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Corona: Keine Christvespern zum Fest

Angesichts der aktuellen Regelungen wird Weihnachten in den Kirchen nun doch anders stattfinden müssen, als erhofft. Aber es gibt Angebote.

Großenhains Pfarramtsleiterin Sarah Zehme musste gemeinsam mit ihren Kollegen in den vergangenen Tagen und Wochen vieles neu denken. Denn Logistik ist auch für den Besuch der Kirchen gefragt.
Großenhains Pfarramtsleiterin Sarah Zehme musste gemeinsam mit ihren Kollegen in den vergangenen Tagen und Wochen vieles neu denken. Denn Logistik ist auch für den Besuch der Kirchen gefragt. © Kristin Richter

Großenhain. Sarah Zehme ist beschäftigt. So wie vor Weihnachten eigentlich immer. Als vierfache Mutter und Pfarrerin im Dezember sowieso, aber dieses Mal doch ganz anders. An diesem Vormittag will die Großenhainer Pfarramtsleiterin beispielsweise noch den Trailer für den gewissermaßen frisch zurechtgeschnittenen Weihnachtsfilm auf die Homepage des Kirchspiels stellen.

Ein Gemeinschaftswerk aus den verschiedenen Gemeinden und mit gut einhundert Mitwirkenden der Region entstanden. "Ja, in den vergangenen Monaten war es wichtig, sich die verschiedensten Kenntnisse anzueignen, um überhaupt mit den Menschen in Kontakt bleiben zu können", bekennt Sarah Zehme und lacht.

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Kontakt, der gerade jetzt, gut eine Woche vor dem Fest, notwendiger denn je sei. Kontakt halten in einer Zeit, in der es wichtig wäre, gemeinsam allein zu sein. Videosequenzen seien deshalb in Großenhain ebenso gedreht worden wie in Diesbar-Seußlitz, Priestewitz oder Wildenhain. Mit Worten, Musik, Spiel und Gesang soll Weihnachten auf diese Weise in die Wohnzimmer kommen. Fröhlich und festlich, besinnlich und leise, nachdenklich und laut. Genau so, wie sonst auch vielerorts die Christvespern und Krippenspiele am Heiligabend in den Kirchen gestaltet worden wären - aber in diesem Jahr nicht werden. "Wir sind offen gestanden sehr froh darüber, dass es diesen Film gibt! Nun, da die Beschränkungen noch einmal verändert worden sind, ist das die Brücke aus den Kirchen zu den Menschen", sagt Sarah Zehme.

Noch in der vergangenen Woche wäre man voller Freude gewesen, dass aufgrund der damals noch geltenden Abstandsregeln gut einhundert Gäste die jeweiligen Gottesdienste in der Großenhainer Marienkirche besuchen dürften. Inzwischen seien derartige Konzepte vollständig vom Tisch. "Die Bedingungen haben sich aufgrund der steigenden Infektionszahlen und wegen des Lockdowns dahingehend verändert, dass zwei Meter Abstand zwischen zwei Haushalten bei allen Gottesdiensten, Andachten und kirchlichen Veranstaltungen, die wir während der Feiertage anbieten könnten, einzuhalten sind", erklärt Sarah Zehme.

Gleich nun, ob am Heiligen Abend, Silvester oder Neujahr - allein der Einlass in die Kirche würde eine logistische Meisterleistung erfordern, müssten die Daten der Besucher registriert und Platzierungen mit ausreichender Entfernung zueinander sichergestellt werden. Umstände, die einerseits wenig feierlich seien und vor allem andererseits organisatorisch aufwendig wären. Schweren Herzens hätten sich die Vorsteher der zur künftigen Kirchgemeinde Großenhain zählenden Dörfer im Norden und Süden deshalb dazu entschlossen, Heiligabend keine Christvespern im klassischen Sinne durchzuführen. Abgesehen davon, dass ohnehin keine Blasinstrumente zum Einsatz kommen dürften und auch das so vertraute "Oh, du Fröhliche" oder "Stille Nacht, heilige Nacht" in diesem Dezember nicht gesungen werde. "Ausschlaggebend für unsere Entscheidung ist die Verantwortung eines jeden Einzelnen für den Menschen neben uns. Wir können einfach nicht garantieren, dass nicht doch zu viele Personen vor oder in der Kirche aufeinandertreffen", so Sarah Zehme. Die Gottesdienste an den Feiertagen - in der Marienkirche geben es am 25. Dezember sogar noch einen zusätzlich - fänden jedoch statt.

Wem die Christvesper als Onlineversion nicht reiche, könne sich im aktuellen Gemeindebrief das Weihnachtsevangelium nebst kleiner Andacht zum Fest herunterladen. Und wer die weihnachtliche Stimmung direkt in sich aufnehmen wolle, habe auch dazu in den Kirchen des Großenhainer Landes Gelegenheit. Am Heiligabend seien sie für jedermann geöffnet, mit all ihrer Individualität, die Botschaft der Weihnacht zu verkünden.

Mehr Informationen hier.

Offene Kirchen am Heiligabend: Großenhainer Marienkirche: 15 bis 20.30 Uhr, Lenz: 9 bis 22 Uhr, Wantewitz: 14 bis 23 Uhr, Seußlitz: 14.30 bis 21.30 Uhr, Merschwitz: 14.30 bis 21.30 Uhr, Skassa: Zeit folgt, Strießen: Zeit folgt, Wildenhain: 10 bis 19 Uhr, Walda: 10 bis 22 Uhr, Bauda: Zeit folgt, Zabeltitz: 14.30 bis 18 Uhr, Görzig: 14.30 bis 17 Uhr, Skäßchen: Zeit folgt, Oelsnitz: Zeit folgt, Strauch: Zeit folgt.

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Gottesdienste an den Feiertagen: Marienkirche Großenhain: 25. 12. 7 Uhr Christmette, St.-Peter Kirche Lenz, 10.30 Uhr Festgottesdienst zum ersten Weihnachtsfeiertag, 10.30 Uhr Kirche Wildenhain, 10.30 Uhr Kirche Oelsnitz, 10.30 Uhr Marienkirche Großenhain, 26. 12. Kirche Zabeltitz Festgottesdienst zum zweiten Weihnachtsfeiertag, 9 Uhr Kirche Strauch, 10.30 Uhr Marienkirche, 10.30 Uhr Seußlitz, Schlosskirche, 10.30 Uhr Kirche Walda, 27.12. 9 Uhr Kirche Görzig, 10.30 Uhr Wantewitz, St.- Urban Kirche, 17 Uhr Kirche Oelsnitz.

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