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Sport

Große Sorge um den Kaiser

Franz Beckenbauers Anwälte erklären, dass für ihren Mandanten jede Aufregung lebensgefährlich sei. Kommt er deshalb um einen Prozess in der Schweiz herum?

Das Urteilsvermögen und das Gedächtnis von Franz Beckenbauer sollen sich seit April stark eingetrübt haben. Zuletzt hatte der 73-Jährige auch einen Augeninfarkt öffentlich gemacht. © Ina Fassbender/dpa (ArchiV)

Dem Kaiser geht es gesundheitlich offenbar schlecht. So schlecht, dass seine Ärzte betonen: Jede Aufregung könnte für Franz Beckenbauer lebensgefährlich sein. Wie der Spiegel berichtet, haben die Anwälte des 73-Jährigen bei der Schweizer Bundesanwaltschaft (BA) entsprechende Atteste seiner Ärzte vorgelegt. Einer Anklage wegen des WM-Skandals 2006 wird der Kaiser damit wohl nach entgehen.

Nach Ansicht der Ärzte hat sich Beckenbauers Gesundheitszustand seit April massiv verschlechtert. So seien dessen Urteilsvermögen und dessen Gedächtnis mittlerweile sehr stark getrübt, eine Besserung nicht zu erwarten. Mit der Diagnose begründen die Ärzte gegenüber den Schweizer Ermittlern eine Vernehmungsunfähigkeit von Beckenbauer.

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Die BA stand nach Informationen des Spiegel kurz davor, Anklage gegen Beckenbauer zu erheben, sie fordert angeblich auch noch weitere ärztliche Belege. Darüber hinaus aber hat sie schon die Absicht bestätigt, Beckenbauers Verfahrens abzutrennen, um gegen andere Beschuldigte im Fall der angeblich gekauften WM 2006 schneller voranzukommen.

Das Management von Beckenbauer wollte sich zu dem Verfahren sowie zu dessen Gesundheitszustand auf Anfrage am Freitag zunächst nicht äußern. Die Neue Zürcher Zeitung hatte in der vergangenen Woche erstmals davon berichtet, dass dem ehemaligen Präsidenten des WM-Organisationskomitees aufgrund seiner Probleme eine Anklage erspart bleiben könne.

Bei Beckenbauer wird es wohl auf eine Verjährung der Vorwürfe im April 2020 hinauslaufen. Die ehemaligen DFB-Funktionäre Wolfgang Niersbach, Theo Zwanziger und Horst R. Schmidt sollen nach dem Willen der BA dagegen vor Gericht kommen: Sie und der ehemaligen Schweizer FIFA-Generalsekretär Urs Linsi sollen den DFB 2005 bei der Rückzahlung eines ominösen 6,7-Millionen-Euro-Kredits betrogen zu haben. Das Geld lief über die FIFA an den französischen Milliardär Robert Louis-Dreyfus zurück. Es war aber als Zuschuss des DFB für das WM-Kulturprogramm getarnt. Beckenbauer sehen die Ermittler dabei als möglichen Anstifter.

Beckenbauer hat sich 2016 und 2017 Herzoperationen unterziehen müssen. Im vergangenen Jahr bekam er zudem eine künstliche Hüfte. Einen Augeninfarkt hatte der Ehrenpräsident des deutschen Rekordmeisters Bayern München vor zwei Wochen publik gemacht. (sid)

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