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Großenhainer brauchen jetzt starke Nerven

Seit Monaten wird an der Öhringer Straße gebuddelt und die Mülbitzer ist voll gesperrt. Arbeiten, die Autofahrer auch in der Innenstadt zu spüren bekommen.

Jeder Nachmittag, selbe Zeit: Seitdem die Mülbitzer Straße komplett gesperrt ist und auch noch an der Öhringer Straße gebaut wird, brauchen die Großenhainer Autofahrer Geduld.
Jeder Nachmittag, selbe Zeit: Seitdem die Mülbitzer Straße komplett gesperrt ist und auch noch an der Öhringer Straße gebaut wird, brauchen die Großenhainer Autofahrer Geduld. © Foto: Kristin Richter

Großenhain. Jeder Tag, selbe Zeit. Immer dann, wenn sich die meisten Menschen am Nachmittag in der Röderstadt auf den Weg in den wohlverdienten Feierabend begeben, werden sie ausgebremst. Und zwar im wahrsten Sinne des Wortes! Wer sich auf seine eigenen Füße verlassen kann, ist dabei eindeutig all jenen überlegen, die auf die Fortbewegung mit dem Auto oder dem Motorrad angewiesen sind. 

Denn dann wird die an sich geringe Entfernung zwischen Meißner/Dresdner Straße nicht zum Problem, wie momentan von all den vielen Geplagten erlebt, die ungeduldig hinter der Windschutzscheibe hocken müssen. Genervt wandern die Augen der Fahrzeugführer abwechselnd zwischen Beethovenallee und Carl-Maria-von-Weber-Allee hin und her. Wer Glück hat, kann gegen 16.30 Uhr nach sechs bis sieben Minuten wahlweise auf die Straße gen Dresden oder Meißen abbiegen.

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Nicht lange warten, ab ins neue Heim!
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Schauen, beraten lassen, mit dem Bauherren sprechen. Am 25. Oktober findet eine Baustellenbesichtigung in Döbeln statt.

Läuft es mal verkehrlich nicht ganz so gut, bleibt sogar Zeit für ein Schwätzchen mit der Sächsischen Zeitung: "Ja, ge, was ist denn da bei Euch los? I komm' mir ja vor, wie zur besten Zeit auf dem Mittleren Ring in München", ruft ein älterer Herr durch die heruntergelassene Scheibe seines Caravan und schüttet sich glatt aus vor Lachen.

Eine offenkundig bayerische Frohnatur, von der sich die Großenhainer und Gäste der Stadt dieser Tage eine Portion Humor ausleihen sollten. Denn tatsächlich wird ihnen gegenwärtig noch einmal mehr von dem abverlangt, was bereits seit einigen Monaten gefragt ist: Geduld und zuweilen vorausschauendes Agieren. Dabei sollte man ja schon einigen Kummer gewöhnt sein! Seit dem Sommer sorgen schließlich die Bauarbeiten auf der Öhringer Straße für einige Wartezeiten.

Musste sich der forsche Verkehrsteilnehmer zunächst nur beim Ein- und Ausfahren in Richtung Zschauitz beziehungsweise hinein nach Großenhain gedulden, ist mit dem Hinzukommen der Arbeiten auf der Mülbitzer Straße noch etwas mehr Ausdauer gefragt. Die Sperrung - notwendig geworden durch die Verlegung der Trinkwasserleitung - erfolgte bis Anfang Oktober halbseitig mit einer sogenannten Drei-Seiten-Ampelregelung. Einerseits eben stadtein- und -auswärts, aber logischerweise auch auf der Mülbitzer Straße. Die sogenannte Umlaufzeit betrug etwa 100 Sekunden und schien für besonders ungeduldige Autofahrer im August schon das Maß dessen, was sie scheinbar ertragen können. Oder eben nicht.

Und eben nicht, ist jetzt erst recht. Seit 5. Oktober wird auch noch dort gebuddelt, wo es bisher ein fahrerisches Entkommen gegeben hat. Seitdem mit dem Bau der neuen Brücke über den Hopfenbach begonnen worden ist, geht auf der Mülbitzer Straße gar nichts mehr. Die Umleitung erfolgt über die B 101 und die S 81 - bis voraussichtlich Ende April 2021.

Während es an dieser Stelle in der Stadt also tatsächlich noch ein Weilchen dauern wird, ist an der Baustelle Öhringer Straße aber langsam ein Ende in Sicht. Laut Wassermeister Conny Zscheile am Dienstag auf SZ-Anfrage, seien bereits alle Hauptleitungen verlegt, lediglich ein paar sogenannte Umbindearbeiten wären noch zu erledigen. "Schätzungsweise in der ersten Novemberwoche wird die Straße dann mit einer Asphaltdecke versehen und kann dann hoffentlich in der darauf folgenden Woche wieder Stück für Stück für den Verkehr freigegeben werden", erklärt der Fachmann. Wie Conny Zscheile betont, hätte man die Öhringer Straße auch gern schon etwas früher mit einer Deckschicht versehen lassen. Aber da benötige es offenbar auch wieder Geduld in anderer Hinsicht - es habe einfach keine Firma vorher freie Kapazitäten.     

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