merken
PLUS Großenhain

So machen auch diese Winterferien Spaß

Ferien-Tipps der SZ-Schreiber: Ein Museumsbesuch vom Sofa aus, das gute alte Mensch-ärgere-dich-nicht-Spiel oder Sport im Wohnzimmer.

Gemeinsam durchs Zabeltitzer Museum: SZ-Redakteurin Kathrin Krüger-Mlaouhia und ihr Sohn Danny unternahmen den interessanten Rundgang von der Couch aus.
Gemeinsam durchs Zabeltitzer Museum: SZ-Redakteurin Kathrin Krüger-Mlaouhia und ihr Sohn Danny unternahmen den interessanten Rundgang von der Couch aus. © Foto: Kristin Richter

Kurzweilige Besuchstour durch die Vergangenheit

Von Kathrin Krüger-Mlaouhia

Zabeltitz. Wir sind im Jahr 1922 und Elsa Händel (21) ist unsere Führerin. Sie wohnt im Bauernmuseum, das zu der Zeit noch ein ganz normaler Hof war. Sogar ohne Stromanschluss. Natürlich können wir derzeit nicht direkt durchs Museum schlendern und uns die authentische Einrichtung anschauen. Aber wir haben den neuen Audioguide in einer Erwachsenen- und in der Kinderversion. Damit bummeln wir auf 18 Stationen durch den bäuerlichen Alltag.

Augusto
Leben und Genuss
Leben und Genuss

Für Genießer genau das Richtige! Leckere Ideen, Lebensart, Tradition und Trends gibt es in der Themenwelt Augusto.

Elsa erzählt uns, wer alles auf dem Hof wohnt, und dass das Fachwerk im Haupthaus mit Knüppelflechtwerk gefüllt und mit Lehm verkleidet ist. Mit Elsa können wir uns die gute Stube und die schnuckelige alte Küche ansehen. Wir entdecken das Schlafzimmer der Eltern mit den frisch gemachten Betten und der Waschgarnitur. "Obwohl das Haus 1904 an die Wasserversorgung angeschlossen wurde, gibt es noch kein Badezimmer", erklärt uns die 21-Jährige. Dann geht es in die Futterküche mit dem Gewölbekeller, in den Kuhstall und den Schweinestall.

Viele interessante Details lernen wir auch in der Maschinen- und der Lehmscheune kennen, bis wir in den Wagenschuppen im Seitengebäude und auf den Heuboden gelangen. Elsa ist eine sachkundige Begleiterin, und wenn wir etwas beim Zuhören nicht verstanden haben, können wir den Audioguide nochmal zurück spulen oder den Text auf dem Handy oder Laptop nachlesen. Und so erfahren wir auch, dass Elsa Händel tatsächlich von 1901 bis in die 1930er Jahre auf dem Dreiseithof lebte.

Die Firma Museum.de von Diplom-Informatiker Uwe Strauch aus Xanten hat den Audioguide im Auftrag der Städtischen Museen Großenhain produziert, lesen wir im Impressum. Professionelle Texter und Sprecher waren am Werk. Corona hat zwar dafür gesorgt, dass das Bauernmuseum geschlossen ist - es wäre jetzt auch sowieso bis Ende März noch in der Winterpause. Wegen Corona gab es aber auch das Hilfsprogramm Neustart für Künstler. Mit dieser Bundesförderung sind die Hörtexte in weniger als zwei Monaten entstanden. Jeder, der Internetanschluss hat, kann damit vom heimischen Sofa aus eine wirklich unterhaltsame und kurzweilige Besuchstour unternehmen.

