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Großenhainer Kinder spenden für Hospiz Bärenherz Leipzig

Bereits zum zweiten Mal haben sich Mädchen und Jungen zusammengetan, um mit dem Erlös aus einem Basar anderen Menschen Gutes zu tun.

Von Catharina Karlshaus
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Kleine Kinder ganz groß: Josi (10), Louis (11), Franz (11), Alena (11), Marc (9), Arthur (9) und Milan (7) waren bereits zum zweiten Mal im Einsatz, um anderen Menschen zu helfen.
Kleine Kinder ganz groß: Josi (10), Louis (11), Franz (11), Alena (11), Marc (9), Arthur (9) und Milan (7) waren bereits zum zweiten Mal im Einsatz, um anderen Menschen zu helfen. © privat

Großenhain. Sie haben manchem Erwachsenen so einiges voraus. Während zahlreiche große Leute so gar keine Lust haben, wenigstens gelegentlich einmal nach links und rechts zu schauen, um vielleicht dem Menschen neben sich eine kleine Hilfe zuteilwerden zu lassen, sind sieben Großenhainer Kinder ganz unerschrocken. Josi, Louis, Franz, Arthur, Alena, Marc und Milan nutzten die vergangenen Monate inmitten der Corona-Pandemie nämlich erneut, sich etwas Besonderes einfallen zu fallen. "Aufgrund der Beschränkungen können ja viele Freizeitbeschäftigungen doch nicht mehr so ungehindert ausgeübt werden, wie es bisher möglich gewesen ist. Um aber dennoch gemeinsam Zeit verbringen zu können und ganz nebenbei etwas Sinnvolles zu tun, sind unsere Mädchen und Jungen wieder auf tolle Ideen gekommen", erzählt Mandy Tschirschke und lächelt stolz.

Und zurecht: Bereits während des ersten Lockdowns im Frühjahr vergangenen Jahres war die einfallsreiche Gemeinschaft keineswegs untätig. Satte 170 Euro spendeten die Kinder im Alter zwischen sieben und elf Jahren damals dem Großenhainer Tierschutzverein. Der Erlös eines Straßenbasars im Ortsteil Großraschütz, für den die geschäftstüchtigen Nachwuchsunternehmer sogar mit selbst gestaltetem Flyer in den Briefkästen der Nachbarschaft geworben hatten. Angepriesen wurde darin damals all das, was die kreativen Verkäufer in ihren unterrichtsfreien Corona-Tagen so erschaffen hatten: Vielfältig verzierte Steine kamen ebenso unter den Hammer wie kleine Papierdrachen oder aus Filz gefertigte Blumentöpfe.

Einmal auf den Geschmack gekommen, versuchten die Sprösslinge im Spätherbst nun erneut ihr Glück. Und hatten augenscheinlich großen Erfolg. Im Grundstück der Eltern gestaltete die muntere Truppe gewissermaßen einen kleinen Herbstmarkt und verkaufte neben Getränken und Bratwürsten wieder eigens zu diesem Zweck hergestellte Basteleien. Damit sie tatsächlich auch an die spendable Frau oder den Mann gebracht werden können, seien wiederum Plakate entworfen und Flyer in die Briefkästen der Nachbarn gesteckt worden.

Mit durchschlagendem Erfolg: Immerhin 600 Euro betrug die Ausbeute der Kinder, welche beachtliche 500 Euro dem Leipziger Hospiz Bärenherz zugutekommen ließen. Im Dezember, so Mandy Tschirschke, habe man das Geld überwiesen, um dann im Februar noch einmal persönlich in Leipzig vorbeizuschauen und bei dieser Gelegenheit mehr über die Arbeit von Bärenherz erfahren zu können.

In Leipzig freut man sich indes sehr über so viel kindliches Engagement zugunsten von anderen schwer erkrankten Kindern und deren Familien. "Es ist ganz toll, wenn sich Mädchen und Jungen schon in jüngeren Jahren so engagieren und gerade in schwierigen Zeiten wie diesen eine solche uneigennützige Aktion auf die Beine stellen", lobt Elvira Wegner. Als Mitglied des Fördervereins begleitet sie die Arbeit des Kinderhospizes Bärenherz in Markkleeberg bei Leipzig vor Ort. Eine medizinische Einrichtung, die Familien mit schwerstkranken Kindern beherbergt – ab dem Moment der Krankheitsdiagnose. Mit über 60 Mitarbeitern, vor allem im pflegerischen, psychosozialen und therapeutischen Bereich, werde rund um die Uhr, 365 Tage im Jahr, die Betreuung, Förderung und Begleitung der Kinder und Familien gewährleistet. Auch nach dem Versterben des kleinen Patienten würden die Angehörigen weiterhin betreut und begleitet. Kosten für Pflege, Unterkunft, Versorgung und psychosoziale Therapien seien dabei nur zu einem Teil und nur bis zum Tod des Kindes von den Kranken- und Pflegekassen abgedeckt. Staatliche Zuschüsse erhalte das Kinderhospiz nicht und wäre daher natürlich auf Spenden angewiesen.

Spenden wie die von Josi, Louis, Franz, Arthur, Alena, Marc und Milan - eben kleine Großenhainer Kinder ganz groß.