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Das Bad ist reif für die Saison

Großenhains Schwimmmeister Martin Lehmann und sein Team haben sich mächtig ins Zeug gelegt. Nur Corona verursacht noch ein dickes Fragezeichen.

Martin Lehmann schaut optimistisch in die Saison des Großenhainer Naturerlebnisbades. Auch das Kinderplanschbecken (im Hintergrund) ist grundsätzlich startbereit.
Martin Lehmann schaut optimistisch in die Saison des Großenhainer Naturerlebnisbades. Auch das Kinderplanschbecken (im Hintergrund) ist grundsätzlich startbereit. © Norbert Millauer

Großenhain. Der Schaukasten vor dem Eingang zum Großenhainer Naturerlebnisbad (NEB) ist noch leer. Dort wird normalerweise die Haus-Badeordnung veröffentlicht, die für die jeweilige Saison gilt. Doch wie wird sie aussehen? Schwimmmeister Martin Lehmann zuckt mit den Schultern. Der magische 15. Mai - der avisierte Öffnungstermin - rückt immer näher. Ob und wann Freibäder öffnen dürfen, hängt von der demnächst zu erwartenden neuen Corona-Schutzverordnung ab.

Das Team um Martin Lehmann hat seine Hausaufgaben in jedem Fall gemacht. Auf dem Areal des NEB ist alles vorbereitet. Vor rund sechs Wochen wurde begonnen, die einzelnen Becken zu entleeren und zu säubern. Die Anlage läuft seit etwa drei Wochen - reibungslos und zuverlässig. Annett Fischer ist derweil am ferngesteuerten Reinigen der Beckenböden und -wände. Jede Stelle des Wasserbereichs wird auf diese Weise mindestens zwei Mal pro Woche vom Schmutz befreit.

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Picobello sieht es auch am Kinderplanschbecken aus. Es war erst im Verlauf der letzten Badesaison nach Umbaumaßnahmen fertig geworden und ist jetzt deutlich vom Liegebereich abgetrennt, um keinen unnötigen Schmutz hineinzubringen. Hier fehlt noch das Wasser, das Becken wird zur Eröffnung befüllt und dann täglich wieder abgelassen und gereinigt. Ein Sonnensegel vervollständigt diesen Bereich, für den es schon 2020 viel Lob von Kindern und deren Eltern gab.

Der Winter mit teils grimmiger Kälte und Schnee hat keine nennenswerten Schäden hinterlassen. "Diese Feuerprobe hat das Bad nun also auch bestanden", freut sich Martin Lehmann. Regelmäßig schauten er und seine Mitstreiter in der kalten Jahreszeit nach dem Rechten und hatten vor allem Anfang Februar bei Nachttemperaturen von minus 20 Grad jede Menge zu kontrollieren. Doch die gute Vorsorge im Herbst zahlte sich aus.

In bestem Zustand präsentieren sich auch die Außenanlagen. Die Sportanlagen erwarten ihre Nutzer. Ein ehemaliger Trampelpfad zwischen Rutsche und Kletterturmbecken erhielt eine neue Pflasterung. Letzte "kahle Stellen" sind mit neuem Rasensamen beseitigt worden.

Personell kann Martin Lehmann, der in seine vierte Saison in Großenhain geht, auf sein bewährtes Team setzen. Zwei Schwimmmeister und sechs bis sieben Rettungsschwimmer - Letztere von der Großenhainer Ortsgruppe des DRK - stehen bereit, um den ordnungsgemäßen Badebetrieb zu sichern. Auch wenn natürlich das Corona-Jahr gerade diesbezüglich Anlass zur Sorge gibt. Denn die Ausbildung von Rettungsschwimmern ist seit geraumer Zeit so gut wie nicht möglich. Eine gute Nachricht gibt es aber auch: Martin Lehmann hat den Winter genutzt, um seinen Ausbildereignungsschein zu machen. Damit kann die Stadt Großenhain erstmals eine Ausbildungsstelle im NEB in Kooperation mit dem Wellenspiel in Meißen anbieten. Die Ausschreibung für einen Fachangestellten oder eine Fachangestellte für Bäderbetriebe ist im jüngsten Amtsblatt der Stadt Großenhain veröffentlicht. Bis zum 28. Mai können sich Interessenten bewerben.

Es könnte also sofort losgehen mit Toberei und Schwimmen im Großenhainer NEB. Es könnte. Er habe "ungebrochenen Optimismus", sagt Martin Lehmann. Prinzipiell bereite man sich auf eine Öffnung vor, die sich im Wesentlichen auf das Hygienekonzept vom vergangenen Jahr stützt. Die Vorgaben damals: Es durften maximal 515 Besucher gleichzeitig ins NEB. Der Sprungfelsen blieb anfangs gesperrt, an der Wasserrutsche musste ein Abstand von anderthalb Metern eingehalten werden. Die Duschen im Hauptgebäude standen im "Einbahnstraßenverkehr" zur Verfügung. Umkleidemöglichkeiten wurden provisorisch im Außenbereich aufgestellt. "Wir haben sie stehen gelassen, sie haben sich ausgezahlt", so Martin Lehmann.

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Das Konzept ging auf, und am Saisonschluss im September konnten trotz allem fast 24.000 kleine und große Badegäste bilanziert werden. Das waren zwar rund 16.000 weniger als im Rekordsommer des Jahres zuvor. Doch angesichts der Begleitumstände eine stattliche Zahl und von den Einnahmen her die drittbeste Saison seit 2001.

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Sämtliche Anlagen sind für die Badelustigen vorbereitet. Das Hygienekonzept von 2020 ist vorerst Grundlage der Planungen für die Betreiber.
Sämtliche Anlagen sind für die Badelustigen vorbereitet. Das Hygienekonzept von 2020 ist vorerst Grundlage der Planungen für die Betreiber. © Norbert Millauer
Annett Fischer sorgt mit dem ferngesteuerten Reinungsgerät für saubere Beckenböden und -wände.
Annett Fischer sorgt mit dem ferngesteuerten Reinungsgerät für saubere Beckenböden und -wände. © Norbert Millauer

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