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Großenhain hat Jugendstil

Matthias Kurrey hat die frühere Druckerei-Villa schön gestalten lassen. Noch in weiteren Häusern soll diese Richtung Einzug halten.

© Kristin Richter

Von Kathrin Krüger-Mlaouhia

Großenhain. Blütenpracht und Wohnkultur“ hieß vor genau zehn Jahren eine Ausstellung im Museum Alte Lateinschule. Der Jugendstil, eine um 1900 typische Kunstrichtung, war und ist auch in Großenhain präsent: Im attraktiven Feinkostgeschäft Hoffmann am Neumarkt oder an Häusern in der Thomas-Mann-Straße, wo Märzenbecher und Rosen den Hauserker stützen. Neuerdings ziert Jugendstil auch die ehemaligen Starke-Villa, die Matthias Kurrey von der MK Management GmbH gehört. Von 1886 bis 1887 logierte Friedrich August, der spätere Sachsenkönig, als Husar hier in der Mozartallee.

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Treppenaufgang in der ehemaligen Villa Starke © Kristin Richter
2014/15 wurde die Villa von Matthias Kurrey saniert und danach innen gestaltet. © Kristin Richter

Schöne Hausflure

Die altehrwürdige Villa zeigt in ihrem Treppenhaus genau die romantisch verklärenden Frauenporträts, die in der Kunstepoche des Jugendstils nicht nur die Architektur prägten. Mit dieser anspruchsvollen Treppenhausmalerei, die die Spiering Design Werbung aus Gröditz fertigte, nahm der Eigentümer Matthias Kurrey noch auf eine weitere städtische Tradition Bezug. In der Gründerzeit war es auch in Großenhainer Bürgerhäusern üblich, den Hausflur malerisch zu gestalten. Schöne Beispiele sind in der Franz-Schubert-Allee 19, der Berliner Straße 10 oder Schillerstraße 15 zu finden. Dekorationsmaler haben sich hier mit Landschaftbildern, stilvoller Deckenmalerei oder Figurengruppen verewigt.

Einen stilvollen, kreativ-verspielten Schmuck wollte Kurrey auch in seinem Treppenhaus. „Früher war es grau und hässlich, kalt gefliest“, sagt der Geschäftsmann, der seit 20 Jahren Häuser saniert. Einen Aha-Effekt hatte er sich von Dirk Spiering, seinem Gröditzer Werbeprofi auch für den Fassadenbau-BK, gewünscht. Die Frauenporträts in ihrer ornamentalen Gestaltung sind nun genau nach seinem Geschmack. „Da kann man sich beim Anschauen verfangen im Kopf“, schmunzelt Kurrey. Zu den Malereien nach bekannten Vorlagen und den geschwungenen Linien hat der Bauherr moderne Kunstfliesen von „Golem Keramik“ dazugestellt.

Und einen Fußboden, der ebenfalls mit Jugendstilmotiven verziert ist. Eine metallene Brandschutztür ist verblüffend in Holzoptik gestaltet. „Meine Häuser sollen gepflegt und schön sein, die Mieter sollen sich wohlfühlen – dann habe auch ich als Vermieter keinen Stress“, begründet Matthias Kurrey seine Hinwendung zu historischem Charme. Ganz abgesehen davon, dass er ihm selbst Spaß macht. Diesen Stil wird man künftig noch in weiteren Kurrey-Gebäuden in Großenhain und anderswo finden. Kurz vor der Fertigstellung ist die Weßnitzer Straße 3 – ein frisch saniertes, denkmalgeschütztes Backstein-Wohnhaus. Der Naturstein im Treppenhaus, die Messinglampen im Jugendstil und die Wandgestaltung – auch hier soll Kurreys Denkweise deutlich werden. „Jetzt habe ich die Lebenserfahrung und die Mittel, um das so zu machen“, bekennt der Bauherr.

Baubeginn in der Berliner Straße

Nächster Streich werden die Häuser Berliner Straße 3/Kirchplatz. Die jetzigen Ruinen will der Geschäftsmann für Dresdner Bauherren als Wohn- und Geschäftshaus sanieren. Ins Erdgeschoss will eine Tagesmutter einziehen. „Mit einer Baugenehmigung rechnen wir im Mai, dann geht es auch gleich los, und 2019 wollen wir das Haus übergeben“, blickt Matthias Kurrey voraus. Nicht schnell und billig bauen ist auch hier sein Ziel, sondern stilvoll und an die historische Tradition angelehnt.

www.fassadenbau-bk.de/die-unternehmen/mk-management-gmbh