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Großenhain will Hauptkanäle sanieren

Das soll künftig möglichst ohne große Straßensperrungen passieren. Das sogenannte Inlinerverfahren macht's möglich.

2020 erfolgten umfangreiche Kanalbaumaßnahmen im Bereich der Markusstraße. Jetzt wird das Augenmerk auf Kanäle in der Innenstadt gelegt.
2020 erfolgten umfangreiche Kanalbaumaßnahmen im Bereich der Markusstraße. Jetzt wird das Augenmerk auf Kanäle in der Innenstadt gelegt. © Kristin Richter

Großenhain. Wenn in der Röderstadt Kanalarbeiten angekündigt werden, sind Anwohner regelmäßig genervt. Denn in der Regel sind sie mit Straßensperrungen, oft über einen längeren Zeitraum, verbunden. Insbesondere dann, wenn Straßeneinläufe und Hausanschlüsse erneuert werden. Denn dies erfolgt meist in offener Bauweise. Zuletzt war dies 2020 zum Beispiel auf der Markusstraße der Fall. Zum Glück konnten dort mehrere Medienträger "vereint" werden, sodass auf Jahre hin eine Lösung geschaffen werden konnte.

Jetzt, so Bürgermeister Tilo Hönicke, geht es quasi in die nächste Runde der stetigen Kanalsanierung. "Um mehr Kanäle dauerhaft instand zu setzen, strebt die Stadtverwaltung die Optimierung des Prozesses der Projektabwicklung an", zitiert er aus einem Beschluss der jüngsten Stadtratssitzung. Demzufolge soll in Zukunft die Erneuerung der Hauptkanäle im Innenstadtbereich im Vordergrund stehen. Dies soll ohne das Aufreißen von Gräben passieren - mit der Anwendung des sogenannten Inlinerverfahrens. "Das ist ein gängiges Verfahren, das wir schon angewendet haben", sagt Tilo Hönicke mit Verweis auf Maßnahmen auf der Berliner Straße sowie der Weber- und Beethovenallee.

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Beim Bau im Inlinerverfahren wird ein zusammengeklappter Schlauch in den Kanal eingeschoben, nachdem der gereinigt ist. Nach dem Einbringen dieses Liners, der aus Glasfaserkunststoffen mit Polyesterharzen besteht, wird der Schlauch schließlich mittels heißem Wasser an den Altkanal angepresst. Dann härtet alles aus. Die Anschlusskanäle werden danach mit Robotern freigefräst. Während der Bauzeit anfallendes Abwasser wird trotzdem entsorgt - und zwar über ein Parallelsystem.

Vom Stadtratsbeschluss erhofft sich die Verwaltung jetzt mehr Flexibilität bei Einzelmaßnahmen. Jährlich steht eine sechsstellige Summe für einzelne Abschnitte zur Verfügung, für 2021 sind es zum Beispiel 150.000 Euro. Für die Sanierung der Mischwasserkanäle kann es zusätzlich Fördergelder geben.

In welcher Reihenfolge die Sanierung der Hauptkanäle erfolgt, hängt vom jeweils ermittelten Zustand ab. Ein Moritzburger Ingenieurbüro soll künftig die Einzelmaßnahmen planen.

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