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Corona-Alltag? Anstrengend ohne Ende!

Vorerst soll es nun doch keine verschärften Maßnahmen für Schulen geben. An den Großenhainer Einrichtungen wird ganz normal unterrichtet - soweit es möglich ist.

Ein Aufkleber, der in früheren Zeiten höchstens ein wissendes Schmunzeln erzeugt hätte. Angesichts der Coronapandemie und noch unabsehbarer Beschränkungen sind damit auch Sorgen verbunden.
Ein Aufkleber, der in früheren Zeiten höchstens ein wissendes Schmunzeln erzeugt hätte. Angesichts der Coronapandemie und noch unabsehbarer Beschränkungen sind damit auch Sorgen verbunden. © Foto: Thomas Riemer

Großenhain. Sylvia Ufert klopft dreimal auf Holz. Immerhin sei die erste Grundschule Großenhain bisher von größeren Auswirkungen der Corona-Pandemie verschont geblieben. Zwar wäre eine schwangere Kollegin vorsorglich aus dem Dienst genommen worden, und freilich musste deshalb der Stundenplan geändert werden. "Aber mehr Ausfälle haben wir glücklicherweise nicht zu beklagen", freut sich Sylvia Ufert.

Keiner ihrer Kollegen habe sich seit dem Beginn des Schuljahres in Quarantäne begeben müssen und auch die Schüler könnten soweit ohne Einschränkungen normal am Unterricht teilnehmen. Lediglich vier Kinder hätten vorsorglich zu Hause bleiben müssen. Allerdings: das könne sich jeden Tag ändern und man denke von Woche zu Woche.

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Mädchen und Jungen, die sich ihrerseits zumindest alle sehr diszipliniert an die im Schulhaus und dem Gelände geltenden Maßnahmen hielten. Einer achte auf den anderen. Sitzt die Maske richtig während des Wechsels der einzelnen Fachräume? Und hat sich auch jeder die Hände gewaschen? "Da gibt es absolut überhaupt keine Probleme! Die Kinder sind alle sehr froh, dass sie im Gegensatz zum Frühjahr wieder gemeinsam lernen können, und es ist zu spüren, dass es ihnen ein großes Bedürfnis ist, selbst dafür Verantwortung zu tragen", erklärt Sylvia Ufert.

Ein Zusammensein, das die tatsächlich vorhandenen Einschränkungen leichter ertragen lasse. Denn natürlich sei es sehr bedauerlich, dass es beispielsweise weder Ganztagesangebote, schulische Veranstaltungen, noch das Singen der Chorklassen gebe. Auch die langjährigen Traditionen in den vorweihnachtlichen Wochen wie etwa die "Zeit der Stille" an den jeweiligen Freitagen vor Advent werde in dieser Form nicht stattfinden können. Die Klassen- und Fachlehrer würden deshalb ein wenig Atmosphäre im Kleineren schaffen und sich gewiss alle Mühe geben, die fehlenden Höhepunkte zu kompensieren. "Wir bedauern das auch sehr! Aber die Sicherheit und Gesundheit aller geht momentan eben vor", bekennt Sylvia Ufert.

Grundsätze, nach denen sich auch die zweite Oberschule richtet. Die Einhaltung der Hygienemaßnahmen sei noch immer das A und O - und würde von den Schülern erfreulicherweise auch ohne Probleme umgesetzt. "Wir können ganz normal unterrichten und müssen mit keinerlei Einschränkungen leben", verrät Axel Hackenberg. Laut dem Schulleiter seien bis jetzt nur zwei Lehrer in Quarantäne gewesen, der Stundenplan habe keine größeren Blessuren durch die fortschreitende Pandemie davongetragen. "Mir ist selbstverständlich bewusst, dass es an anderen Schulen nicht so ist, und hoffe, es holt uns nicht doch noch ein", so Axel Hackenberg auf SZ-Anfrage.

Einen Vorgeschmack darauf, wie es sein kann, hat bereits das Großenhainer Werner-von Siemens-Gymnasium. Klaus Liebtrau macht keinen Hehl daraus, dass die Situation bereits jetzt sehr anstrengend wäre. Von einem normalen Alltag könne keine Rede mehr sein. An diesem Montagmorgen habe der Schulleiter nach eigenem Bekunden allein innerhalb von zwei Stunden viermal den Stundenplan ändern müssen. Abgesehen davon, dass sich gerade zwei von 66 Pädagogen in Quarantäne befänden, gebe es immer mal wieder zeitlich begrenzte Unsicherheiten, weil Kontakte überprüft würden und das Testergebnis auf sich warten lasse. Darüber hinaus hätte schon auch so mancher Schüler wegen entsprechender Kontakte in der Familie oder im Freundeskreis nicht zum Unterricht kommen dürfen. Aktive Krankheitsfälle unter den 758 Mädchen und Jungen verzeichne man jedoch gegenwärtig keine, was ungehinderten Unterricht sichere.

Schwierig gestalte sich indes das Drumherum. Da es kompliziert sei, das zuständige Gesundheitsamt zu erreichen, wäre man im Fall der Fälle von auftauchenden Fragen oder gar Symptomen weitestgehend auf sich selbst gestellt. Hinzu käme eine ständig brodelnde Gerüchteküche, wer aus dem Kreise der Lehrerschaft oder Schüler möglicherweise erkrankt sein könnte. Und das in einer Phase des Jahres, in welcher es zuweilen vorkommen könne, dass mal die Nase liefe oder ein Huster dem Hals entweiche. "Es ist für Schüler, Lehrer und Eltern gleichermaßen alles andere als einfach! Eine Unsicherheit ist immer gegeben, denn auch, wenn alle Hygieneregeln eingehalten werden, kommen die Schüler natürlich auch in den Pausen wieder zusammen", gibt Klaus Liebtrau zu bedenken.

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