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Abschied nach 20 Jahren als Schulleiterin

Monika Kroll hat die Grundschule am Bobersberg geprägt. An ihrem Geburtstag sorgten ihre Schüler und Kollegen für eine Überraschung.

Abschied in den Ruhestand: Monika Kroll war 20 Jahre Schulleiterin. Am Dienstag gab es nicht nur dafür Blumen. Denn am gleichen Tag wurde sie 65.
Abschied in den Ruhestand: Monika Kroll war 20 Jahre Schulleiterin. Am Dienstag gab es nicht nur dafür Blumen. Denn am gleichen Tag wurde sie 65. © Kristin Richter

Großenhain. "Happy birthday to you!" Aus Dutzenden Kehlen schallt der Geburtstagsgruß über den Schulhof der 2. Grundschule Bobersberg. Schüler und Lehrer stehen Spalier für Monika Kroll, die am Dienstag ihren 65. Geburtstag feierte. Dabei ist das gar nicht der eigentliche Anlass für die Zusammenkunft. Denn Monika Kroll nimmt Abschied als Leiterin der Einrichtung. Fast auf den Tag genau 20 Jahre hat sie das Leben und Lernen am Bobersberg geprägt. "Aber niemals allein", sagt sie bescheiden. Denn stets hat sie die Kollegen einbezogen, sich Rat geholt.

Unter ihrer Ägide ist viel passiert. 2001 wurde eine Theater-AG gegründet, brachte sich die Schule in die Landesgartenschau ein. Im Jahr darauf wurde der Schulhof saniert. 2004 wurde der Schulförderverein ins Leben gerufen - bis heute unterstützt er die Schulleitung. 2007 erfolgte die Sanierung der Turnhalle. Beim Festumzug zum Tag der Sachsen 2014 fehlte die Grundschule nicht. Und 2017 begann der umfassende Umbau der Einrichtung, verbunden mit dem Einzug der interaktiven Tafeln. Auch regelmäßige Events an der Schule sind zu erwähnen - Projekte zum Fasching, Zirkus, Lese- und Schulfeste. Sie habe ihren Beruf als Berufung verstanden, sagen die Kolleginnen. Und insbesondere die letzten beiden Schuljahre mit der Corona-Pandemie hatten es noch einmal in sich. Doch auch hier steuerte die Schulleiterin mit viel Fingerspitzengefühl das Schul-Schiff.

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Entsprechend emotional fiel dann am Dienstag auch der Abschied aus - sowohl seitens der Kolleginnen als auch der Erst- bis Viertklässler. Als jeder Schüler sich mit einem Blümchen persönlich bedankte, konnte Monika Kroll ihre Ergriffenheit kaum noch verbergen. Neben Wünschen für Gesundheit und Freizeit kam auch die Hoffnung, "dass Du uns mal besuchen kommst". Und dieses "Du" darf man wohl auch sehr gern als einen Ausdruck der familiären Atmosphäre verstehen, die an der Grundschule herrscht.

"Es wird schwer sein, Sie zu ersetzen", resümieren die Lehrerinnen den Moment. Mit Hermann Hesse und seinem Gedicht "Stufen" erinnern sie ihre scheidende Chefin aber an das, was jetzt kommt. "Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne", heißt es darin.

"Ich hatte das überhaupt nicht erwartet", sagt Monika Kroll tief bewegt von den vielen Wünschen. Sie sei sehr gern Schulleiterin gewesen, fügt sie hinzu. Offiziell ist sie noch bis zum 31. Juli im Dienst. Erst einmal möchte sie sich ein wenig zurücklehnen. Priorität haben dann die Enkel, Reisen, Bücher. Urlaub machen außerhalb der Schulferien. Ansonsten lässt Monika Kroll ihre Zukunft noch ein bisschen offen. Sicherlich wird sie hin und wieder in "ihrer" Schule vorbeischauen. Und "einspringen, wenn Not am Mann ist", ergänzt sie schmunzelnd.

Ihre Nachfolgerin wird für vorerst ein Jahr Franziska Pohl, bislang stellvertretende Leiterin der 1. Grundschule im Stadtzentrum. Was Monika Kroll ihr mit auf den Weg gibt? Die 65-Jährige muss nur kurz nachdenken. "Stets kooperativ mit den Kolleginnen zusammenarbeiten", sagt sie dann. So, wie sie es in 20 Jahren am Bobersberg praktiziert hat.

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