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Ein bisschen schwitzen vor der Abkühlung

Das Großenhainer Bad ist seit Samstag geöffnet. Vor dem Betreten sind einige Formalien zu erledigen. Die Einrichtung hat sich darauf vorbereitet.

Stammbader Wolfgang Trobisch (71) ließ sich den Besuch zum Saisonauftakt nicht nehmen. Security-Mann Thomas Teifke (rechts) hat ein waches Auge bei der Erledigung der Formalitäten am Eingang.
Stammbader Wolfgang Trobisch (71) ließ sich den Besuch zum Saisonauftakt nicht nehmen. Security-Mann Thomas Teifke (rechts) hat ein waches Auge bei der Erledigung der Formalitäten am Eingang. © Foto: Thomas Riemer

Großenhain. Martin Lehmann hat schon vor der offiziellen Eröffnung ein paar Schweißperlen auf der Stirn. Die ersten Gäste im Großenhainer Naturerlebnisbad stehen an diesem Samstag schon beizeiten vor dem Tor. Schwimmmeister Lehmann begrüßt jeden der Stammbader mit coronagerechtem Antippen - und muss viele Fragen beantworten. Denn vor den Eintritt hat der Gesetzgeber einige Formalien gelegt. Nur vollständig Geimpfte, Genesene oder Gäste mit einem tagesaktuellen negativen Corona-Test dürfen auf das Areal. Zusätzlich muss jeder seine persönlichen Angaben zur Kontaktnachverfolgung hinterlassen.

Thomas Teifke hofft insgeheim, dass sein Job im Bad von begrenzter Dauer ist. Er ist Mitarbeiter von Donner Security und überwacht und kontrolliert, dass auch wirklich jeder Badewillige die entsprechenden Nachweise dabei hat. Den Überblick behalten, ist dabei wichtig. Teifke hat im Vorfeld eine Unterweisung bekommen, was alles zu kontrollieren ist. Wegschicken muss er beim ersten "Schwung" niemand. Gerade die Älteren unter den Stammbadern sind zum Teil schon doppelt gegen Corona geimpft. Untereinander hat man sich in den letzten Tagen per Telefon ausgetauscht, wo in der Kürze der Zeit noch ein tagesaktueller Test zu kriegen ist. Und im absoluten "Notfall" kann man sich auch am Bad-Eingang selbst testen - unter Aufsicht eines Bad-Mitarbeiters mit einem selbst mitgebrachten Testkit. Martin Lehmann stellt diesbezüglich klar, dass es im Bad diese Testkits nicht zu erwerben gibt. Und bei großem Andrang könnten bei den Selbsttests auch Wartezeiten entstehen, weil die Mitarbeiter mit der Bad-Aufsicht beschäftigt sind.

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Uwe Hanneck, Großenhainer Urgestein und heimlicher Chef der Stammbader, hat inzwischen seine ersten Bahnen bei 19 Grad Wassertemperatur gezogen. Schon vor ein paar Tagen hatten sich einige Unentwegte getroffen - am 15. Mai, dem eigentlich traditionellen Öffnungstermin eines jeden Jahres. Doch Corona machte einen Strich durch die Rechnung - wie schon 2020, als es erst am 1. Juni grünes Licht gab.

Wolfgang Trobisch hat ein bisschen Verspätung. Auch er ist Stammbader, kommt aus dem brandenburgischen Hirschfeld so oft wie möglich ins Naturerlebnisbad. "Eigentlich jeden Tag - im letzten Jahr 83 Mal", erzählt der 71-Jährige. Am 23. Juni hat er einen Termin für die zweite Corona-Impfung - aber am Sonnabend den negativen Tagestest dabei. "So lange das nötig ist, lasse ich mich eben testen", sagt er nachdenklich.

Angesichts von Sonne und Lufttemperaturen jenseits der 20-Grad-Grenze ist der Besuch am Vormittag schon recht rege. "19 Grad im Wasser?" Eine Radfahrerin schaut ungläubig. Jetzt "muss" sie ins Wasser. Denn genau jenen Wert "habe ich mir als Minimum gesetzt". Andere kommen, um Fragen beantwortet zu bekommen - Secutity-Mann Thomas Teifke ist darauf vorbereitet. "Geimpft, getestet oder genesen" - das ist die Faustregel. Ausnahmen bilden Kinder bis zum sechsten Lebensjahr laut Corona-Verordnung. Maskenpflicht gilt in den Sanitärbereichen sowie zum Beispiel in der Warteschlange am Imbiss. Im Wesentlichen gelten ansonsten jene Regeln, die schon im Vorjahr im Hygienekonzept verankert waren. Darunter auch eine zulässige Besucherzahl von maximal 515 zum gleichen Zeitpunkt.

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