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Großenhain: Broilermann soll Feuer gelegt haben

Staatsanwaltschaft Dresden erhebt Anklage wegen schwerer Brandstiftung im Ortsteil Görzig. Der vorbestrafte Mann leugnet die Tat.

Schauplatz in Görzig im Juli: Im Inneren des Hauses soll der 52-jährige Beschuldigte ein Feuer gelegt haben. Sachen und Bekleidung wurden aus dem Fenster geworfen, um sie vor den Flammen zu retten.
Schauplatz in Görzig im Juli: Im Inneren des Hauses soll der 52-jährige Beschuldigte ein Feuer gelegt haben. Sachen und Bekleidung wurden aus dem Fenster geworfen, um sie vor den Flammen zu retten. © Norbert Millauer

Großenhain/Dresden. Manchmal können auch aller unguten Dinge durchaus drei sein. Nach Berichten über den Prozess am Landgericht Dresden, bei dem vier Röderstädtern der Mord an einem 38-jährigen Familienvater zur Last gelegt wird, folgte vor wenigen Wochen die Anklage der Staatsanwaltschaft gegen einen 47-Jährigen wegen schweren Bandendiebstahls. Übers Dach des Großenhainer Kauflandes war der offenbar recht gut konditionierte Täter in den Vorraum des Supermarktes gelangt und knackte den darin befindlichen Geldautomaten. Auf diese Weise soll er sich nicht nur in Besitz von Bargeld in nicht unerheblicher Höhe - insgesamt wohl 121.750,00 Euro - gebracht haben. Auch das Gebäude und der Geldautomat wurden erheblich beschädigt.

Und damit nicht genug. Am Mittwochmittag meldete sich nun wieder die Justiz aus der Landeshauptstadt in Sachen Großenhain zu Wort. Sie erhebt dieses Mal Anklage gegen einen 52-jährigen Rumänen. Dem Beschuldigten wird zur Last gelegt, am 14. Juli gegen 14.50 Uhr mit einer offenen Flamme oder mithilfe nachglühender Stoffe ein Feuer in dem von ihm und weiteren Personen als Unterkunft genutzten Zimmer in einem Firmengebäude im Ortsteil Görzig gelegt zu haben. Der Absicht des Mannes entsprechend, seien die in dem Zimmer befindlichen Gegenstände in Brand geraten. Das Feuer habe sich anschließend ausgebreitet, wodurch der Raum erheblich beschädigt worden wäre. Das gesamte Gebäude sei nun unbewohnbar. Der Firma, welche in dem Haus Räumlichkeiten angemietet hatte, entstand ein Sachschaden in Höhe von 17.850,00 Euro.

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Der erheblich vorbestrafte Beschuldigte, welcher die Tat leugnet und im Juli noch unter Bewährung stand, ist durchaus kein Unbekannter. Erst wenige Tage vor dem Brand hatte der Mann damit Schlagzeilen gemacht, dass er an einem Sonnabend auf der Straße zwischen den Großenhainer Ortsteilen Bauda und Görzig einen schweren Unfall verursachte. Mit seinem Broilerwagen von der Straße abgekommen und gegen einen Baum geprallt, war der Fahrer des Citroen Jumper einfach getürmt. Erst am nächsten Tag - zuvor wurde er sogar mithilfe eines Polizeihubschraubers und eines Fährtenhundes gesucht - konnte er im wahrsten Sinne des Wortes aufgespürt werden. Der Geflüchtete wurde in Görzig entdeckt - mit mehr als 2,4 Promille im Blut. Wie Oberstaatsanwalt Jürgen Schmidt und Polizeisprecher Rocco Reichel damals auf SZ-Anfrage bestätigten, handelt es sich beim mutmaßlichen Brandstifter und Broilerwagen-Fahrer um ein und dieselbe Person.

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Erst hat ein Görziger das Fahrzeug seines Arbeitgebers an den Baum gesetzt, dann legte er offenbar noch in seiner Unterkunft Feuer.

Eine, die sich seit dem 15. Juli auf Antrag der Staatsanwaltschaft in Untersuchungshaft befindet. Das Amtsgericht Dresden werde nun über die Eröffnung des Hauptverfahrens und die Zulassung der Anklage entscheiden. Ein Termin zur Hauptverhandlung werde dann vom Amtsgericht Dresden bestimmt.

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