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PLUS Großenhain

Corona: Kleine Läden gehen in die Knie

Weil sie SZ lesen: Ein Fernsehteam aus Bayern drehte im Auftrag des ARD-Magazins „Plusminus“ am Donnerstag in der Röderstadt.

Kamera läuft: Ein Team des Bayerischen Rundfunks interviewte am Donnerstagmittag Großenhains Oberbürgermeister Sven Mißbach für das ARD-Magazin "Plusminus".
Kamera läuft: Ein Team des Bayerischen Rundfunks interviewte am Donnerstagmittag Großenhains Oberbürgermeister Sven Mißbach für das ARD-Magazin "Plusminus". © Norbert Millauer

Großenhain. München, Mannheim, Dresden – Großenhain befindet sich in allerbester Gesellschaft großer deutscher Städte. Am Mittwochabend dürfen sich die Zuschauer des ersten Fernsehprogramms davon überzeugen. Im Auftrag des Bayerischen Rundfunks besuchten Martina Schuster und Johannes Thürmer nämlich die Röderstadt, um auch hier mit Kamera und Mikrofon einzufangen, was sie bundesweit bemerken. „Im Resümee der Pandemie wird die Politik nicht müde zu betonen, dass der Handel die drastischen Einschnitte der letzten Monate wirtschaftlich relativ gut überstanden hat“, gibt Johannes Thürmer zu bedenken.

Wie der Wirtschaftsjournalist betont, lasse diese Einschätzung jedoch völlig außen vor, dass zahlreiche inhabergeführte, kleinere Geschäfte gewissermaßen sang- und klanglos aufgeben müssen. Gleich nun, ob in München, Mannheim oder Dresden gingen diese aufgrund ihres Status nicht in die Statistik ein. Eine Situation, vor der Großenhains Oberbürgermeister Sven Mißbach (parteilos) in einem persönlichen Brief an Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig gewarnt hatte. Eindringlich mahnte der Verwaltungschef Mitte Januar vor einem Ladensterben, welches für Innenstädte wie Großenhain weitreichende Folgen hätte. Ein unausweichlicher Gewerbeleerstand und eine verödete Innenstadt, die nicht mehr dazu angetan sei, prägender Lebensmittelpunkt zu sein.

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„Wir haben darüber im Internet gelesen und dachten, das sei ein guter Anlass, uns vor Ort selbst ein Bild zu machen“, so Johannes Thürmer. Gemeinsam mit Großenhains Verwaltungschef und Zentrumsmanager Alexander Ehrke besuchte das Fernsehteam am Donnerstagmittag das Geschäft von Sylvia Kaube. Unter Tränen berichtete die beherzte Unternehmerin, dass sie ihren Laden nach 30 Jahren Ende September schließen werde. Niederschmetternd für die Großenhainerin, niederschmetternd für die Stadt, welche wieder ein prägendes Geschäft verliert. Niederschmetternd für die Fernsehmacher, die diese Bilder aufnehmen.

Die Sendung Plusminus“ wird am 30. Juni um 21.45 Uhr in der ARD zu sehen sein.

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