merken
PLUS Großenhain

Es grünt auf der Jahnwiese

Der Großenhainer Fußballverein hat die Corona-Zwangspause vielfältig genutzt. Der neue Rasenplatz soll aber nur der Beginn sein.

Vor dem Winter noch "rote Erde", wächst jetzt auf dem ehemaligen Hartplatz auf der Jahnkampfbahn saftiges Grün.
Vor dem Winter noch "rote Erde", wächst jetzt auf dem ehemaligen Hartplatz auf der Jahnkampfbahn saftiges Grün. © Kristin Richter

Großenhain. Das sieht die Führungsetage des Großenhainer Fußballvereins gern: Der Rasen sprießt - und das nicht nur auf dem Hauptplatz, sondern auch dem früheren Hartplatz. Der war auch unter den Spielern als "rote Erde" verschrien. Jetzt sind die ersten zarten Hälmchen dort zu sehen, der erste Schnitt - übrigens per Handarbeit - steht bevor. "Wir haben da auch ein bisschen Glück im Unglück gehabt", beschreibt Vize-Vereinschef Wolfgang Griesche die Arbeiten, die seit Jahresbeginn andauern. Denn die Plätze durften für Trainings- oder Spielbetrieb nicht genutzt werden, "und so hatten wir Baufreiheit", sagt Griesche.

Natürlich hätte man beim GFV auf diese Umstände gern verzichtet. Dass jetzt endlich wieder trainiert werden kann und sich vor allem die Nachwuchskicker wieder auf dem Fußballplatz treffen dürfen, ist für den Vereinsvorsitzenden Andreas Vogel eine "Rückkehr zur Normalität" nach mehr als 200 Tagen Abstinenz. "Wir haben als Verein die fußballfreie Zeit trotzdem genutzt", fügt er hinzu. Die ersten Trainingseinheiten hätten gezeigt, dass die Spieler "heiß" sind. Schon verzeichnet der GFV in den unteren Altersklassen knapp 30 Neuanmeldungen. Das macht Mut.

Anzeige
Der kaufmännische Blick
Der kaufmännische Blick

Elektrotechnikermeister Marco Schober absolviert in njumii berufsbegleitend die Weiterbildung zum Betriebswirt.

Natürlich steht der Neubau des Rasenplatzes im Fokus. Dank der Hilfe einheimischer Unternehmen gingen die Arbeiten nahezu im Zeitplan und zügig voran. Im Herbst, so das Nahziel, sollen vor allem Jugend-Teams hier trainieren und spielen können. Und da jetzt auch wieder Arbeitseinsätze möglich sind, werden Vereinsmitglieder in den nächsten Wochen Stück für Stück mit Hand anlegen, um das Nahziel zu erreichen. Arbeit gebe es genug, so Wolfgang Griesche. Und der Verein stehe diesbezüglich in der Pflicht. Zwar gibt es seitens der Stadt einen Zuschuss von 80.000 Euro - doch die Umgestaltung kostet rund das Dreifache und muss unter anderem über Eigenbeteiligung des GFV bewerkstelligt werden.

Für Andreas Vogel und Wolfgang Griesche ist der neue Rasenplatz eine erste wichtige Etappe auf dem Weg der Umgestaltung der Jahnkampfbahn "zu einem Sportpark für Bürger, Freizeit und Vereine", so Vogel. Mittelfristig steht unter anderem die Erweiterung des Vereinsheims auf dem Plan. Sie ist zum Beispiel nötig, weil die vier vorhandenen Umkleidekabinen künftig zu knapp werden. In ferner Zukunft, so die Vision, soll es weitere großangelegte Bauabschnitte geben. Aber dafür gibt es noch keinen Zeit- oder Finanzrahmen.

Die Vereinsführung hofft nun, dass nach der langen Zwangspause mit den ersten Testspielen auch die Fans des runden Leders wieder auf die Jahnkampfbahn finden. "Immerhin ist von der Umgestaltung nun etwas zu sehen - und das wird die Leute animieren", so Andreas Vogel. Auch dazu, sich finanziell zu bekennen. Denn noch ist der symbolische Kauf von einem Quadratmeter des neuen Rasens auf dem früheren Hartplatz als Sponsorenbeitrag möglich.

Stolz ist man im Verein, dass während der Corona-Pause auch nebenan etwas getan wurde - im Vereinsheim am Stadion der Freundschaft. Mit viel Eigeninitiative wurde es hergerichtet. Denn ein paar Jahre wird das Stadion an der Mückenschänke dem GFV noch als Trainings- und Spielstätte dienen. Irgendwann aber, wenn die Jahnkampfbahn modernisiert wird, ist das vorbei.

Mehr zum Thema Großenhain