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Großenhainer unterstützen Tornado-Opfer

Spenden unbedingt erwünscht: Oberbürgermeister Sven Mißbach wollte den Opfern in Tschechien helfen und kooperiert nun mit der Stadt Zittau.

Die Großenhainer können das Leid nach dem Tornado in Tschechien gut nachempfinden. Vor elf Jahren fegte ein heftiger Sturm über die Röderstadt hinweg und zerstörte beispielsweise den Park in Walda.
Die Großenhainer können das Leid nach dem Tornado in Tschechien gut nachempfinden. Vor elf Jahren fegte ein heftiger Sturm über die Röderstadt hinweg und zerstörte beispielsweise den Park in Walda. © Archivfoto:Klaus-Dieter Brühl

Großenhain/Zittau. Nein, das hat die Stadtväter nicht kaltgelassen. Als vor gut zwei Wochen die ersten Nachrichten über das verheerende Unwetter im Südwesten Tschechiens gen Großenhain waberten, war die Anteilnahme sofort sehr groß. Die Bilder aus mehreren Dörfern in Südmähren erinnerten an Kriegsgebiete, das Leid der Menschen, die vor völlig zerstörten Häusern standen, beschwor besonders bei den Röderstädter die schlimmsten Erinnerungen herauf.

Denn was den Einwohnern in sieben Ortschaften nahe der Grenze zu Österreich Ende Juni widerfahren war, hatte die Stadt im Landkreis Meißen vor elf Jahren ereilt. "Der Anblick der furchtbaren Verwüstungen ruft bei vielen Großenhainern die schlimmen Erinnerungen an den 24. Mai 2010 wach! Unser Mitgefühl gehört den Angehörigen der Getöteten, den Verletzten und allen, die durch diese schreckliche Naturgewalt ihr Hab und Gut verloren haben" sagte Großenhains Oberbürgermeister Sven Mißbach gleich nach dem Ereignis. In Gedanken seien die Großenhainer in diesen schweren Stunden bei ihren tschechischen Nachbarn.

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Mit Windgeschwindigkeiten von 180 bis 250 Kilometer pro Stunde hatte der Tornado seinerzeit eine gefühlte Ewigkeit erbarmungslos über der Stadt und seiner Umgebung gewütet. Besonders hart getroffen: die Orts- und Stadtteile Colmnitz, Bauda, Walda, Kleinthiemig, Mülbitz und Rostig. „Uns hat in den Wochen danach besonders berührt, dass damals Spenden aus ganz Deutschland kamen! Diese Unterstützung hat den Betroffenen sehr geholfen und uns viel bedeutet", bekennt Sven Mißbach im SZ-Gespräch am Mittwoch.

Angesichts der Bilder aus Tschechien sei klar gewesen, dass die Großenhainer gern etwas für die Opfer tun möchten. "Wir wollen aber auch sicherstellen, dass unsere Hilfe dort ankommt, wo sie am dringendsten gebraucht wird. Da wir selbst keine direkten Verbindungen in die tschechische Region besitzen, machten wir uns deshalb für unser Anliegen auf die Suche nach einem geeigneten Partner", erzählt der Verwaltungschef.

Großenhains Oberbürgermeister Sven Mißbach knüpfte Kontakte zur Stadt Zittau. Gemeinsam werben nun beide Städte für Spenden, die den Tornadoopfern in Tschechien zugute kommen sollen.
Großenhains Oberbürgermeister Sven Mißbach knüpfte Kontakte zur Stadt Zittau. Gemeinsam werben nun beide Städte für Spenden, die den Tornadoopfern in Tschechien zugute kommen sollen. ©  Foto: Kristin Richter

Gefunden habe man ihn erfreulicherweise schließlich 150 Kilometer östlich von Großenhain. Bereits kurz nach dem Unwetter habe nämlich die Stadt Zittau dazu aufgerufen, für die Opfer des Tornados zu spenden, und richteten ein entsprechendes Konto ein. Gut 22.000 Euro seien seitdem zusammengekommen. "Ich hatte von der Aktion gehört und habe deshalb mit meinem Amtskollegen Thomas Zenker telefoniert. Glücklicherweise stieß ich mit meinem Anliegen bei ihm gleich auf offene Ohren", freut sich Sven Mißbach.

Wie er betont, sei er dem Zittauer Oberbürgermeister für dessen schnelle Zustimmung sehr dankbar und hoffe nun, dass gemeinsam ein kleiner Beitrag geleistet werden könne, um die größte Not bei den tschechischen Nachbarn zu mildern.

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Wer für die Tornado-Opfer spenden möchte, kann dafür folgende Kontoverbindung nutzen: Spendenkonto der Großen Kreisstadt Zittau: IBAN: DE54 8505 0100 3000 0001 00; BIC: WELADED1GRL, Sparkasse Oberlausitz-Niederschlesien, Verwendungszweck: Spende 11100.279168 Tornado-Hilfe Tschechien/Großenhain

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