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Großenhain ist fest in der Hand von Künstlern

Beim Stadtkunstfest, gekoppelt mit der Einkaufsnacht, stellen sie in 25 Geschäften aus. Zusätzlich sorgen Live-Künstler für Furore.

An der Thalia-Buchhandlung signierte Ondine Frochaux ihre kleinen Holzschnitte. „Großenhain ist sehr, sehr schön“, beschreibt die Künstlerin aus der Schweiz ihre Eindrücke.
An der Thalia-Buchhandlung signierte Ondine Frochaux ihre kleinen Holzschnitte. „Großenhain ist sehr, sehr schön“, beschreibt die Künstlerin aus der Schweiz ihre Eindrücke. © Kristin Richter

Großenhain. Freitags kurz vor 18 Uhr zieht ja eigentlich in Großenhain Ruhe ein. Es sei denn, die Geschäfte der Innenstadt laden zur Einkaufsnacht ein. Am Freitag wurde der Bummel bei verlängerten Öffnungszeiten durch ein ganz besonderes und gleichermaßen außergewöhnliches Angebot bereichert. 25 Geschäfte zwischen Frauen- und Neumarkt ermöglichten Künstlern aus nah und fern, ihre Werke zu präsentieren. Zusätzlich sorgten mehrere Live-Kunst-Angebote für einigermaßen Furore.

Vor „Thalia“ auf dem unteren Frauenmarkt hatte sich an einem kleinen Tisch Ondine Frochaux platziert. Die Postkarten, die sie als Druckstücke verkaufte, zeigen Motive ihrer Holzschnittkunstdrucke. Geboren in Lausanne in der französischen Schweiz, lebt die 43-Jährige inzwischen in Halle/Saale. Dorthin verschlug es sie im Jahr 2000 zum Studium. In Großenhain war sie am Freitag zum ersten Mal. „Es ist eine sehr, sehr schöne Stadt“, sagt die junge Künstlerin. Zum Stadtkunstfest sei sie durch eine Ausschreibung des Berufsverbandes Bildender Künstler gelangt. In Sachsen ist sie überdies seit ein paar Tagen als Stipendiatin der Kunstinitiative im Friese-Kunsthaus in Kirschau verankert.

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Aus dem Innenhof am Kirchplatz sind derweil peppige Musiktitel zu hören. Patrick Nitzsche, Oliver Friebel und Jerome Werner sind dabei, ein einzigartiges Kunstwerk zu kreieren: den „Großenhainer Wanderwürfel“. Das Künstlertrio hat den Würfel buchstäblich auf die Spitze getrieben, um ihn mit Farbe „in die Umgebung einzupassen“, so Patrick Nitzsche. Von vier genau fixierten Standorten rund um das Kunstwerk können Besucher dieses Ansinnen haargenau nachvollziehen. „Eigentlich kommen wir ja aus der Graffiti-Kunst“, so Patrick Nitzsche. Doch der „Wanderwürfel“ sei schon ein sehr komplexes Projekt. Die Idee geht auf Großenhains Citymanager Alexander Ehrke zurück. Denn nach der Erstgestaltung beim Stadtkunstfest ist durchaus denkbar, den Würfel bei anderen Anlässen in der Stadt neu zu gestalten.

Der "Großenhainer Wanderwürfel" wurde von Patrick Nitzsche, Oliver Friebel und Jerome Werner (v.r.) erstmals gestaltet.
Der "Großenhainer Wanderwürfel" wurde von Patrick Nitzsche, Oliver Friebel und Jerome Werner (v.r.) erstmals gestaltet. © Kristin Richter

Überhaupt soll nach dem Wunsch der Veranstalter der Mix aus Bummel und Kunsterlebnis eine gewisse Nachhaltigkeit erfahren. Die zunehmende Resonanz der Innenstadtbesucher am Freitag zeigt, dass dies ankommt - und nach den erlebnisarmen Corona-Zeiten sehr erwünscht ist. Selbst, wenn nicht Jeder unbedingt ein Kunstexperte ist. Ondine Frochaux hat dafür viel Verständnis. „Jeder Mensch ist ein Betrachter. Aber da muss er nicht gleich ein Kunstkenner sein“, sagt sie.

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