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Fernsehdreh im Tierschutzhof

Die Schützlinge der Blatterslebenerin Simone Staatz werden Ende Dezember in der MDR-Sendung „Tierisch tierisch“ zu sehen sein.

Von Manfred Müller
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Ein Kamerateam des MDR filmte zu Wochenbeginn auf dem Tierschutzhof Staatz in Blattersleben für die Sendung "Tierisch tierisch".
Ein Kamerateam des MDR filmte zu Wochenbeginn auf dem Tierschutzhof Staatz in Blattersleben für die Sendung "Tierisch tierisch". © Norbert Millauer

Blattersleben. Erst im Oktober hat sie einen Preis verliehen bekommen: Simone Staatz betreibt im Priestewitzer Ortsteil Blattersleben einen Gnadenhof für alte, kranke und herrenlose Nutztiere. Enten, Hühner und Hunde fanden hier ein neues Zuhause, aber auch Pferde und Schweine. Die Leser der Zeitschriften „Funk Uhr“ und „Super TV“ hatten die 50-Jährige mit großer Mehrheit für den mit 1.000 Euro dotierten Leserpreis nominiert. Auch die MDR-Moderatorin Uta Bresan war bei der Veranstaltung des Deutschen Tierschutzbundes in Berlin dabei. Die Dresdnerin gestaltet schon seit 1994 die Sendung „Tierisch tierisch“. Am Montagmorgen nun kam ein Drehteam nach Blattersleben, um den Gnadenhof in ihrer Sendung zum Thema zu machen. Vier Stunden lang stapften Autorin Heidi Gruner und ihre beiden Mitstreiter in der Novemberkälte durch die Gehege. Ein ziemlicher Aufwand, denn nach dem Schnitt werden gerade einmal vier Minuten über den Sender gehen. „Es war ziemlich schlammig, aber auch sehr interessant“, sagt Simone Staatz. Die Blatterslebenerin blieb dabei gelassen; es war immerhin schon der dritte MDR-Dreh, bei dem sie dabei gewesen ist. Gesendet wird das Material am Mittwoch, 29. Dezember, ab 19.50 Uhr.

Der Tierschutzhof am Bäckerweg ist noch relativ jung. Als gelernte Tierpflegerin hatte Simone Staatz zwar schon immer ein besonderes Verhältnis zu Vier- und gefiederten Zweibeinern, aber später war sie in der Altenpflege tätig, und so geriet Beschäftigung mit Tieren etwas ins Hintertreffen. Die Initialzündung für ihr Engagement erfolgte im Sommer vorigen Jahres. „Da ging es im Fernsehen um das Schicksal von zwei Minischweinen“, erzählt Simone Staatz. „Die waren vom Erfurter Veterinäramt beschlagnahmt worden, und wenn sich niemand gefunden hätte, der sie zu sich nimmt, wären sie zum Schlachter gekommen.“ Bocki und Knacki haben in Blattersleben ihr Zuhause gefunden und werden auch bis an ihr natürliches Lebensende hierbleiben. Wallach Piedus und Pony Drops kamen über Kontakte zur polnischen Centaurus-Stiftung auf den Gnadenhof. Die Tierschutzorganisation hat es sich Aufgabe gemacht, Pferde vor dem Metzgermesser zu bewahren. „Angefangen haben wir mit einer großen Kaltblutstute“, schildert Simone Staatz. Mittlerweile seien bereits fünf Pferde in ihrer Obhut. Dadurch, dass sie die Sache übers Internet bekannt gemacht hat, wurden bereits weitere Tiere in Deutschland adoptiert. Mops Rocky wiederum stammt aus Ungarn, wo er als „Vermehrungshund“ ein klägliches Dasein fristete, und die zutrauliche Herdenschutzhündin Eria war in den spanischen Bergen ausgesetzt worden.

Eine derart bunt gemischte Tier-WG will versorgt sein. Deshalb kann Simone Staatz das Tierschutz-Preisgeld gut gebrauchen. Die Unterkünfte für die Hängebauch- und Minischweine müssen ausgebaut werden; auch die Entwurmung ist nicht umsonst. Und die Pferde brauchen Decken für den Winter. Für einige ihrer Schützlinge hat die Blatterslebenerin Patenschaften vergeben. Dadurch kommen regelmäßig Spenden herein. Den Betrieb am Laufen aber halten die Gnadenhof-Betreiberin und ihre Familie, speziell die Töchter Louisa (16) und Elena (13). Nicht alle Pensionsgäste am Bäckerweg bleiben auf Dauer. Einige Tiere, wie Kaninchen, Schildkröten, Ziegen und Schafe, konnten schon in ein neues Zuhause weitervermittelt werden. Von ihrem erneuten Auftritt im MDR-Fernsehen erhofft sich Simone Staatz mehr Aufmerksamkeit für ihren Tierschutzhof und natürlich auch neue Spender, Paten und Pflegeeltern für ihre Schützlinge.