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Bärenstarke Kinderbilder erfreuen Senioren

Zahlreiche Mädchen und Jungen zeichneten liebevolle Weihnachtsgrüße, die nun den Menschen in Großenhain und Merschwitz übergeben wurden.

Das Bärenstark-Team um den Lenzer Pfarrer Sebastian Zehme in Aktion: In Vertretung aller Kinder überreichten der kleine Albert und sein felliger Freund Alltagsbegleiterin Verona Reichel 25 Bilder.
Das Bärenstark-Team um den Lenzer Pfarrer Sebastian Zehme in Aktion: In Vertretung aller Kinder überreichten der kleine Albert und sein felliger Freund Alltagsbegleiterin Verona Reichel 25 Bilder. © Foto: Kristin Richter

Landkreis. In Zeiten wie diesen funktionieren Familienunternehmen am besten. Sebastian Zehme und sein kleiner Sohn Albert sind an diesem Nachmittag jedenfalls ein eingespieltes Team. Nachdem der Papa auf der Trompete Adventslieder zu Gehör brachte, ist nun die große Stunde von Albert und seinem felligen Freund gekommen.

Der Vierjährige und der Eisbär tun, wofür sie nach Merschwitz gekommen sind: 25 bärenstarke Bilder und einen handgeschriebenen Brief des freundlich dreinblickenden Tieres an die Bewohner der Seniorenresidenz überreichen. Stellvertretend für die in den vergangenen Wochen arg von der Pandemie in Mitleidenschaft gezogenen Bewohner des von der Volkssolidarität geführten Hauses, nimmt Alltagsbegleiterin Verona Reichel die wundervollen Kunstwerke entgegen. Buntstiftzeichnungen, Basteleien und fantasievolle Collagen aus Farbe, die alle eines gemein haben.

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Geschaffen von Kindern verschiedenen Alters und zuhause in unterschiedlichen Orten der Region, wollen sie damit jene weihnachtlich grüßen, die in diesen Tagen vielleicht allein sind. Die, wie die Frauen und Männer, welche strahlend hinter den Fensterscheiben und an der verschlossenen Eingangstür stehen, keinen Besuch ihrer Lieben empfangen dürfen. Und nicht zu vergessen auch all die Menschen, die jetzt alles Erdenkliche tun, um den Senioren diese außergewöhnliche Adventszeit ohne ihre Angehörigen oder wie hier in Medessen geschwächt von der überstandenen Covid-19-Infektion mit viel Zuwendung zu erleichtern.

Umstände, von denen die Organisatoren des Bärenstark-Teams um Sebastian Zehme im November freilich noch nichts wussten. „Wir konnten nur erahnen, dass angesichts der steigenden Erkrankungszahlen die Möglichkeiten des Kontaktes im Dezember eingeschränkter sein werden“, bekennt der Lenzer Pfarrer.

Gemeinsam mit seiner Frau Sarah und 15 anderen kreativ-engagierten Gemeindemitgliedern entwickelte er vor vier Jahren das Projekt „Bärenstark“. Ein Angebot für Familien, um sich zusammen zu finden, ins Gespräch zu kommen und entspannt Zeit gemeinsam zu verbringen.

Immer mit von der Partie eben jener Eisbär, dem es auf seine ganz eigene Weise und mit tierischem Charme gelänge, auch Menschen für ein Miteinander zu begeistern, die sich sonst eher weniger in der Kirche einfinden würden.

Ein Miteinander, das es in dieser Form indes gerade nicht geben kann. Der Bär habe sich deshalb erstmal in der Wantewitzer Kirche einquartiert und wünschte sich - gewissermaßen als Ersatz für die persönliche Begegnung - Bilder von Kindern. „Trotz der angespannten Situation sind seiner Bitte 150 Mädchen und Jungen unter anderem auch aus Kindergärten und Horten gefolgt. Wir sind darüber sehr froh und bedanken uns bei allen Kindern, ihren Eltern und Erziehern“, sagt Sebastian Zehme.

Zu Herzen gehende Botschaften in Papierform, die auch an die Senioren von Advita, Pro Civitate und den Bewohnern des Heimes „Helene Schmieder“ in Großenhain verteilt wurden. Von Sebastian Zehme, dem kleinen Albert als Vertreter aller Kinder und seinem großen felligen Freund. Denn in Zeiten wie diesen sind eben nicht nur funktionierende Familienunternehmen gefragt - bärenstarke Kräfte und eine große Portion kindlichen Frohsinns braucht es ebenso.

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