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Großeinsatz am Dreieck Nossen

Auch am Tag nach dem Feuer hat es wegen des verbrannten Krans auf der A4 Behinderungen gegeben. Die Bergung des Wracks ist eine Herausforderung.

© Dietmar Thomas

Von Maria Fricke

Nossen. Sie wirken gigantisch, die Überreste des Schwerlastkrans, der am Dienstag an der Überfahrt von der A4 auf die A14 aus Richtung Chemnitz Feuer gefangen hatte. Noch am Tag danach liegt rings um die Unfallstelle der Rauchgeruch in der Luft. Fahrbahn, naheliegende Brücke und das Grün am Fahrbahnrand sowie die Schutzplanken zeigen Spuren des Brandes, der am Dienstag gegen 13.30 Uhr über 65 Kameraden der Feuerwehren in und rings um Nossen in Atem hielt. Mehr als 30 000 Liter Löschwasser, rund 120 Liter Schaummittel und ein kräftiger Schauer waren nötig, um den brennenden Kran zu löschen.

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Am Mittwoch ist die Brücke, in deren Nähe der Kran in Brand geraten war, begutachtet worden. Wie hoch der Schaden an dem Bauwerk ist, stand bis Mittwochabend noch nicht fest. Rund 20 Meter Fahrbahn sind beschädigt worden.
Am Mittwoch ist die Brücke, in deren Nähe der Kran in Brand geraten war, begutachtet worden. Wie hoch der Schaden an dem Bauwerk ist, stand bis Mittwochabend noch nicht fest. Rund 20 Meter Fahrbahn sind beschädigt worden. © Dietmar Thomas
Bis zu zwölf Mitarbeiter der Firma Thömen sind derzeit vor Ort. Sie lösen den Ausleger vom Kran, damit dieser geborgen werden kann.
Bis zu zwölf Mitarbeiter der Firma Thömen sind derzeit vor Ort. Sie lösen den Ausleger vom Kran, damit dieser geborgen werden kann. © Dietmar Thomas
Über 65 Kameraden waren am Dienstagnachmittag im Löscheinsatz.
Über 65 Kameraden waren am Dienstagnachmittag im Löscheinsatz. © Feuerwehr Nossen

Am Mittwochvormittag wurde die Bergung des Fahrzeuges fortgesetzt. Zwischen zehn und zwölf Mitarbeiter der Firma Thömen Kranarbeiten und Schwertransporte GmbH, der der Kran gehört, waren mit zahlreichen Fahrzeugen vor Ort, um die schwere Last von der Fahrbahn zu beseitigen. „Wir müssen den Ausleger abbauen“, informierte Steffen Rathaj von der Leipziger Niederlassung der Firma. Mit einem Schneidbrenner entfernten seine Mitarbeiter unter anderem Hydraulikschläuche von dem Kran. Rings um den verkohlten Riesen entstanden Haufen mit schwarzen Schläuchen und anderen Bestandteilen des Krans. In der Zwischenzeit wurde der Aufbau eines weiteres Schwerlastkrans vorbereitet. Damit dieser an der Überfahrt ausgefahren werden konnte, musste für die Standfüße der nötige Untergrund geschaffen werden. Mittels eines weiteren Krans wurden Matten aus Holz verlegt, die auf einem Transporter an die Unfallstelle gebracht worden sind. „So einen Einsatz haben wir nicht jeden Tag“, sagte Rathaj. Er ist froh, dass bei dem Brand am Dienstag niemand verletzt worden ist. „Alles andere ist Material und das kann ersetzt werden“, sagte Rathaj.

Warum der Kran der Marke Liebherr Feuer gefangen hat, steht noch nicht fest. Laut Polizei gibt es Hinweise, dass es ein technischer Defekt gewesen sein könnte. Aber die Ermittlungen dauern noch an, sagt Heinz Berger, Polizeiführer vom Dienst bei der Polizeidirektion Dresden. Der Fahrer, ein 37-jähriger Deutscher, hatte sich noch rechtzeitig aus dem Fahrzeug gerettet, sodass bei dem Brand keiner zu Schaden gekommen ist.

