merken
PLUS Großenhain

Großenhainer Bauernmarkt ohne 3-G-Regeln

Natürlich, nachhaltig und modern: Die beliebte Veranstaltung steht in diesem Jahr unter einem Motto, was die Gemüter bewegt. Und bietet dazu viel Unterhaltung.

Natürlicher geht es nicht: Auch eine große Tierschau mit Schafen, Ziegen, Geflügel und vielleicht wie hier im Jahr 2019 auch Kühen, wird die Besucher des Marktes am kommenden Wochenende erfreuen.
Natürlicher geht es nicht: Auch eine große Tierschau mit Schafen, Ziegen, Geflügel und vielleicht wie hier im Jahr 2019 auch Kühen, wird die Besucher des Marktes am kommenden Wochenende erfreuen. © Anne Hübschmann

Großenhain. Es gibt einen, der ist schon einmal in den Genuss gekommen. Wenn auch seinerzeit unfreiwillig, so konnte nämlich Bob, der als "Kater vom Dach" über die Grenzen des Freistaats hinaus bekannt geworden ist, im Sommer 2016 mit diesem Gefährt aus beträchtlicher Höhe gerettet werden. Ein Hubsteiger des Elektro Zentrums Großenhain (EZG) beförderte das tagelang auf dem Dach eines maroden Gebäudes hockende Tierchen damals wieder auf den sicheren Boden.

Genau in die umgedrehte Richtung - und natürlich wieder zurück - darf es am kommenden Sonntag für die Besucher des traditionsreichen Bauernmarktes gehen. Immerhin der 25. und nach einer Zwangspause im vergangenen Jahr und allen Befürchtungen zum Trotz nun tatsächlich stattfinden könnend. Während das ebenso beliebte Fisch- und Waldfest in Moritzburg oder der Pfefferkuchenmarkt in Kamenz vor ein paar Tagen die organisatorische Reißlinie ziehen mussten, dürfen sich die Großenhainer und Gäste der Röderstadt auf eine mit viel Herzblut vorbereite Veranstaltung freuen. Und nicht nur mit von der Partie eben jene Mitarbeiter des EZG, welche mit ihrem allseits bewährten Hubsteiger den Blick aus 20 Meter Höhe auf die Röderstadt ermöglichen.

Anzeige
Gut beraten an der TUD
Gut beraten an der TUD

Seit 30 Jahren gibt es die Zentrale Studienberatung. Leiterin Cornelia Blum sagt, welche Sorgen immer aktuell sind – und was die Pandemie verändert hat.

Während für diesen ein bewährter Luftsprung nicht reicht, dürfte nach einem solchen wohl auch dem Organisationsteam um Kerstin Labitzke zumute gewesen sein. Bis zuletzt, so Rathaussprecherin Diana Schulze, habe man die Fördergemeinschaft Großenhain aktiv e.V. bei der Erstellung und Anpassung eines Hygienekonzeptes unterstützt, das letztendlich alle geforderten Auflagen des Gesundheitsamtes Meißen erfülle. Seit Montagmittag wäre klar, dass es für die Besucher und Mitwirkenden keine Kontrollen nach der 3-G-Regel und keine Kontakterfassung geben wird. Lediglich in einem überschaubaren Bereich, der zum Verweilen einlade, müssten die Besucher des Marktes gezählt werden. Darüber hinaus dürfe sonst ungehindert flaniert, geschaut und natürlich gern gekauft werden.

Ein ungezwungener Bummel über den Bauernmarkt, der maßgeblich auf die Selbstverantwortung der Besucher setzt. An den Zugängen würden deshalb deutlich sichtbar zu lesende Regeln stehen, die inzwischen ohnehin hinlänglich bekannt sein sollten: kein Zutritt bei coronatypischen Krankheitsanzeichen, auf Abstand achten, auch wenn es am Imbiss- oder Getränkestand mal etwas länger dauere, und Maskenpflicht, sobald der Mindestabstand von 1,50 Metern unterschritten wird.

