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Echte Männer stört kein Regen

Die Großenhainer zieht es trotz kühler Temperaturen am Himmelfahrtstag nach draußen. Beliebtes Ziel war zum Beispiel der Kupferberg.

Männertag auf dem Kupferberg: Carola und Jörg Küster sind mit Enkelin Frieda gekommen, weil sie gern hier sind und sich auf eine Bratwurst vom Grill freuen. Victoria Pietzsch (links) erfüllt ihnen den Wunsch.
Männertag auf dem Kupferberg: Carola und Jörg Küster sind mit Enkelin Frieda gekommen, weil sie gern hier sind und sich auf eine Bratwurst vom Grill freuen. Victoria Pietzsch (links) erfüllt ihnen den Wunsch. © Kristin Richter

Großenhain. „Die Welt ist ungerecht: Zum Muttertag war Kaiserwetter, heute kippt es wie aus Kannen.“ Ein Mann im frühen Rentenalter, seinen Namen möchte er in der SZ nicht genannt wissen, schmunzelt. Als am Donnerstag gegen 11 Uhr der Himmel vorübergehend seine Schleusen geschlossen hat, gehört er zu den ersten Gästen auf dem Großenhainer Kupferberg. „Wir sind gern hier oben - nicht nur zu Himmelfahrt“, sagt der Mittsechziger, der mit seiner Frau auf ein Bier und eine Bratwurst gekommen ist.

Improvisations-Experte: Ingo Englowski sorgte außerhalb des Gaststättenareals für ein bisschen musikalische Unterhaltung.
Improvisations-Experte: Ingo Englowski sorgte außerhalb des Gaststättenareals für ein bisschen musikalische Unterhaltung. © Kristin Richter

Nach und nach füllt sich das Areal vor der Gaststätte. Die Einrichtung hatte angekündigt, auch bei schlechtem Wetter Bratwurst, Kesselgulasch und natürlich ein „kühles Blondes“ to go anzubieten. Co-Geschäftsführer Kai-Michael Riepert ist mit der frühen Resonanz zufrieden. „Wir erwarten heute keine großen Gruppen“, sagt er angesichts der nach wie vor geltenden Corona-Regeln. Aber die Sehnsucht der Menschen nach etwas Abwechslung sei unter anderem ausschlaggebend gewesen, zu Himmelfahrt etwas anzubieten. Und außerdem ein sicher nicht ganz unwichtiger Aspekt: „Wir haben gemerkt, dass viele die Nase voll von Flaschenbier haben und sich auf ein frisch Gezapftes freuen“, so Kai-Michael Riepert mit einem Schmunzeln.

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Nicht nur deshalb ist Ingo Englowski bestgelaunt. „Wir treffen uns hier mit ein paar Kumpels - auch, weil wir damit den Gaststättenbetreibern in diesen Zeiten Unterstützung geben wollen“, sagt er. Und zeigt auch gleich, wie man als Gast improvisieren kann. In Sekundenschnelle hat er außerhalb des Geländes eine kleine Musikbox installiert.

Justin Moses, Azubi in der Kupferberggaststätte, ist der Mann fürs "frisch Gezapfte" an diesem Tag.
Justin Moses, Azubi in der Kupferberggaststätte, ist der Mann fürs "frisch Gezapfte" an diesem Tag. © Kristin Richter

Das freut die inzwischen zahlreich gekommenen Leute. Längst sind es nicht nur Männer - der Trend zum Familientag an Himmelfahrt hat sich seit ein paar Jahren durchgesetzt. Klar, das Feiern in den gewohnten größeren Runden muss aus Pandemiegründen zum zweiten Mal zurückstehen. „Normalerweise sind wir an diesem Tag mit unseren Vereinen unterwegs“, sagen zwei Männer. „Aber das geht ja nun einmal nicht.“ Deshalb haben sie sich für „ein Bierchen im kleinen Kreis“ entschieden.

Am Grill muss inzwischen permanent nachgerüstet werden. Das Bratwurstgeschäft läuft auf Hochtouren. Kai-Michael Riepert schaut kurz in die Runde. Jetzt, um die Mittagszeit, hat er eigentlich mit seinem Team in der Küche alle Hände voll zu tun. Denn zum Feiertag ist das Interesse am Abhol- und Lieferservice von Menüs vergleichsweise groß. Dass so viele Besucher gekommen sind, freut den Chef. Er hofft auf den Nachmittag - und dass der Regen aufhört. Aussuchen kann er sich das Wetter sowieso nicht. Rieperts Blick geht deshalb schon in die Zukunft. „Wir hoffen auf Pfingsten“, formuliert er das nächste Etappenziel. Ständig im Blick die sinkenden Inzidenzzahlen in Sachsen. „Vielleicht“, so die Hoffnung des Gaststätten-Chefs, „können wir ja dann wenigstens die Außenbereiche öffnen.“

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