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"Es nagt an den Jungs"

Der Fußball rollt beim Großenhainer Nachwuchs auf Corona-Sparflamme. Eine Spende vom Lions-Club kommt für die E-Jugend trotzdem zur rechten Zeit.

Training mit Abstand und neuen Bällen: Die 1. E-Jugend-Mannschaft des Großenhainer Fußballvereins ist froh, wieder im Stadion im Stadtpark gemeinsam mit ihren Übungsleitern Diethard Preuß (links stehend) und Lars Köhler trainieren zu können.
Training mit Abstand und neuen Bällen: Die 1. E-Jugend-Mannschaft des Großenhainer Fußballvereins ist froh, wieder im Stadion im Stadtpark gemeinsam mit ihren Übungsleitern Diethard Preuß (links stehend) und Lars Köhler trainieren zu können. © Foto: Thomas Riemer

Großenhain. Diethard Preuß "dirigiert" wie zu normalen Trainingseinheiten seine Kicker der 1. E-Jugend-Mannschaft auf dem Rasen im Stadion der Freundschaft im Stadtpark. Gemeinsam mit seinem Co-Trainer Lars Köhler kann der 62-Jährige die acht Jungs der Mannschaft gut in die geforderten Kleingruppen verteilen. 15 grüne, nagelneue Bälle stehen zur Verfügung - gestiftet vom Großenhainer Lions-Club. Er ist seit Jahren Hauptsponsor der E-Jugend, sichert beispielsweise die jährlichen Hallenturniere im Januar mit ab. "Weil das aber in diesem Jahr ausfallen musste, haben uns die Lions die 15 Bälle gestiftet", erklärt Diethard Preuß. In der Vergangenheit gab es immer mal solche Hilfe, wenn der Bedarf da war. So gingen beispielsweise auch Regenjacken oder Spielergarnituren vom Sponsor an die Mannschaft.

Diethard Preuß ist derweil froh, die kleinen Kicker endlich wenigstens wieder ein bisschen trainieren zu können. Viele Wochen und Monate war das so gut wie nicht möglich. "Wir haben die zweite Saison keine Meisterschaft, keine Pokalwettbewerbe, keine Kinder- und Jugendspiele, keine Turniere", beschreibt Diethard Preuß die Situation. "Das legt sich bei den Jungs aufs Gemüt, es nagt an ihnen", ist er sicher.

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Man merkt dem Feuereifer der Nachwuchsteams an, dass sie froh sind, endlich wieder dem runden Leder nachjagen zu dürfen. Gleich drei Teams des Großenhainer Fußballvereins stehen an diesem sonnigen Nachmittag auf dem Rasen - die Größe des Stadions macht es möglich. Überhaupt sind die Bedingungen nahe der Mückenschänke optimal. Der Verein hat in der Corona-Zwangspause die Umkleideräume analog der Verschönerung im Vereinsheim auf der Jahnkampfbahn aufgehübscht - auch wenn sie derzeit leider nicht genutzt werden dürfen. Dass die Sportstätte irgendwann vom GFV nicht mehr genutzt wird, sei daher schade, so Diethard Preuß. Doch andererseits entstehe ja auf der Jahnkampfbahn gerade ein neuer Rasenplatz. "Eine schöne Sache", findet der erfahrene Coach.

Seit 31 Jahren ist Diethard Preuß Trainer beim GFV. Viele Talente gingen durch seine Schule, und auch der aktuelle Jahrgang ist vielversprechend. Doch von insgesamt zehn Kindern muss er sich verabschieden, sie wechseln komplett in die nächsthöhere Altersklasse. "Trotz Corona hatten wir zum Glück keine Abgänge", ist Preuß erleichtert. Das könne man gar nicht hoch genug anrechnen, da ja trotz der verordneten Pause auch Mitgliedsbeiträge anfielen. Doch der Verein versuchte altersübergreifend, seine Spieler zu motivieren und bei der Stange zu halten. Mit diversen Online-Trainingseinheiten zum Beispiel. Der Kontakt zu Spielern wie Eltern war über Chatgruppen jederzeit möglich - auch das motiviert ein kleines bisschen.

Hinzuschmeißen - das war für Diethard Preuß und seine Trainerkollegen in dem schweren Jahr kein Thema. "Klar, ich hab mich daran gewöhnt, etwas mehr Freizeit zu haben", sagt er und schmunzelt. Corona habe den Rhythmus verändert, zumal er selbst im November 2020 daran erkrankte. Zum Glück nur mit leichten Symptomen. "Ich habe einen Tag flach gelegen, hatte zwei Monate ständige Kopfschmerzen, musste vier Wochen in Quarantäne", so Diethard Preuß.

Der Blick geht nach vorn. In den nächsten Tagen werden beim GFV die Mannschaften inklusive Trainer für die neue Saison formiert. "Auf jeden Fall noch zwei Jahre" will Preuß die Kinder trainieren - vielleicht ja auch länger. Denn schon jetzt gebe es das Drängen von Eltern, die ihn zum Längerbleiben überreden wollen.

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