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Böhlaer Jugendverein feiert 25-Jähriges

Kommendes Wochenende beim Clubfest bietet das DRK an den Abenden kostenlose Corona-Schnelltests an.

Für die Feier zum 25. Geburtstag bauen Simon Fromm und viele Helfer ein Festzelt auf.
Für die Feier zum 25. Geburtstag bauen Simon Fromm und viele Helfer ein Festzelt auf. © Kristin Richter

Böhla. Gäbe es in Jugendclubs eine Alters- und Ehrenabteilung wie bei der Feuerwehr – Thomas Uebigau und Simon Fromm wären die ersten Kandidaten. Uebigau ist 37 Jahre alt, Fromm immerhin 30. Dass die beiden im Club trotzdem noch das Sagen haben, liegt an einer demografischen Lücke, die sich vor etwa zehn Jahren auftat. Viele junge Böhlaer hatten nach der Wende ihrem Heimatort den Rücken gekehrt, was wiederum zu etlichen geburtenschwachen Jahrgängen führte. In mehreren aufeinanderfolgenden Jahren wuchs nur ein einziger Böhlaer ins Jugendalter nach.

Unter diesen Umständen konnten sich die älteren Clubmitglieder nicht, wie sonst üblich, ins Familienleben zurückziehen. „Den Jugendclub dicht machen“, sagt Thomas Uebigau, „war für uns keine Option.“ Gemeinsam mit Raimo Siegert von der mobilen Jugendarbeit hob er stattdessen ein Projekt zur Nachmittags- und Ferienbetreuung für Kinder aus der Taufe. Bereits die Zehnjährigen wurden ermutigt, Ideen für die Freizeitgestaltung zu entwickeln und selbstständig umzusetzen.

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Mittlerweile haben es die Böhlaer geschafft, die Lücke zwischen den Generationen zu überbrücken. Heute zählt ihr Jugendclub 33 Mitglieder und hat trotz der üblichen Fluktuation einen stabilen jungen Kern. „Bis zum vorigen Jahr gab es noch ein paar Berührungsängste bei den Zehn- bis Zwölfjährigen“, sagt Simon Fromm. „Heute sind sie nicht mehr so scheu.“

Wenn draußen vor dem Clubgebäude ein Lagerfeuer angezündet werde, ziehe das alle Altersgruppen an. Vor zehn Jahren war das noch ganz anders. Da verschickte die Clubleitung sogar Briefe an die Eltern, um deren Kinder für die Mitarbeit zu gewinnen.

Wegen der Corona-Beschränkungen im vorigen und zu Beginn dieses Jahres konnten die Böhlaer so gut wie keine Veranstaltungen durchführen. Eine kleine Heckenpflanzaktion im April – und das war es schon fast. Umso mehr freuen sich die jungen Leute auf das bevorstehende Festwochenende zum 25-jährigen Jubiläum.

Von Freitagabend bis Sonntagnachmittag soll es rund gehen auf dem Böhlaer Sportplatz. Am Freitag spielen ab 17.45 die Baßlitzer Alten Herren gegen eine Clubauswahl. Danach ist Fassbieranstich, und für die Kinder findet ein Lampionumzug statt. Das Abendprogramm gestaltet DJ Skoup. Am Samstagnachmittag ist ein Skat- und Kickerturnier angesagt, abends dann die 25-Jahresparty „Generationswechsel“ mit DJ Bernd.

Der Sonntag beginnt um 10 Uhr mit dem traditionellen Handwerkerwettkampf, gefolgt von Blasmusik zur Mittagsstunde. Ab 13 Uhr beginnt das Vogelschießen, und zum Abschluss gibt es ein buntes Liedersingen mit den Kita-Kindern vom „Tausendfüßler.“ Damit alle Böhlaer entspannt am Festwochenende teilnehmen können, hat der Jugendclub Testmöglichkeiten organisiert. Das DRK ist am Freitag von 17.30 bis 21 Uhr und am Sonnabend von 19 bis 21.30 Uhr mit kostenlosen Schnelltests vor Ort.

Der Böhlaer Jugendclub wurde im März 1996 offiziell ins Vereinsregister eingetragen. Aber eigentlich gibt es ihn schon seit 1987 als Dorfjugendclub der damaligen Gemeinde Baßlitz. Bis 1990 hatte er sein Domizil über dem ehemaligen Gemeindeamt in Böhla Bahnhof. Als er dort raus musste, organisierte die Gemeinde eine Raumzelle, die am Sportplatz aufgebaut wurde. Hier werden nun seit drei Jahrzehnten Skat, Tischtennis, Volleyball und Fußball gespielt. Oder der Grill angeworfen. Oder gemeinsam gekocht.

„Früher waren Königsberger Klopse oder saure Eier der Renner“, sagt Thomas Uebigau. Durch den Generationswechsel bedingt, werde heute eher Pizza bestellt. Das Jubiläumswochenende soll auch eine Zäsur in der Alterspyramide des Jugendclubs werden. Uebigau und Fromm wollen sich aus dem Club zurückziehen. „Aber natürlich werden wir unsere Nachfolger unterstützen, wo wir nur können“, verspricht Thomas Uebigau. „Wenn nicht mehr in der Leitung, dann eben als „graue Eminenzen“.

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