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Endlich wieder unbeschwert skaten

Stefani Herrmann hat die Rückkehr auf die Großenhainer Rollsportbahn herbeigesehnt. Tochter Jody hat trotz Corona einen Leistungssprung geschafft.

Stefani Herrmann vom Großenhainer Rollsportverein macht sich stark, um das Vereinsleben nach Corona wieder mit anzukurbeln. Tochter Jody hat den Re-Start bereits mit Edelmetall bei Meisterschaften geschafft.
Stefani Herrmann vom Großenhainer Rollsportverein macht sich stark, um das Vereinsleben nach Corona wieder mit anzukurbeln. Tochter Jody hat den Re-Start bereits mit Edelmetall bei Meisterschaften geschafft. © Kristin Richter

Großenhain. Die Wetterprognose fürs Wochenende ist mehr als bescheiden. "Na und!? Dann schlafen wir eben in der Halle!" Stefani Herrmann, Trainerin und eine der maßgeblichen Muttis beim Großenhainer Rollsportverein, klingt beinahe trotzig. Normalerweise wären am letzten August-Wochenende auf dem 200-Meter-Oval die Internationalen Rollsporttage. Zum zweiten Mal in Folge fallen sie aus. Doch Stefani Herrmann und eine ganze Reihe Unentwegter wollen zumindest den einheimischen Aktiven ein bisschen Flair zurückgeben. Erst einmal vereinsintern, am 18. September dann in größerem Rahmen.

Tochter Jody dreht derweil ihre Runden. Die Elfjährige ist trotz Corona völlig überraschend in die Spitze der deutschen Inline-Speedskater aufgestiegen. Mit Edelmetall bei den Deutschen und den Norddeutschen Meisterschaften. "Endlich wieder Kontakte. Freunde treffen", kommentiert sie kurz und knapp ihre Gefühlslage. Von November bis April musste sie nicht nur sportlich auf eben jene Kontakte verzichten. Online-Training und Home-Schooling - welch ein "Ersatz".

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Stefani Herrmann bestätigt: "Das war schwierig". Sohn Phil (14), eigentlich eins der größten Talente beim GRV, hat sich in dieser Zeit vom Rollsport losgesagt. Pubertät war ein Grund, aber auch fehlende Motivation - und auch die selbst gewonnene Erkenntnis, dass Corona den Sport in den Hintergrund drückte. Da ist er kein Einzelfall - und Mutti Stefani ist zwar etwas traurig, aber "man kann niemanden zwingen". Groll hegt sie nicht.

Stefani Herrmann schaut nach vorn. Im Rollsportverein spüre sie, dass viele mit am Strang ziehen, um die jungen Sportler zu motivieren. Zwar ist der Wettkampfkalender für das laufende Jahr ziemlich leer, gibt es im zweiten Jahr hintereinander keinen Anreiz im Sachsen-Thüringen-Cup (SaThü). Aber allein schon das gemeinsame Training schweißt die Skater wie auch die Eltern wieder spürbar zusammen. Gerade dieser Elternverbund ist beim GRV seit jeher ein Garant, um die Wettkämpfe in Großenhain selbst abzusichern, aber auch die Wochenenden mit den Rennen in Gera, Eisenach, Arnstadt, Leipzig oder Meißen zu organisieren.

Stefani Herrmann hat eine Elternsportgruppe ins Leben gerufen. Jeden Mittwoch treffen sich die Teilnehmer, viele kommen aus dem Großenhainer Rollsportverein. Es geht um gemeinsame Bewegung, Spaß an der Gemeinsamkeit, das Sich-wieder-Zusammenfinden nach der Pandemiezeit.

Auf das Wochenende mit den Sportlern freuen sich Stefani und Jody Herrmann. Rund 20 Kinder werden gruppen-übergreifend in der Rollsporthalle übernachten und am Sonnabend Spiel und Spaß erleben. Es ist wie ein Neuanfang - für die Kinder wie auch die Eltern.


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