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Gefahr durch Dachlawinen und Eiszapfen

In Großenhain musste die Feuerwehr am Donnerstag ein Schneebrett beseitigen. Das Rathaus erinnert erneut an die Anliegerpflichten.

Ein Schneeüberhang kann momentan für Passanten zu enormer Gefährdung führen. Am Donnerstag gab es diesbezüglich einen Feuerwehreinsatz in Großenhain.
Ein Schneeüberhang kann momentan für Passanten zu enormer Gefährdung führen. Am Donnerstag gab es diesbezüglich einen Feuerwehreinsatz in Großenhain. © Norbert Millauer

Großenhain. Ein sogenanntes Schneebrett machte am Donnerstag den Einsatz der Ortsfeuerwehr Großenhain notwendig. Am frühen Abend wurden die Kameraden zur Gefahrenbeseitigung auf die Elsterwerdaer Straße gerufen. Auf dem Dach des Gebäudes des Landwirtschaftsamtes drohte eine Dachlawine, auf den Fußweg herunterzustürzen. Bürgermeister Tilo Hönicke veranlasste den Feuerwehreinsatz. Das Schneebrett wurde mittels Drehleiter und Schneeschaufel beseitigt, die Gefahr für den öffentlichen Raum damit vorerst gebannt.

Die Stadtverwaltung hat diese und andere Gefahren, die die jetzige Witterung mit sich bringt, scharf im Blick. Mit Unterstützung der Bürgerpolizisten sowie bei Kontrollen durch den Bauhof wird darauf geschaut, wo sich Dachlawinen gebildet haben oder auch große Eiszapfen. Natürlich machen auch die Schneemassen noch Probleme, kommende Woche sollen im Stadtzentrum nochmals Bagger anrücken, um sie auf einigen Straßen zu beseitigen. Ein weiteres Thema, das insbesondere in den nächsten Tagen akut werden könnte: möglicher Eisstau auf den Röderarmen sowie eventuelles Hochwasser.

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Das Rathaus hat aufgrund der aktuellen Wetterlage alle Grundstückseigentümer nochmals an die Erfüllung der Pflichten zum Schneeräumen und zur Beseitigung von Schnee- und Eisglätte erinnert. Demzufolge sind Straßenanlieger dafür verantwortlich, die Flächen von Schnee und auftauendem Eis so zu räumen, dass die Sicherheit von Verkehrsteilnehmern auf den Fußwegen gewährleistet und ein Begegnungsverkehr möglich sind. Das heißt, dass die Flächen in der Regel auf 1,50 Meter Breite zu räumen sind. Ist ein abgesenkter Bordstein vorhanden, so muss der Zugang an dieser Stelle frei sein. Abflussrinnen sind bei Tauwetter von Schnee und Eis frei zu halten, so dass Schmelzwasser ungehindert abfließen kann.

Für jedes Grundstück ist ein Zugang zur Fahrbahn in einer Breite von mindestens einem Meter zu räumen. Geräumter Schnee oder auftauendes Eis darf nicht auf Nachbargrundstücke „umgelagert“ werden. Bei Schnee- und Eisglätte sind die betreffenden Flächen zu bestreuen. Zum Streuen ist vorrangig abstumpfendes Material wie Sand oder Split zu verwenden, zu Streusalz ist nur in Ausnahmefällen zu greifen. Die betreffenden Flächen müssen werktags bis 7.30 Uhr und an Sonn- und Feiertagen bis 8.30 Uhr geräumt und gestreut sein. Verletzt sich ein Fußgänger oder Radfahrer - etwa aufgrund eines ungeräumten oder vereisten Gehweges - kann der Grundstückseigentümer dafür vom Geschädigten auch haftbar gemacht werden. So sieht es die städtische Satzung vor.

Was aber, wenn sich zum Beispiel an Dachrinnen große Eiszapfen bilden, die vor allem für Fußgänger beim Herabfallen zu einer ernsthaften Gefährdung führen können? "Die Beseitigung von Eiszapfen gehört zu den Anliegerpflichten", sagt Rathaussprecherin Diana Schulze auf SZ-Nachfrage. Wenn der Hauseigentümer wegen der Höhe oder der Beschaffenheit des Daches nicht selbst handeln könne, müsse er selbstständig ein Unternehmen beauftragen. Sollte dies nicht innerhalb kurzer Zeit möglich sein, könne in der Stadtverwaltung auch eine zeitweilige Sperrung des gefährdeten Bereiches angemeldet werden. Das sei allerdings mit Gebühren verbunden.

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