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Wenn es hier grün wird ...

Großenhains Stadtteil Zschieschen erhält ein neues Kleinod. Mit Bäumen, Wildblumen, Spielgeräten und Parkflächen.

Wenn der Bauzaun am früheren Brauereigelände im Großenhainer Ortsteil Zschieschen endgültig verschwindet, dürfte es hier so richtig schön grün werden.
Wenn der Bauzaun am früheren Brauereigelände im Großenhainer Ortsteil Zschieschen endgültig verschwindet, dürfte es hier so richtig schön grün werden. © Foto: Thomas Riemer

Großenhain. Ob es ein Fest gibt: unklar. Aber auch so können sich Stadtväter und die Zschieschener Einwohner schon jetzt gratulieren. Wo einst aus Hopfen und Malz Bier und aus anderen Zutaten rote Brause entstanden, wird es jetzt grün. Rund 6.000 Quadratmeter Fläche sollen künftig Erholungssuchenden zur Verfügung stehen.

"Wie die Zschieschener hier mitgemacht haben, hat mich riesig gefreut", sagt Großenhains Bürgermeister Tilo Hönicke. Vor dem Abriss der einstigen Bergbrauerei war er maßgeblich daran beteiligt, dass die Stadt mit einem wahren Coup "ein herrenloses Grundstück übernommen hat", so Hönicke. Seine Vision: Wo einst Hopfen und Malz zu Bier wurden, soll es künftig vielfarbig blühen.

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"Wir haben einen Vandalismus-Spielplatz beseitigt", blickt Tilo Hönicke auf die vergangenen zwei Jahre zurück. In den letzten Wochen vor dem Jahreswechsel sind Dutzende Bäume gepflanzt worden, dazu Wildblumen und einheimische Sträucher in die Erde gekommen. Kleine Spielgeräte, Sitzbänke, eine Informationstafel. Umrisse von Parkflächen sind hinter den noch vorhandenen Bauzäunen zu sehen. "Es soll in erster Linie eine Blühwiese sein", freut sich Tilo Hönicke schon jetzt darauf, dass ab März oder April hier alles blüht. Noch mehr aber ist er glücklich, dass die Zschieschener bei der Gestaltung des Areals so tolle Ideen hatten. "Das Dorfleben dort ist eben in Ordnung", so Hönickes Fazit.

Im März 2019 hatte der Abriss der einstigen Vorzeigebrauerei begonnen. Der Abbruch der alten Bergbrauerei hat insgesamt 745.000 Euro gekostet. Das war zwar etwas mehr als ursprünglich vorgesehen. Doch nicht vorhersehbare "Funde" an Altlasten dürften den Aufwand durchaus rechtfertigen, zumal die Planungssumme einen entsprechenden Puffer beinhaltete. Von Anfang an war klar: Die Stadt wollte die Fläche als attraktiven, vielfältigen Lebensraum für die Zschieschener Bürger und die heimische Flora und Fauna nutzen. Das allerdings vorerst nur für die nächsten zehn Jahre. Solange darf die Fläche von der Stadt aufgrund einer Zweckbindungsfrist gezahlter Fördermittel nicht anderweitig vermarktet werden. Denn in die Umgestaltung fließen rund 117.000 Euro, die innerhalb der zuwendungsfähigen Kosten abgerechnet werden können. Die Firma Weber Bau, die im Frühherbst vom Stadtrat den Zuschlag für die Begrünung erhielt, "hat ganze Arbeit geleistet", so Tilo Hönicke. Zusätzlich freue er sich, dass auch der benachbarte "Bergkeller" die Pläne und die Umsetzung begrüßt. Die Gaststätte könnte insbesondere von den Spielgeräten und deren Nutzung durch die Kinder der Gäste enorm profitieren.

Es werde keine Anlage sein, in der der Bauhof nun jede Woche mit dem Rasenmäher anrückt, so Tilo Hönicke. Eben eine Wiese mit Wildblumen, ähnlich der Zschillewiese. Was nach zehn Jahren wird, "ist ein Thema der nächsten Generation", sagt er schmunzelnd. Da Stadträte verschiedenster Fraktionen in der Entscheidungsfindung der letzten Monate die jetzige Variante immer wieder gelobt hatten, lässt hoffen, dass das neue Zschieschener Kleinod eine Dauerlösung wird.

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