Riskant war das Löschen. „Ich war noch nie so einer enormen körperlichen Belastungen ausgesetzt, wie bei diesem Einsatz“, sagte Marcus Weinert von der Freiwilligen Feuerwehr Nossen. „Der Brand befand sich in einer Senke, umgeben von Böschungen und Brücken, dadurch konnte die enorme Hitze von Gummi-, Hydrauliköl- und Dieselbrand nicht entweichen“, schreibt der Kamerad auf der Facebook-Seite der Wehr. Acht Atemschutzgeräteträger waren im Einsatz, über zehn Wehren mit insgesamt 19 Fahrzeugen vor Ort. Das Großaufgebot war notwendig, weil es an der Autobahn eine schlechte Versorgung mit Löschwasser gibt. Um diese zu gewährleisten, richteten die Feuerwehren einen Pendelverkehr der Tanklöschfahrzeuge bis zur Anschlussstelle Nossen-Ost ein. Dort wurden sie mit einem Unterflurhydranten wieder befüllt. Zu Hilfe kam den Kameraden auch das Wetter. Am Nachmittag gab es einen kräftigen Schauer, der zum schnellen Erfolg des Löschens beigetragen hatte. Gegen 16.45 Uhr, nach reichlich drei Stunden, war das letzte der Nossener Fahrzeuge zurück im Gerätehaus, so Weinert.

Wie groß der Schaden an der Fahrbahn und an der Brücke ist, in deren Nähe das Fahrzeug in Brand geriet, war bis Mittwochnachmittag unklar. „Die Schadenaufnahme läuft noch“, erklärte Nicole Wernicke vom Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv). Fest stand nur, dass rund 20 Meter Fahrbahn zerstört worden sind. Unklar ist aber, welche Fahrbahnschichten wie betroffen sind. Dies sei erst festzustellen, wenn der Kran geborgen ist. Neben Fahrbahn, Brücke und Schutzplanken müssen die Mitarbeiter der Autobahnmeisterei auch am Regenrückhaltebecken tätig werden. „Es muss gereinigt werden, da Löschwasser eingedrungen ist“, so Wernicke. Die Brücke ist bereits am Dienstag begutachtet worden. „Dabei wurden keine Schäden festgestellt“, sagte die Lasuv-Sprecherin. Am Donnerstag, wenn der Kran geborgen ist, solle es eine weitere Begutachtung geben, dann von der Hebebühne aus.

„Der Schaden am Fahrzeug beläuft sich auf rund 2,5 Millionen Euro“, sagte Polizeiführer Heinz Berger. Steffen Rathaj spricht von einem Neuwert von mehreren Millionen Euro. Schwerlastkräne, wie der, der am Autobahndreieck verbrannt ist, werden unter anderem auf Brückenbaustellen sowie beim Bau von Windrädern eingesetzt.

Wann die Schäden an der Überfahrt behoben werden, konnte Wernicke nicht sagen. „Zur Schadensbehebung werden voraussichtlich Tagesbaustellen notwendig, die nur geringe Auswirkungen auf den Verkehr haben werden“, so die Lasuv-Mitarbeiterin. Auch über die Dauer der Sperrung gibt es keine eindeutige Aussage. Steffen Rathaj von der Firma Thömen möchte keine Gerüchte in die Welt setzen. „Der Kran muss noch abtransportiert werden, dann das Kleinzeug in einen Container verladen werden. Anschließend kommt eine Reinigungsfirma, um die Fahrbahn zu säubern“, informierte Rathaj. Wernicke vom Lasuv geht davon aus, dass die Überfahrt noch bis Donnerstagmittag gesperrt bleibt. „Vorausgesetzt es werden keine größeren Fahrbahnschäden mehr sichtbar.“