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Baustart am Großenhainer Fuchsbau

In der denkmalgeschützten Villa auf der Radeburger Straße sollen acht Wohnungen entstehen. Doch erstmal ist eine Vollkernsanierung nötig.

Der Umbau der "Villa Fuchsbau" hat begonnen. Zwischen 14 und 16 Monate wird er dauern.
Der Umbau der "Villa Fuchsbau" hat begonnen. Zwischen 14 und 16 Monate wird er dauern. © Norbert Millauer

Großenhain. Noch Ende März war nicht klar, wann es mit der Sanierung der "Villa Fuchsbau" auf der Radeburger Straße in Großenhain losgeht. Zwar hatte das Landratsamt im Februar bestätigt, dass es eine Genehmigung für den Umbau gebe, die schon im November 2017 erteilt wurde. Doch danach habe der Investor Maßnahmen geplant, die seinerzeit nicht Bestandteil des Genehmigungsverfahrens waren, und daher im November 2019 einen erneuten Antrag gestellt. Doch Corona und weitere Unwägbarkeiten verzögerten die Entscheidung. Als schwierig erwies sich unter anderem, dass man aus unterschiedlichen Gründen lange gebraucht habe, um alle Beteiligten zur Unterschrift an einen Tisch zu bringen.

Seit einigen Tagen ist die Villa nun eingerüstet. Bauarbeiter haben das Dach "geöffnet" - der Beginn der Vollkernsanierung. Ronny Kettner, Geschäftsführer der K&S Immobiliengruppe mit Sitz in Dresden, rechnet mit 14 bis 16 Monaten Bauzeit bis zur Fertigstellung des Umbaus inklusive der acht Wohnungen. Zunächst werde eine Entkernung inklusive des Neueinbaus aller Decken erfolgen. Danach wird das Dach komplett erneuert, ehe der Innenausbau starten kann. Das werde aber erst im kommenden Jahr sein, so Kettner.

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Das ehemalige Villengebäude an der Radeburger Straße steht als "stattlicher vorgründerzeitlicher Bau in dörflichem Kontext" von 1880 unter Denkmalschutz. Im wahren Leben machte es von sich Reden, als die erste Etage teilweise einbrach und kurz darauf unter großer Anteilnahme der Großenhain von der Feuerwehr eine Katze gerettet wurde. Bis 1945 waren hier Schreibkräfte und Funkerinnen vom Flugplatz zu Hause. Zurzeit des Stalinkultes machte der Fuchsbau wieder von sich Reden: Statt der Hirsche am altehrwürdigen Dianabrunnen lagen zwei riesige Betonkugeln zu Füßen eines leuchtenden roten Sterns und dem Bildnis des großen Führers Josef Stalin. 

Die beiden Steinkugeln kamen später klammheimlich, als man Väterchen wieder loswerden wollte, vor den Anbau des Fuchsbaus, als hätten sie dort seit eh und je gelegen - und verschwanden Jahre darauf ebenso unerklärlich in Privatgärten. Aber das ist schließlich nur eine historische Episode am Rande. Weder waren die Beton-Kugeln wertvoll, noch wollte sie ernsthaft jemand aufspüren. 

Seine Blütezeit hatte der Fuchsbau jedoch in frühen DDR-Zeiten. Über einhundert Leute wohnten einmal hier, darunter viele Kinder. Es entwickelte sich ein Hausgemeinschaftsleben, wie es sie heute kaum noch gibt. "Wir waren fast alle einfache, aber rechtschaffene Leute, deshalb verstanden wir uns auch so gut. Wir halfen uns gegenseitig. Sogar unsere Türen konnten wir offen lassen, und freitags war im Waschhaus das große Baden angesagt", erzählten ehemalige Bewohner.

Gleich neben der Villa Fuchsbau wird schon seit einigen Jahren für die "Wohnoase an der Röder" geworben. Neun Eigenheime soll sie umfassen, eine Straße inklusive Wende-Rondell wurde bereits gebaut. Doch Häuser sind hier bislang noch nicht entstanden, obwohl es nach Angaben der TAFF-Haus GmbH, die das Areal vermarktet, in der Vergangenheit bereits mehrere Interessenten gegeben haben soll. (mit bu)

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