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Fröhliche Weihnachten in Großenhain?

Und ob, signalisieren die Stadtväter! Dennoch sei die Vorbereitung ein großer Spagat zwischen Adventsatmosphäre und Coronavorschriften.

Lang ist es her: Vor 13 Jahren entstand diese Aufnahme, in der Großenhains Weihnachtsmarkt wie immer gut besucht war. Eine heimelige Atmosphäre, welche die Organisatoren dieses Mal fordern wird.
Lang ist es her: Vor 13 Jahren entstand diese Aufnahme, in der Großenhains Weihnachtsmarkt wie immer gut besucht war. Eine heimelige Atmosphäre, welche die Organisatoren dieses Mal fordern wird. © Archivfoto: Klaus Dieter Brühl

Großenhain. Eines steht schon mal fest: Der Baum, welcher in diesem Jahr den Großenhainer Hauptmarkt schmücken soll, ist ein Südbrandenburger. Beheimatet in Großthiemig, wartet die 14 Meter hohe Nordmanntanne momentan noch in einem Garten auf ihren Einsatz. Gut einen Monat lang wird es noch dauern, denn erst am 11. November werden die Mitarbeiter des Bauhofes den prächtig gewachsenen Kavenzmann an den Ort seiner Bestimmung bringen und traditionell mit Lichtern sowie Herrnhuter Sternen schmücken.

Ein liebgewordenes Ritual, das besonders in diesem Winter mit klopfendem Herzen erwartet werden dürfte. Einerseits, weil gerade in Krisenzeiten wie dieser die Vorstellung von etwas Vertrautem wie der heimeligen Adventszeit etwas Ruhe in die aufgewühlten Seelen bringen könnte. Und andererseits, um dann endlich zu erfahren, ob der Wunsch nach fröhlicher Weihnachtsstimmung inmitten von Großenhain tatsächlich wahr werden darf. Dass der Baum schon mal gefunden ist und auf seine Abholung wartet, könne deshalb schon als gutes Zeichen gewertet werden. Denn wo eine Tanne auf ihren Auftritt wartet, sollte doch auch ein Markt nicht fehlen. "Das sehen wir ganz genauso! Unsere Mitarbeiter sind bereits seit Wochen mit der Vorbereitung des Weihnachtsmarktes beschäftigt", verrät Diana Schulze.

Stars im Strampler aus Großenhain
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Wie Großenhains Rathaussprecherin betont, seien die Bedingungen angesichts der Coronapandemie und der daraus resultierenden Hygienevorschriften allerdings so wie für alle anderen Städte auch keineswegs leicht. Zwar wären sich die Organisatoren absolut einig darüber, einen ansprechenden Markt mit dem typisch weihnachtlichen Flair vorzubereiten. Aber aufgrund der stetig ansteigenden Zahlen und der sich immer wieder verändernden Gegebenheiten, sei es nicht leicht, ein derartiges Konzept umzusetzen. 

Bisher stehe fest, dass der Markt vom 27. November bis 21. Dezember öffnen soll. An 25 Adventstagen mit vier Sonntagen würden die Händler in gewohnter Vielfalt ihre Besucher empfangen. Ob sie jedoch an genau der gleichen Stelle und in der entsprechenden Anzahl zu finden sind, wie in all den Jahren zuvor? Dazu möchten sich Großenhains Stadtväter gegenwärtig noch nicht äußern.

 "Wir haben das Konzept, wie der Markt ausschauen könnte, mit dem dazu notwendigen Hygienekonzept beim Gesundheitsamt des Landkreis Meißen zur Genehmigung eingereicht. Wenn wir die Zustimmung dafür erhalten haben, werden wir den Markt vorstellen", bittet Diana Schulze um Verständnis. Man möchte nicht dem Beispiel anderer Städte folgen und gewissermaßen eine Planung nach der anderen öffentlich vorstellen, die schließlich dann doch wieder korrigiert oder gar komplett gekippt werden müsse. 

Jedoch: Daraus, dass auch Großenhains Weihnachtsmarkt sicherlich ein wenig anders aussehen werde, macht die Stadtsprecherin keinen Hehl. Abstandsregeln seien nun einmal ebenso einzuhalten wie die Vermeidung von dichtem Gedränge und Menschenansammlungen durch Warteschlangen. 

Also nichts mehr mit rechts am Eingang der obligatorische Glühweinstand, links das leckere Essen und dazu die Kräppelchen auf der Hand? "Wir müssen wirklich abwarten! Jeder Großenhainer, der die Nachrichtenlage verfolgt, wird nachvollziehen können, dass die Vorbereitung des Marktes ein riesengroßer Spagat zwischen Weihnachtsatmosphäre und Einhaltung der Pandemievorschriften ist", bekennt Diana Schulze.

Dass eine Genehmigung der Veranstaltung aufgrund der Umstände letztlich doch versagt werden könnte, müsse trotz aller Zuversicht zumindest einkalkuliert werden. Momentan spiele Großenhain mit zwei erkrankten Personen im Infektionsgeschehen des Kreises eine glücklicherweise untergeordnete Rolle. "Aber wir müssen uns darüber im Klaren sein, dass sich das jederzeit ändern kann", gibt Oberbürgermeister Sven Mißbach zu denken.

 Er bitte deshalb die Einwohner herzlich darum, alles in ihrer Macht stehende zu tun, um eine Ausbreitung des Virus zu vermeiden. "Praktisch bedeutet das nicht viel mehr, als sich einfach an die geltenden Regeln zu halten. Eben nicht bei jedem Einkauf aufs Neue das Tragen eines Mundschutzes zu hinterfragen, unnötiges Gedränge zu vermeiden und sich selbst hin und wieder kritisch zu befragen, ob diese oder jene Feier mit vielen Personen nun wirklich notwendig ist", sagt Sven Mißbach im SZ-Gespräch. 

Wenn all diese Dinge dazu beitragen könnten, das Leben jetzt wenigstens so zu genießen, wie es ist, dann sollte man sich doch einfach mal an die Vorschriften halten. Auch und gerade zum Wohl der heimischen Wirtschaft, die ein zweiter Lockdown in die Knie zwingen würde. Jetzt im Herbst und bei Verlust des Weihnachtsgeschäftes erst recht. Mit und ohne Markt.     

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