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Geknickt, traurig, angriffslustig

Die Handballerinnen der Elbehexen müssen mit dem Saisonabbruch klarkommen. Und hoffen auf baldige Spielpraxis.

Trotz Saisonabbruch: Die Elbehexen haben den Humor nicht gänzlich verloren und werden kommende Saison wieder angreifen.
Trotz Saisonabbruch: Die Elbehexen haben den Humor nicht gänzlich verloren und werden kommende Saison wieder angreifen. © Foto: privat

Landkreis. Sie waren Spitzenreiter in der Mitteldeutschen Oberliga: Die Handballerinnen der SG Meißen/Riesa, die man unter dem Begriff „Elbehexen“ kennt. Zwei Siege in zwei Spielen fuhren sie ein, bevor der Corona-Lockdown sämtlichen Spielbetrieb ausbremste. Vor gut einer Woche kam dann die Entscheidung, dass die laufende Saison komplett abgebrochen wird. Reaktionen darauf beschreibt Enrico Schneider, Pressesprecher der Elbehexen, im SZ Gespräch.

Herr Schneider, wie sehr hat die Nachricht des Saisonabbruchs der MDOL die Elbehexen überrascht?

Teppich Schmidt
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Erfahrung, Wissen und ein super Team. Bis zum heutigen Erfolg war es eine lange, lehrreiche Reise, die sich nun in verschiedenen Abteilungen widerspiegelt und seinen Kunden Einrichtungs- und Wohnträume verwirklicht.

Im Grunde waren wir nicht überrascht. Wenn wir ehrlich sind, war es nur eine Frage der Zeit. Wer die Medien und die Entwicklung verfolgt hat, kann nicht überrascht gewesen sein. Es war eine traurige, aber eben zu erwartende Nachricht.

Wie hat die Mannschaft, vor allem natürlich die Spielerinnen, reagiert (bzw. reagieren noch)?

Sie haben ebenfalls damit gerechnet und die Reaktion war vorhersehbar – geknickt und traurig.

Ihr seid als junges Team komplett neu formiert in die Saison gestartet. Wie weit wirft das Saisonende jetzt die Mannschaft zurück? Sind da bei einzelnen Spielerinnen auch persönliche Konsequenzen abzusehen?

Für die Mannschaft fehlt natürlich momentan die weitere Teambildung und generell die Beschäftigung mit dem und vor allem als Team. Wir konnten uns ja im Grunde noch nicht richtig zusammenfinden, und das wird eben auch in der kommenden Saison fehlen. Konsequenzen aufgrund von Corona wird es keine geben, aber natürlich sind gerade die jüngeren Jahrgänge, so wie das eben jedes Jahr ist, nach einem erfolgreichen Schul- oder Ausbildungsabschluss auf der Suche nach beruflichen Perspektiven, was dann zur Konsequenz hat, dass sich das Handballerische danach richten wird.

Mal angenommen, es würde im März Corona-Lockerungen geben: Gibt es bei den Elbehexen dafür jetzt Pläne, wie ein Neuanfang gestartet werden könnte? Seid Ihr da jetzt in Kontakt mit anderen Vereinen, um kurzfristig mit Freundschaftsspielen oder Turnieren zumindest übers Frühjahr Spielpraxis zu bekommen?

Sobald es wieder möglich ist, wird sofort angefangen zu trainieren. Dann gilt es keine Zeit zu verlieren, um uns vor allem als Mannschaft zu finden. Wir werden versuchen, so viel Testspiele oder auch Freundschaftsspiele zu bekommen, wie es möglich ist, damit wir Spielpraxis und Spielerfahrung sammeln können, gerade für unsere jüngeren Spielerinnen. Turnieranfragen gibt es bereits, wie beispielsweise für Ende Juni von HC Sachsen Neustadt-Sebnitz.

Wie steht die Mannschaft momentan „im Saft“? Gab es in den letzten Monaten „Trainingseinheiten“ per Video etc.?

Bis circa Mitte Januar gab es noch von unserem Athletiktrainer Aufgaben, meist per WhatsApp für unsere Spielerinnen. Mittlerweile haben wir uns aber entschieden, mit dem Olympiazentrum in Coswig jeden Freitag eine Trainingseinheit über Zoom zu absolvieren. Daran nehmen aber nicht nur die Elbehexen teil, sondern es wird auch rege vom VfL-Meißen-Nachwuchs angenommen. Somit können wir wenigstens auf diese Art alle gemeinsam trainieren, was ja das Zusammengehörigkeitsgefühl auch während der Coronakrise zumindest etwas stärkt. Hier gilt Trainerin Gundula Bleul ein besonderer Dank, denn sie hat sich darum gekümmert, dass uns diese Möglichkeit eingeräumt wird. Ansonsten wird natürlich auch viel Wert auf Eigendisziplin und Eigeninitiative gelegt. Und wer sich nicht selbst etwas ausdenken möchte, hat auch jederzeit die Möglichkeit, auf bereits vorhandene Trainingspläne zurückzugreifen.

Wie habt Ihr in den letzten Wochen den Nachwuchs „bei der Stange“ gehalten?

Wie schon in der vorhergehenden Frage beantwortet, gibt es jeden Freitag ein gemeinsames Training mit dem Olympiazentrum in Coswig über Zoom. Ebenfalls haben wir ein neues Projekt mit der Sparkasse Meißen ins Leben gerufen. Eine Restart-Kampagne „Handball Meißen – Wir starten durch“. Unter https://www.herzen-fuer-hier.de/project/restart-kampagne-handball-meissen-wir-starten-durch/ erfährt man alles, was man wissen muss. Wir hoffen sehr auf größtmögliche Unterstützung und danken schon einmal im voraus.

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