Und weil das soviel Spaß machte, bummeln wir virtuell auch noch in weiteren Audioguide-Apps auf der Museumsseite, zum Beispiel auf Helgoland, wo wir schon im Urlaub waren.

www.museum.de/museen/bauernmuseum-zabeltitz

Mensch ärgere dich nicht

Von Thomas Riemer

Großenhain. Skifahren im Gebirge ist nicht. Spaß im Schnee vor der Großenhainer Haustür auch nicht – mangels Flockenwirbel. Als meine beiden Kinder noch im Schulalter waren, stellten sie uns oft die Frage, wie wir Eltern denn früher unsere Winterferien verlebt haben. Da musste ich in aller Regel nicht lange nachdenken. Mutter öffnete dann den Wohnzimmerschrank und holte Kartenspiele und die in wahrscheinlich jedem Haushalt vorhandene Spielesammlung hervor. Rommé, Dame, Mühle, Halma – und natürlich „Mensch-ärgere-dich-nicht“. Es waren lustige Nachmittage in unserer fünfköpfigen Familie ...

Gerade jetzt, in Corona-Zeiten, werden die Erinnerungen daran wach. Beim Herbstputz 2020 fielen uns die Karten und die Spielesammlung geradezu entgegen. „Mensch-ärgere-dich-nicht“ gehört seitdem zu den regelmäßigen Spielen, die uns die Nachmittage versüßen. Wenn die inzwischen erwachsenen Kinder daheim waren, stießen wir allerdings an unsere Grenzen. Denn inklusive meiner Schwiegereltern waren wir oftmals sechs Personen. Da war guter Rat teuer. Die Lösung: Es wurde eine individuelle Spielfläche hergestellt – übrigens auch eine Variante für drei Mitspieler. Sie lässt Raum für Variationen im Spiel und sorgt stets für immenses Gaudium.

Wenn Thomas Riemer nicht für die Sächsische Zeitung schreibt, spielt er unheimlich gern Mensch-ärgere-dich-nicht.
Wenn Thomas Riemer nicht für die Sächsische Zeitung schreibt, spielt er unheimlich gern Mensch-ärgere-dich-nicht. © Foto: privat

Herkömmliche Runden der Figuren werden durch Abkürzungen ergänzt. Des einen Freud ist des anderen Ärger – aber so ist es nun einmal in diesem Spiel. Und auch, wenn wir momentan maximal zu Viert spielen können, ist Spaß programmiert. Dazu tragen Modifizierungen der Regeln bei. Wer mit seiner letzten Figur unmittelbar vor dem Spielende steht und dann eine Sechs würfelt, muss die Runde nochmal drehen... Fies, aber unterhaltsam. Und so einfach und ganz ohne Computer.

Beim Kramen im Wohnzimmerschrank fiel mir übrigens noch eine Rarität in die Hände: Ein Schachspiel, bei dem König, Dame, Springer, Bauern & Co. per Magnet am Brett haften. 1976 brachten es meine Eltern von einem Urlaub in der früheren Sowjetunion mit. Ich erinnere mich, dass ich damals null Ahnung vom Königsspiel hatte und es mit Hilfe meines Vaters erlernte.

Kurz vor Weihnachten haben wir das Spiel nach vielen Jahren entstaubt und wieder benutzt. Längst läuft mir mein Sohn den Rang ab – da war ich wohl ein guter „Lehrer“. Und während wir so über dem jeweils nächsten Schachzug grübelten, versuchte sich der „Rest“ der Familie auf dem Teppichboden beim „Flohhopser“. Wer kennt das eigentlich noch? Schauen Sie doch mal in Ihrem Schrank nach!

Auf die Matte, fertig, los!

Von Catharina Karlshaus

Landkreis. Das eigenartige Jahr 2020 hat besondere Dinge hervorgebracht. Neben all dem, was und vor allem wer aufgrund der zahlreichen Beschränkungen plötzlich im Leben fehlt, ist ein ganz neuer Aspekt dazu gekommen. Bei mir zum Beispiel ein schleichendes Gefühl der Dankbarkeit. Und zwar für unwiederbringlich gemeinsame Zeit mit meinen Töchtern.

Durch die momentanen Umstände sind die beiden Heranwachsenden unweigerlich an Heim und Herd gebunden und Überraschung - wir drei Mädels machen tatsächlich das Allerbeste daraus. Gemeinsam Filme gucken, miteinander schwatzen, kochen, backen und seit neuestem auch dafür sorgen, dass ein Teil der selbst produzierten Kaloriengaben wieder eigenverantwortlich abgebaut wird: Unser Wohnzimmer verwandelte sich dank einer enthusiastisch begeisterten 16-Jährigen in einen Sportraum.

