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Großenhainer Kantinen ohne Risiko

Der Versorger an der Textimabrücke kocht nur noch für Werksangehörige. Andere steigen auf Außer-Haus-Betrieb um.

Doris Marx und Mandy Metzner betreiben seit einem Jahr die Kantine an der Textimabrücke in Großenhain. Wegen Corona ist es im November nur als reine Werkskantine möglich.
Doris Marx und Mandy Metzner betreiben seit einem Jahr die Kantine an der Textimabrücke in Großenhain. Wegen Corona ist es im November nur als reine Werkskantine möglich. © Archiv/Anne Hübschmann

Großenhain. Während des Telefonates klappern immer wieder mal Töpfe und Teller. Doris Marx, die gute Fee in der Kantine an der Textimabrücke in Großenhain, geht ihrer Arbeit nach. Zwischen 20 und 30 Essenportionen gehen hier normalerweise täglich über den Tresen. Auch Frühstück ist im Angebot. Neben Betriebsangehörigen zweier hier ansässiger Unternehmen kommen auch vereinzelt Rentner, um hier zu Mittag zu essen und sich einfach mal ein Stündchen auf ein Schwätzchen zu treffen.

Seit Montag geht das nun nicht mehr. "Wir sind in dieser Woche auf den Betrieb als reine Werkskantine umgestiegen", sagt Mandy Metzner, die Chefin. Zwar dürfen Kantinen laut aktueller Allgemeinverfügung zum Corona-Schutz offiziell betrieben werden - im Gegensatz zu Gaststätten, Restaurants oder Bars. 

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Doch unter welchen Bedingungen, dazu sagt die Verfügung nichts Konkretes. Selbst beim Hotel- und Gaststättenverband Sachsen (Dehoga) tappt man da noch im Dunkeln. "Dazu gibt es wie zu vielen Fragen noch keine konkreten Antworten", so eine Sprecherin am Dienstag. Der Verband habe eine lange Liste an Problemen seiner Mitglieder, "die wir derzeit noch hinterfragen müssen". 

Mandy Metzner hat deshalb erst einmal die sicherste Variante gewählt - und die heißt Werkskantine. Wer hier derzeit einkehrt, ist dem Anbieter bekannt. Es muss keine zusätzliche Kontaktverfolgung organisiert werden. Der Ablauf ist geregelt. Das Tragen von Mund-Nasen-Schutz war auch schon vor dem 2. November Pflicht - außer bei der Einnahme des Essens natürlich. 

Die Zahl der Tische und Plätze wurde den Abstands- und Kontaktvorgaben entsprechend angepasst. Insofern will Mandy Metzner jetzt geduldig bleiben und irgendwie über die Novemberzeit kommen. Wenn im Dezember Lockerungen erfolgen sollten, "dann öffnen wir sofort wieder", kündigt sie an.

 Das gelte übrigens auch für den von ihr betriebenen Imbiss in Zschaitz nahe Döbeln an der B 169. Dort kehren normalerweise gern Lkw-Fahrer ein, um zu essen oder auch zu duschen. Den Imbiss darf Mandy Metzner in dieser Form momentan nicht betreiben. "Essen nur außer Haus", ist die Minimalvariante. 

Eingeschränkt geöffnet hat derweil auch die Kantine der Grokar GmbH in Mülbitz. Seit vielen Jahren steht die dortige Küche jedem offen, der gut und preiswert frühstücken und Mittag essen möchte. Die Resonanz ist stets vergleichsweise groß gewesen. Doch jetzt haben die Betreiber notgedrungen die Reißleine gezogen.

 Seit Montag ist die Grokar-Kantine aufgrund der neuen Corona-Vorschriften nur noch für die Abholung der Mahlzeiten geöffnet. Bestellungen dafür müssen im Voraus abgegeben werden, telefonische Anmeldungen sind bis spätestens 8 Uhr möglich. 

Inwiefern und vor allem wie lange die jetzige Situation andauert - das weiß natürlich niemand. Derzeit aber sind vor allem Informationen heißt begehrt, was sich ganz konkret hinter den einzelnen Bestimmungen der Corona-Verordnung verbirgt. Und da ist beileibe nicht nur beim Kantinenbetrieb Nachholebedarf. Ein Risiko will dabei dennoch niemand eingehen. Auch Mandy Metzner nicht. Und deshalb setzt sie in Großenhain zumindest für den November auf die eingeschränkte Werksvariante.

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