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Alte Brücke im Eiltempo abgerissen

Bis Ende August entsteht zwischen Stadtbauhof und Gartenanlage eine neue Überführung. Sie soll eine Nutzungsdauer von 80 Jahren haben.

Quasi über Nacht abgerissen wurde die Brücke über den Röderneugraben. Zeitnah beginnt nun der Neubau.
Quasi über Nacht abgerissen wurde die Brücke über den Röderneugraben. Zeitnah beginnt nun der Neubau. © Kristin Richter

Großenhain. Das ging rasend schnell: Erst am Freitag wurde eine Anlage zur Wasserhaltung errichtet, am Montag begann dann der Abriss der bisherigen Brücke für Fußgänger und Radfahrer über den Röderneugraben. Nahe des Großenhainer Stadtbauhofes wird die Firma Bothur nach eigenen Angaben voraussichtlich noch bis zum Montag mit dem Rückbau beschäftigt sein. Danach, so Rathaussprecherin Diana Schulze, beginnt nahtlos der im November beschlossene Bau einer neuen Überführung an gleicher Stelle.

Grund für den Neubau war nicht zuletzt eine 2015 durchgeführte Bauwerksprüfung. Deren Ergebnis hatte einen relativ kritischen Zustand ergeben. Fünf Jahre zuvor hatte es bereits eine baufachliche Einschätzung zur Sanierungswürdigkeit gegeben. Materialuntersuchungen in diesem Rahmen ergaben, dass Verstärkungs- und Schutzmaßnahmen "nicht sinnvoll sind". Letztlich gaben wirtschaftliche und technische Aspekte den Ausschlag für einen Neubau.

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Der wird sich am bisherigen Bestand orientieren. Um einen hindernisfreien Wasserablauf zu sichern, wurde statt des bisherigen Dreifeld- ein Einfeldbauwerk konzipiert. Der Überbau wurde als reine Stahlkonstruktion in Trogform entworfen. Der Anschluss an die bislang bestehenden Radwege auf beiden Seiten wird beibehalten. Die neue Brücke wird mit knapp drei Metern rund 50 Zentimeter breiter als ihre Vorgängerin. Der Überbau ist so konzipiert, dass alle Stahlteile vor der Montage feuerverzinkt werden können und damit ein langer Korrosionsschutz gewährleistet ist. Radfahrer und Fußgänger werden sich künftig auf einem Bohlenbelag aus glasfaserverstärktem Recycling-Kunststoff bewegen. Der Belag wurde schon für die Brücken über den Gondelteich verwendet.

Die Gesamtkosten für das Brückenbauvorhaben, einschließlich Planungskosten, belaufen sich auf insgesamt 644.400 Euro. Aus dem Topf für die Förderung des kommunalen Straßen- und Brückenbaus in Sachsen fließen Fördergelder in Höhe von knapp 540.000 Euro.

Den Zuschlag für den Neubau erhielt im November die Firma Joh. Wacht GmbH & Co.KG aus Falkenberg. Sie setzte sich unter insgesamt zwölf Bewerbern durch. Bis Ende August, so der ehrgeizige Plan, soll die neue Brücke fertig sein. Passanten zwischen der Kleingartenanlage „Hopfenbach e. V.“ und dem Stadtbauhof müssen solange die alternative Querung des Röderneugrabens über die Route „An der Textimabrücke“ durch das ehemalige Landesgartenschaugelände nehmen.

So oder so ist die neue Brücke ein Wink in die Zukunft: Für den Ersatzneubau wird von einer Nutzungsdauer von 80 Jahren ausgegangen.

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