Wer jetzt denkt, haha, bissel Powackeln und das war’s, der kennt sportbegierige Mädchen nicht! Wenn schon, denn schon, muss sie sich gesagt haben. Und kein Wunder auch! Wann bekommt dieser durchtrainierte Teenager schon einmal die Gelegenheit, die alte Mama auf die Matte zu bringen? Im wahrsten Sinne des Wortes. Nachdem noch die leise Andeutung von „wir könnten ja mal“ über der bequemen Couch hing, schritt meine geliebte Sportskanone schon zur Tat. Bereits drei Tage später wurden die professionellen Yogamatten nebst Bauchtrainer mit der Post geliefert und nach zwei Abenden akzeptierter Ausreden mütterlicherseits wurde es unweigerlich ernst. Die familiär ernannte Fitnesstrainerin erwartete Disziplin in eigener Sache und pünktlichen Trainingsbeginn unterm antiken Kronleuchter.

Auf die Matte, fertig, los: SZ-Redakteurin Catharina Karlshaus mit ihren Töchtern Luise und Johanna beim gemeinsamen Wohnzimmer-Sport.
Auf die Matte, fertig, los: SZ-Redakteurin Catharina Karlshaus mit ihren Töchtern Luise und Johanna beim gemeinsamen Wohnzimmer-Sport. © Foto: Kristin Richter

Praktisch bedeutet das seitdem: Zehn Übungen, kurze Pause und das Ganze dreimal. Während mein erstes Mal jammernd, japsend und zur allgemeinen Erheiterung nach Luft schnappend bereits nach einem Durchgang ermattet im Zuschauersessel endete, bin ich inzwischen begeistert bei der konditionierenden Sache. Zwar verkehren die Liegestütze und ich noch immer auf diplomatischer Ebene. Aber bei den Sit-ups - das Wort Rumpfbeugen ist im Sprachschatz meines Nachwuchses nicht mehr enthalten - bin ich schon Spitze. Ebenso der sogenannte Bein-Beuger aus dem Hüftstand und der Oberkörper-Beinkreuzer.

Inzwischen weiß ich nicht nur, was sich hinter all den Bezeichnungen, die zugegebenermaßen aus einem Fitness-Hochglanz-Magazin entstammen könnten, verbirgt, sondern auch, wie sämtliche eingerosteten Gliedmaßen sie umsetzen müssen. Meine Tochter erwies sich wiederum nicht nur als ziemlich fitte, sondern lobend geduldige Trainerin. Alle Übungen - man kann sie sich beispielsweise unter dem Suchbegriff Bauch-Beine-Po oder Workouts im Internet zusammenstellen - sind durchaus für Anfänger machbar.

Weiterführende Artikel

Neuer Audioguide im Bauernmuseum

Neuer Audioguide im Bauernmuseum

Mit Handy und PC kann die Zabeltitzer Einrichtung an 18 Stationen kennengelernt werden. Ein Bundesprogramm macht's möglich.

Mittlerweile radeln die Beine ganz unangestrengt zu lauter Musik in der Luft. Ja, wir Wohnzimmersportlerinnen haben an zwei Abenden in der Woche gut eine Stunde zusammen richtig Spaß. Zugegeben - manchmal auch nur die zwei Jüngeren von uns dreien bei der Begutachtung ihrer ambitionierten älteren Gefährtin. Eine, die aber langsam wieder eine konkrete Vorstellung davon hat, wo sich bestimmte Muskelgruppen befinden und beim Erspüren dieser Körperteile selbst auch Tränen lacht. Kurzum, das Sporteln in Familie ist wirklich zu empfehlen! Probieren Sie es doch einmal selbst aus! Ein Trainingsbeginn in der kommenden Ferienwoche wäre geradezu ideal. In diesem Sinne: Sport frei!

Die zehn besten Übungen für zuhause beispielsweise unter: www.gofeminin.de

Mehr zum Thema Großenhain