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Der erste Schultag

Die Erstklässler sind angekommen. Für Franziska Pohl, neue Schulleiterin in Großenhain, ist es gleichfalls ein besonderer Tag - auch ohne Zuckertüte.

Kurt Körk ist stolz. Gerade hat er den Ritterschlag für den Schuleintritt in die Grundschule „Am Bobersberg“ bekommen. Seine Schulleiterin Franziska Pohl ist nicht weniger aufgeregt.
Kurt Körk ist stolz. Gerade hat er den Ritterschlag für den Schuleintritt in die Grundschule „Am Bobersberg“ bekommen. Seine Schulleiterin Franziska Pohl ist nicht weniger aufgeregt. © Norbert Millauer

Großenhain. Der Freitag ist der Tag der „Ruhe vor dem Sturm“. Einzelne Kolleginnen bereiten am Vormittag die Räume der Grundschule „Am Bobersberg“ in Großenhain vor. Franziska Pohl hingegen sitzt an ihrem Schreibtisch und arbeitet sich durch einen Berg von Papier. Schon am frühen Morgen war sie im Alberttreff, um letzte Absprachen für die beiden Schuleingangsfeiern am Sonnabend zu treffen.

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Es wird für sie eine Premiere sein. Denn mit Beginn des neuen Schuljahres ist Franziska Pohl Schulleiterin der Einrichtung. Ob sie aufgeregt ist? Die Antwort kommt spontan und wie aus der Pistole geschlossen und ist ebenso kurz: „Oh ja“. Da unterscheidet sie sich wahrscheinlich kaum von den 43 Erstklässlern, die am Sonnabend aufgenommen werden - außer: „Eine Schultüte kriege ich wohl nicht“, sagt Franziska Pohl und lächelt.

Beförderung zur Schulleiterin kam überraschend

2013 übernahm die 34-Jährige zum ersten Mal eine 1. Klasse, begann in der Grundschule auf der Franz-Schubert-Allee. Einige Zeit fungierte sie dort auch als stellvertretende Leiterin. Dass sie jetzt Chefin „Am Bobersberg“ wird, kam letztlich aber auch für sie etwas überraschend. „Sicher strebt man so etwas auf lange Sicht an. Aber dass es so schnell geht ...“ Im Juni erhielt sie vom Landesamt für Schule und Bildung (LaSuB) den Bescheid, der 1. August war offiziell ihr erster Tag. Nach ihrem Urlaub ist Franziska Pohl nun seit zwei Wochen täglich in der Einrichtung anzutreffen.

162 Mädchen und Jungen werden im neuen Schuljahr in neun Klassen an der Grundschule unterrichtet. Franziska Pohl ist mitten in der Einarbeitung. „Viele Dinge sind für mich natürlich neu“, sagt sie. Doch Angst, sie nicht zu bewältigen, hat die selbstbewusste junge Frau nicht. Zumal sie auf die Hilfe ihrer Kolleginnen sowie ihrer ehemaligen Chefin zählen kann. Ihre größte Hoffnung: Es möge ein weitgehend „normales“ Schuljahr werden.

Testpflicht dreimal in der Woche

Gerade Bildungseinrichtungen mussten in den letzten anderthalb Jahren immer wieder erleben, wie sich wegen Corona die Lernbedingungen änderten. „Man weiß nicht, was auf einen zukommt“, übt sich Franziska Pohl in vorsichtigem Optimismus. Es gebe so viele Vorschriften, die auch ab Montag zu beachten sind. Dazu gehört die Testpflicht für die Schüler dreimal pro Woche. Sie findet jeweils vor der ersten Unterrichtsstunde statt. „Die Kinder müssen also pünktlich sein.“

Aus Erfahrung weiß Franziska Pohl, dass dies „am Anfang hektisch wird, vor allem für die Erstklässler“. Doch schnell ergänzt sie: „Kinder lernen sehr schnell.“ Die Einzelheiten seien rechtzeitig als Elternbrief weitergegeben worden - auch die Tatsache, dass für Kinder und Personal keine Maskenpflicht besteht, für die Eltern aber schon. Ebenfalls für alle wichtig: Es gibt für alle wieder Präsenzunterricht. Das sorgte schon in den vergangenen Wochen für große Erleichterung bei allen Beteiligten. Denn die Corona-Zeiten mit Homeschooling und fehlender Gemeinsamkeit hat allen tüchtig zugesetzt.

Lernen mit digitalen Tafeln

Franziska Pohl wird neben den Schulleiter-Aufgaben immerhin 13 Stunden selbst unterrichten, vorwiegend in den 1. und 3. Klassen. Dabei betritt sie persönlich noch einmal Neuland. Die Arbeit mit den digitalen Tafeln konnte sie in ihrer bisherigen Schule noch nicht praktizieren.

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Ihr Vertrag in der Grundschule gilt vorerst für ein Jahr. Was dann kommt, ist derzeit für die engagierte Schulleiterin noch kein Thema. Erst einmal so schnell wie möglich „einfuchsen“, so ihre Maßgabe. Das gesamte Spektrum ihrer neuen Arbeit werde sie erkennen, „wenn die Kinder und Lehrer endlich da sind“, sagt sie. Sicher wird sich dann auch ihre Aufregung irgendwann legen.

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