Und damit nicht genug. Zu den besonderen Herausforderungen bei der Vorbereitung habe auch gehört, dass zwischen den Ständen bewusst mehr Platz eingeplant und ein Sicherheitsdienst eingesetzt werden müsse. Zudem seien in der Region viele Veranstaltungen wegen der Bundestagswahl auf Anfang Oktober verschoben worden - etwa die Herbst- und Weinfeste in Meißen und Radebeul - was zur Folge habe, dass ein Ringen um die Ausgestalter des jeweiligen Events stattgefunden hätte, so Kerstin Labitzke. Denn gleich nun, ob Händler, Künstler, Handwerker oder Traktorenfreund, alle seien momentan sehr gefragt.

Nichtsdestotrotz: Großenhains Bauernmarkt werde unter dem diesjährigen Motto "Natürlich, nachhaltig und modern" seinem Charakter als buntes Volksfest treu bleiben. Tiere zum Anfassen, Landtechnik zum Fachsimpeln, Livemusik für die gute Laune gehören selbstverständlich auch in diesem Jahr zum Programm. Neben der Kindererlebniswelt auf dem Neumarkt mit Riesentrampolin, Kreativangeboten, Ponyreiten, der Märchenerzählerin Jolanda und dem Puppenspiel „Der kleine Angsthase“ wird es dieses Mal auch auf der Naundorfer Straße turbulent zugehen. Ein Kinder- und Jugendtrödelmarkt, eine Hüpfburg, Ponyreiten, Kinderschminken und verschiedene kulinarische Leckereien laden zum Verweilen ein.

Nach der feierlichen Eröffnung mit der Sächsischen Erntekönigin Wibke I. um 10.30 Uhr gibt es auf der Hauptbühne Musik mit schrägen Vögeln, der „Kapelle Specht“. Von 13 bis 17 Uhr darf ein Blick vom Bergfried über die Stadt genossen werden, Linedancer und Straßenmusiker sind unterwegs, die Orchester der Musikschule spielen auf und auch das seit vielen Jahren beliebte Kuhroulette auf dem Kirchplatz darf die Zuschauer anlocken.

Zu den langjährigen Mitwirkenden des Marktes gehört die Verkehrswacht, die ihren Parcours für kleine Radfahrer wieder am Schlossplatz aufbauen wird. Schuhmacher Söhnel lässt sich bei der Arbeit über die Schulter schauen, die Landfrauen zeigen an ihrem Stand das Binden von Erntekränzen und auch das Reinersdorfer Urgestein Gotthard Börner wird vor Ort wieder seine Körbe flechten. Darüber hinaus hat ab 11 Uhr das Museum Alte Lateinschule geöffnet und ein besonders Programm im Rahmen der Sonderausstellung, dem restaurierten Zschille-Porträt von 1884, einer Preusker-Fotoserie und ein Quiz vorbereitet. Auch den Klöppelfrauen kann man dort auf die Finger schauen, bevor man sich selbst am Klöppelsack ausprobiert.

Unter dem Titel „Sunday for future - das Nachhaltigkeitsformat in der Kirche“ laden Großenhainer Chöre dann ab 17 Uhr in die Marienkirche zu einem ganz besonderen Erlebnis ein. Neben den musikalischen Beiträgen des Jugendchores Großenhain-Reinersdorf-Ebersbach, des ELE-Chores und des Kirchenchores Wantewitz werden Projekte und Ideen wie "Erfahrungen eines E-Auto-Fahrers", "Unser täglich Einkauf" oder "Bäume pflanzen - auf eine alte Deponie!" vorgestellt. Ein bis in die Abendstunden hinein sicherlich fröhlicher Bauernmarkt, der von oben betrachtet und erst recht mittendrin das Zeug zum Rundum-Wohlfühlen hat.

Anmeldung zum Trödelmarkt unter Tel. 03522 529700 oder [email protected]

Anmeldung von Landtechnik unter Tel. 0174 9202195 oder [email protected]

Mehr zum Thema Großenhain