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Corona und den Algen getrotzt

Das Großenhainer Naturerlebnisbad beendet eine aufreibende Saison. Rund 24.000 Gäste kamen. Und es gab zusätzlich Grund zum Feiern.

Großenhain hat eins der schönsten Freibäder in Deutschland. Das entsprechende Zertifikat enthüllten Oberbürgermeister Sven Mißbach (li.) und Schwimmmeister Martin Lehmann am Dienstag.
Großenhain hat eins der schönsten Freibäder in Deutschland. Das entsprechende Zertifikat enthüllten Oberbürgermeister Sven Mißbach (li.) und Schwimmmeister Martin Lehmann am Dienstag. © Norbert Millauer

Großenhain. Großenhains Oberbürgermeister Sven Mißbach ist am Dienstag nochmal baden gegangen. Im Naturerlebnisbad. Zwar wurde wegen der heißen Temperaturen die Einrichtung einen Tag länger geöffnet. Doch der Rathauschef hatte mindestens drei Gründe, den eigentlichen Saisonabschluss höchstpersönlich vorzunehmen. Zum Einen, um den mittlerweile mehr als 30 Stammbadern für die Treue zu danken. Die trafen sich traditionell erst zum Abbaden, danach in geselliger Runde und mit dem vorgeschriebenen Abstand. Zum Zweiten, um dem Naturbad-Team um Schwimmmeister Martin Lehmann für den Einsatz in einem außergewöhnlichen Jahr zu danken. Und nicht zuletzt, um jene Tafel einzuweihen, die das Großenhainer Bad als ein ganz besonderes bewertet. Denn im Sommer zeichnete die Deutsche Gesellschaft für das Badewesen das NEB in der Kategorie "Freibad" mit dem 2. Preis des Public Value Award aus.

"Die Auszeichnung ist natürlich das i-Tüpfelchen für uns", sagt Martin Lehmann. Dem Schwimmmeister ist die Erleichterung anzumerken, die Saison mit all ihren Höhen und Tiefen dennoch mit einem guten Ergebnis abschließen zu können. Immerhin kamen fast 24.000 kleine und große Badegäste. Das sind zwar rund 16.000 weniger als im Vorjahr. Doch angesichts der Begleitumstände eine stattliche Zahl und von den Einnahmen her die drittbeste Saison seit 2001.

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Corona machte ums Bad keinen Bogen. Lange war nicht klar, ob es in diesem Jahr überhaupt öffnen darf. Dann musste ein Hygienekonzept her. Mit harten Bandagen. Lediglich 515 Badelustige durften sich gleichzeitig auf dem Areal befinden. Sanitäre Einrichtungen konnten nur eingeschränkt genutzt werden. Insbesondere an Wasserrutsche und dem ebenfalls wegen Corona erst später freigegebenen Sprungfelsen war auf Abstand zu achten. Statt 15. Mai konnten letztlich erst am 1. Juni die ersten Gäste eingelassen werden. 

"Es war nicht immer ganz einfach", blickt Martin Lehmann zurück. Aber der Plan ging letztlich auf. Lediglich an einem Tag mussten Badewillige am Eingang eine zeitlang länger warten, weil die Kapazität laut Hygienekonzept erschöpft war. Doch insbesondere die Freigabe des Sprungfelsens, wenig später auch des umgebauten Kinderplanschbeckens "ließen die Besucherzahlen ansteigen", so Martin Lehmann. Zur Resonanz trugen zweifelsohne auch die moderaten Temperaturen dieses Sommers bei. Die Rekordwerte lagen immerhin bei 36 Grad Luft- und 26 Grad Wassertemperatur. Auswirkungen auf die Wasserqualität hatte das nicht. Regelmäßig vom Landratsamt untersucht, gab es keine Beanstandungen. Lediglich der Algenwuchs bereitete dem Team so manches Problem. Damit die Gäste die Algen in den Becken nicht wahrnehmen, mussten die Beckenwände regelmäßig gereinigt werden. Ein enormer Zeit- und Kraftaufwand.

Für die Stammbader um Uwe Hanneck wird es in den nächsten Monaten etwas ruhiger.

Auch sie sind des Lobes voll über das Bad-Team und freuen sich, ihrem Hobby "in einem der schönsten Freibäder Deutschlands" frönen zu können. Uwe Hanneck ist zudem froh, dass die "Truppe" zusammengehalten hat. Über den Winter wollen sich die Stammbader nun einmal im Monat treffen und am 16. Januar 2021 ihr traditionelles Bergfest auf dem Weg zur neuen Saison feiern.

Für Martin Lehmann und seine Mitstreiter geht es jetzt erst einmal darum, die Becken zu reinigen, das Bad winterfest zu machen. Erst danach steht der verdiente Urlaub an. Doch nach der Saison ist gleichzeitig vor der nächsten. "Ich bin froh, dass es dieses Jahr so lief", so Lehmann. Unter welchen Bedingungen 2021 der Badebetrieb stattfinden kann, weiß derzeit niemand. Oberbürgermeister Mißbach gibt sich optimistisch. Und falls Corona dann erneut zu Einschränkungen zwingt, "haben wir ja ein Konzept, das sich bewährt hat".

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