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Ortsteile buhlen um künftige Wohngebiete

Großenhain ringt um einen Flächennutzungsplan. Noch vor der Sommerpause sollen wichtige Weichen gestellt werden.

Die Baudaer sind mit den Plänen zu künftigen Wohnstandorten weitgehend zufrieden. Andere Ortsteile haben größere Begehrlichkeiten.
Die Baudaer sind mit den Plänen zu künftigen Wohnstandorten weitgehend zufrieden. Andere Ortsteile haben größere Begehrlichkeiten. © KD BRUEHL

Großenhain. Um die Bevölkerungsentwicklung in der Röderstadt ranken sich seit vielen Jahren die Debatten und Prognosen. Unter anderem in der Leitbild-Erarbeitung 2019/20. Die Planer gingen darin von zwei möglichen Szenarien aus. Einerseits, dass sich die Zahl der Einwohner weiter leicht verringert. Oder aber, dass mit der Entwicklung des Industriegebietes Flugplatz und damit verbundenen Unternehmensansiedlungen ein spürbarer Zuzug in die Region erfolgt.

Auch unter diesem Aspekt kommt einem Flächennutzungsplan für die Stadt eine gehörige Bedeutung zu. "Wir arbeiten derzeit am Vorentwurf des Flächennutzungsplanes", sagt Großenhains Pressesprecherin Diana Schulze. Also noch nicht einmal am Entwurf selbst. "Dadurch können wir bereits zum frühestmöglichen Zeitpunkt Hinweise, Anregungen und Wünsche aufnehmen und einbeziehen", ergänzt sie.

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Gemeint sind damit zum Beispiel die Stellungnahmen der Ortsteile der Stadt. Seit Oktober/November 2020 haben die Ortschaftsräte und der Stadtrat Gelegenheit, Stellung zum Vorentwurf des Flächennutzungsplanes zu nehmen.

Und da heben sich inzwischen schon ein paar Wünsche und Begehrlichkeiten heraus, wenn es unter anderem um die künftige Ausweisung von Wohnbaustandorten geht. So vermissen beispielsweise die Wildenhainer, dass im derzeit vorliegenden Diskussionspapier ein schon einmal enthaltener Standort auf der Skassaer Straße/Rodaer Weg plötzlich nicht mehr auftaucht. Dabei, so die Argumentation, habe sich die Stadt doch gerade im Leitbild dazu erklärt, das Wohnen auf dem Lande attraktiver gestalten zu wollen. Leise Kritik aus Wildenhain wurde jüngst auch deshalb laut, weil die vorliegenden Pläne für Zabeltitz keine solchen gravierenden Einschnitte für künftige Wohnbaustandorte vorsehen.

Anders im Nachbarort Bauda. "Wir sind als Baudaer mit unserem existierenden Baugebiet Wildenhainer Straße, was jetzt das Gebiet westlich der Baudaer Hauptstraße ist, im Gesamt-Flächennutzungsplan der Stadt Großenhain berücksichtigt worden", so der Ortschaftsratsvorsitzende Lars Dronigke auf SZ-Anfrage. Dieses Baugebiet sei in einer vergangenen öffentlichen Sitzungen unter Austausch mit dem Stadtplaner erörtert und mit in den FNP aufgenommen worden. "Von daher sollten keine Bedürfnisse unsererseits offen sein", so Dronigke.

Inwieweit die Dörfer zusätzliche Wünsche haben, können sie in der jetzigen Phase äußern. "Stellungnahmen von Ortschaftsräten und aus dem Stadtrat gehen gegenwärtig ein", so Diana Schulze. Ob Wünsche „gravierend“ abweichen, lasse sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht belastbar sagen, "da uns hierfür noch nicht ausreichend Zeit zur Sichtung und Bewertung zur Verfügung stand". Die Stellungnahmen werden gesammelt und gebündelt an das beauftragte Planungsbüro Richter+Kaup zur Prüfung und Einarbeitung in den Vorentwurf weitergeleitet. Im April soll der überarbeitete Vorentwurf der Stadtverwaltung wieder vorliegen. "Dazwischen liegen sicher sehr viele inhaltliche und fachliche Abstimmungen zwischen der Verwaltung und dem Planungsbüro", glaubt die Sprecherin.

Noch vor der Sommerpause werde dem Stadtrat der Vorentwurf zum Beschluss vorliegen, außerdem seien eine öffentliche Einwohnerversammlung am 22. Juni und Angebote der (digitalen) Bürgerbeteiligung geplant.

Nach der Sommerpause geht es dann in die Erarbeitung des Entwurfes. Der Abwägungs- und Entwurfsbeschluss sowie der Abwägungs- und Feststellungsbeschluss sind für den Herbst/Winter 2021 geplant.

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