelmuseum bietet noch mehr. In dem von der Kommune sanierten und 2006 zum Altstadtfest eingeweihten Haus befindet sich ebenso ein kleines Museum. Das ist nicht ohne Grund dem Leisniger Heimatmaler Karl Wagler gewidmet. 

Wagler hat in dem Haus gelebt und gearbeitet, dort unter anderem seine Schüler ausgebildet. Einer, der über diese Zeit erzählen kann, ist Christbert Steude (60). Der Leisniger, bekannt auch als Weinhändler und Mitglied des örtlichen Posaunenchores, ist als einer der letzten Schüler sozusagen bei Karl Wagler in die Lehre gegangen. Seitdem begleitet ihn die Malerei, ist fester Bestandteil seiner Freizeit, seines Lebens geworden. 

Im November 2007 hat der damalige Leisniger Bürgermeister Heiner Stephan (links) die Karl-Wagler-Ausstellung im Obergeschoss des Stiefelhauses eröffnet.
Im November 2007 hat der damalige Leisniger Bürgermeister Heiner Stephan (links) die Karl-Wagler-Ausstellung im Obergeschoss des Stiefelhauses eröffnet. © Dietmar Thomas/Archiv
Wie Esel-Leisnig zu diesem Beinamen gekommen ist, hat Heimatmaler Karl Wagler  in dieser Zeichnung aussagekräftig "erklärt". 
Wie Esel-Leisnig zu diesem Beinamen gekommen ist, hat Heimatmaler Karl Wagler  in dieser Zeichnung aussagekräftig "erklärt".  © Karl-Wagler-Museum
Auch Staffelei und Pinsel des "Meisters"  sind in der Galerie im Stiefelmuseum ausgestellt. Es scheint fast so, als käme der Maler jeden Moment zurück und würde sich wieder seiner Arbeit widmen. 
Auch Staffelei und Pinsel des "Meisters"  sind in der Galerie im Stiefelmuseum ausgestellt. Es scheint fast so, als käme der Maler jeden Moment zurück und würde sich wieder seiner Arbeit widmen.  © Dietmar Thomas/Archiv
So ist Karl Wagler älteren Leisnigern und vor allem seinen Zeichenschülern noch in Erinnerung. 
So ist Karl Wagler älteren Leisnigern und vor allem seinen Zeichenschülern noch in Erinnerung.  © Karl-Wagler-Museum
Dieses Selbstporträt gehört zu den ungefähr 500 Werken unterschiedlicher Art, die Karl Wagler seiner Heimatstadt hinterlassen hat. Sie sind in wechselnden Ausstellungen zu sehen.  
Dieses Selbstporträt gehört zu den ungefähr 500 Werken unterschiedlicher Art, die Karl Wagler seiner Heimatstadt hinterlassen hat. Sie sind in wechselnden Ausstellungen zu sehen.   © Karl-Wagler-Museum

Einige seiner  Arbeiten zeigt Christbert Steude gerade im Kloster Buch, wo er am 30. August, beim Kultursonntag, auch durch seine Ausstellung führt.

 An diesem Kleinkunstwochenende wird er am Sonntag zwischen 10 und 12 Uhr in der Galerie im Stiefelmuseum sein. Diese will er im nächsten Jahr neu bestücken. Zu sehen sind jetzt und auch später Arbeiten von Karl Wagler. 

Etwa 500 stehen zum Tausch zur Verfügung. „Ab und an kommen sogar noch ein paar dazu“, sagt Steude. Die stammen aus Nachlässen. Die Erben, die keinen Bezug dazu haben, stellten die Waglerwerke dann zu unterschiedlichen Konditionen zur Verfügung.

Viele Geschichten zur Stadtgeschichte

Heimatvereinschef Uwe Reichel freut sich auf das Wochenende und das, was der Verein vorhat. So könne der mal wieder in Aktion treten. Durch Corona und die damit verbundenen Einschränkungen waren 2020 noch so gut wie keine Veranstaltungen möglich. Auch das Altstadtfest, bei dem die Heimatfreunde jedes Jahr für ihre Arbeit geworben haben, ist abgesagt.

Wer etwas Zeit hat und Leisnig entdecken möchte, dem empfiehlt Reichel eine Stadtführung. Die gestalten die Heimatfreunde Renate und Dietrich Simon, an beiden Tagen ab 11 Uhr (Treff am Stiefelmuseum). Die Touren dürften sogar für Leisniger interessant werden, und zwar wegen der vielen Anekdoten, mit denen die Stadtführer ihre Rundgänge zur nahezu 975-jährigen Stadtgeschichte bereichern. 

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