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"Wie ein Sechser im Lotto"

Kmehlen erhält ein neues Feuerwehrhaus und Fahrzeug. An einem Tag. Das gibt es im Landkreis selten. Gefeiert wird trotzdem mit An- und Abstand.

Ein eigener Spaten für den Kreisbrandmeister: Ingo Nestler hat großen Anteil, dass die Kmehlener jetzt über ein neues Gerätehaus und ein modernes Fahrzeug verfügen.
Ein eigener Spaten für den Kreisbrandmeister: Ingo Nestler hat großen Anteil, dass die Kmehlener jetzt über ein neues Gerätehaus und ein modernes Fahrzeug verfügen. © Klaus-Dieter Brühl

Priestewitz. Manuela Gajewi ist spürbar aufgeregt. Die Stimme der Priestewitzer Bürgermeisterin droht zu versagen, die Augen sind feucht - vor Freude. Kreisbrandmeister Ingo Nestler gesteht, dass er gleichfalls Freudentränen unterdrücken muss. Denn: „Heute ist Weihnachten und Silvester in Kmehlen“, sagt er. Dass eine Ortsfeuerwehr am gleichen Tag, ein neues Gerätehaus und gleichzeitig ein neues Fahrzeug übernehmen kann, „gibt es im Landkreis Meißen erst zum dritten Mal“. Rund eine dreiviertel Million Euro sind dafür geflossen, und Ingo Nestler hat wesentlichen Anteil, dass etwa 400.000 Euro davon aus Fördertöpfen stammen.

Für die Kmehlener Feuerwehrleute geht damit ein Traum in Erfüllung. Bislang mit einem B 1000 ausgerüstet, verfügen sie nun über ein modernes. Dabei handelt es sich um ein Mittleres Löschfahrzeug (MLF) vom Typ MAN. Das wurde schon im Frühjahr geholt, musste aber zunächst anderweitig abgestellt werden. Im neuen Haus verfügt die Ortswehr jetzt nicht nur über einen normgerechten Stellplatz, sondern auch beste Bedingungen für die 14 aktiven Kameraden. Vier weitere konnte Ortswehrleiter Uwe Höppchen zur Feierstunde am Sonnabend offiziell begrüßen. Die Verstärkung wird auch nötig sein, denn mit dem neuen Fahrzeug wird es sicherlich künftig auch mehr Einsätze für die Kmehlener Kameraden geben.

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Ein reichliches Jahr Bauzeit liegt hinter allen Beteiligten. Der Standort des Gerätehauses am Kmehlener Dorfrand war nicht unumstritten. Doch letztlich, so Bürgermeisterin Gajewi, sei es auch dem Gemeinderat zu danken, dass es am Ende schnell und mit einem fast reibungslosen Bauablauf über die Bühne ging. Für Kreisbrandmeister Nestler wiederum sind „viele glückliche Umstände“ zusammengekommen. „Das Ergebnis ist sehr, sehr gut geworden“, lobt Nestler.

Wilfrid Bienia ist ein Kmehlener Urgestein. In der Bauphase kümmerte er sich ehrenamtlich um die vielen kleinen Dinge. Bezogen auf die Arbeit der Feuerwehrleute wird er nachdenklich. „Ich verstehe nicht, dass der Staat das Ehrenamt so wenig fördert“, sagt
Wilfrid Bienia ist ein Kmehlener Urgestein. In der Bauphase kümmerte er sich ehrenamtlich um die vielen kleinen Dinge. Bezogen auf die Arbeit der Feuerwehrleute wird er nachdenklich. „Ich verstehe nicht, dass der Staat das Ehrenamt so wenig fördert“, sagt © Klaus-Dieter Brühl

Zum Erfolg gehören viele gute Seelen. Wilfrid Bienia ist eine davon. Mit 70 Jahren fühlt sich der Ur-Kmehlener seit 1967 mit der Feuerwehr verbunden, auch wenn er nicht mehr zu den aktiven Kameraden zählt. Doch der Bau des neuen Gerätehauses hat ihn nicht losgelassen. Fast täglich war er vor Ort, gab den Bauleuten Tipps und Hinweise. „Ich habe ein bisschen mit an der Schraube gedreht, damit alles klappt“, sagt er mit bescheidenem Unterton. Aber halbe Sachen sind sein Ding nicht. „Ich bin so erzogen, dass wir das hier auch richtig machen“, sagt Wilfrid Bienia.

Es ist eine Feier im kleinen Rahmen - wegen Corona mit An- und Abstand. Doch Feuerwehren aus umliegenden Orten lassen es sich nicht nehmen, den Kmehlenern zu Haus und Auto zu gratulieren. Sogar die Floskel vom „Sechser im Lotto“ wird angesichts der freudigen Umstände neidlos verwendet. Die Einwohner von Kmehlen wiederum werden vom neuen Standort gleichfalls profitieren. Denn hier soll die Gemeinschaft einen Ort finden, wo gemeinsam gefeiert werden kann. Auch wenn Strom- und Wasseranschluss im Außenbereich „vergessen“ wurden. Aber, so Kreisbrandmeister Nestler schmunzelnd: „Das ist noch umsetzbar.“

Nicht zuletzt sind die neuen Errungenschaften von Pfarrer Sebastian Zehme gesegnet worden. „Hier wurden Schwerpunkte an der richtigen Stelle gesetzt“, sagt er. Mit Bezug auf die künftigen Nutzer sei es „schön, dass sich Leute finden, um entstandene Not zu lindern“.

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