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Digitaler Impfpass ist der Renner

Seit Montag haben Großenhains Apotheker gut zu tun: Die Nachfrage nach dem Dokument ist groß, doch nicht immer hält die Technik dem Andrang stand.

Viel Geduld ist in diesen Tagen in den Apotheken im Großenhainer Land gefragt. Da die Nachfrage für den digitalen Impfpass so groß ist, brechen seit Montag die technischen Leitungen oft zusammen.
Viel Geduld ist in diesen Tagen in den Apotheken im Großenhainer Land gefragt. Da die Nachfrage für den digitalen Impfpass so groß ist, brechen seit Montag die technischen Leitungen oft zusammen. © Norbert Millauer

Großenhain. Stefan Fuchs nutzt die Gunst der Stunde. Immerhin wird dem Inhaber der Großenhainer Kupferberg- und Marien-Apotheke gerade all das geboten, was seit Wochenbeginn zuweilen nicht funktionierte. "Tatsächlich hat es mit der Verbindung zum Robert-Koch-Institut über Stunden hinweg mächtig gehapert", bekennt Stefan Fuchs und lacht. Am Mittwochmittag hat er nun offenbar allen Grund dazu. Denn der Fachmann kann tun, was sich gut 50 Kunden täglich von ihm wünschen. Der Wunsch nach einem digitalen Corona-Impfnachweis sei auch in seinem Kundenkreis sehr groß. Zum einen, weil der eine oder andere ihn zur ungehinderten Reise in den langersehnten Urlaub nutzen möchte. Zum anderen, - und das wäre die hauptsächlich genannte Motivation - um den eigentlichen Ausweis, in welchem die Impfung gegen Covid-19 dokumentiert worden ist, nicht ständig mit sich herumschleppen zu müssen. "Die Leute haben verständlicherweise Angst, sie könnten das wichtige Dokument doch einmal verlieren und wählen deshalb lieber die zusätzliche Absicherung", erklärt Stefan Fuchs. Sie erhielten dann ein Zertifikat mit QR-Code auf Papier ausgestellt.

Eine Entscheidung, die nicht nur die Bewohner zwischen Thiendorf und Riesa für sich getroffen haben. Allein am Montag haben sich bundesweit 140.000 Geimpfte auf den Weg gemacht, um ihren Corona-Impfschutz künftig auch mit dem Smartphone beweisen zu können und ließen ihren Papier-Nachweis in einen digitalen Impfpass übertragen. Eingedenk der kurzen Vorlaufzeit für das ambitionierte Vorhaben aus dem Haus von Gesundheitsminister Jens Spahn, geben die Apotheken seitdem landauf landab im wahrsten Sinne des Wortes ihr Bestes.

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Und das, obwohl sich schon am ersten Tag die Technik alles andere als ein kooperativer Partner erweisen sollte. Gleich am Montag, so Kerstin Boragk, sei absolut nichts mehr gegangen. Die Server des Deutschen Apothekenverbands, die den Abgleich mit dem Robert-Koch-Institut vornehmen, wären völlig überlastet gewesen. Gut nachvollziehbar für die Betreiberin der Löwen-Apotheke mit Sitz in Großenhain und Gröditz. Schließlich würden Tausende von Branchenkollegen zur selben Zeit darauf zugreifen. Nach einer gewissen Zeit käme das Portal aber wieder zum Laufen und nach einer neuerlichen Anmeldung könne losgelegt werden.

Praktisch bedeute das: Wenn der Kunde den gelben Impfausweis und seinen Personalausweis sofort zur Hand habe, dauere der Eintrag des Impfzertifikats in die extra dafür entwickelte Cov-Pass-App oder in die bereits vorhandene Corona-Warn-App nicht mehr als fünf bis sieben Minuten. Ein Service, der kostenlos ist. Pro Impfung werde ein sogenannter QR-Code erstellt, der letztlich dann eingescannt werde. "Dieser Nachweis taucht auch ziemlich schnell in der App auf und kann sofort genutzt werden. Empfohlen wird er beispielsweise von Reisebüros, die ihre Kunden darauf hinweisen, dass Fluggesellschaften gern damit arbeiten und auch für Gastronomen wird mit einer entsprechenden Kontroll-App auf diese Weise der vollständige Impfschutz kontrolliert", weiß Kerstin Boragk.

Die begehrten Daten gibt es als Nachweis nun im eigenen Handy: Großenhains Apotheken haben sich darauf eingestellt, dass Kunden ihre Daten vom Papier übertragen lassen wollen.
Die begehrten Daten gibt es als Nachweis nun im eigenen Handy: Großenhains Apotheken haben sich darauf eingestellt, dass Kunden ihre Daten vom Papier übertragen lassen wollen. © Norbert Millauer

Der Ansturm an Interessierten sei dabei in ihrer Gröditzer Filiale bemerkenswert groß gewesen. Weil im benachbarten Bundesland Brandenburg am kommenden Donnerstag die Sommerferien beginnen würden, wären viele Bewohner aus dem nicht weit entfernten Umland extra in die Apotheke gekommen, um beruhigt in die Ferien starten zu können. Ein Argument im übrigen, das die Apothekerin häufig zu hören bekäme. Aber auch Fußballvereine und Veranstalter hätten wohl schon darauf hingewiesen, dass etwaige Nachweise notwendig wären. Gleich nun, ob übertragen auf eine App in das Handy oder doch eben ganz herkömmlich auf Papier. Hauptsache, der gelbe Impfausweis kann unbeschadet dahin zurückkehren, wo er jahrzehntelang unbehelligt lag: in einen sicheren Winkel des Schreibtisches.

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Das gilt aber nur für Personen, die sich tagesaktuell die Zweitimpfung abgeholt haben. Alle anderen erhalten das Zertifikat in Apotheken.

Die Übertragung der Daten bieten in Großenhain folgende Filialen an: Die Apotheke am Kupferberg, Rostiger Weg 3b; Marien-Apotheke, Neumarkt 13; Stadt-Apotheke, Siegelgasse 13; Löwen-Apotheke, Hauptmarkt 7 in Großenhain und Schulstraße 12 in Gröditz.

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