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Großenhains OB fordert Signal der Politik

In einem Schreiben an Sachsens Wirtschaftsminister beschreibt Sven Mißbach seine Sorgen: Die wirtschaftliche Lage der Einzelhändler sei dramatisch.

Großenhains Oberbürgermeister Sven Mißbach macht sich große Sorgen um die Situation der Innenstädte und der Einzelhändler. Nun schrieb er einen offenen Brief an Wirtschaftsminister Martin Dulig.
Großenhains Oberbürgermeister Sven Mißbach macht sich große Sorgen um die Situation der Innenstädte und der Einzelhändler. Nun schrieb er einen offenen Brief an Wirtschaftsminister Martin Dulig. © Foto: Kristin Richter

Großenhain. Er redet nicht erst lange drum herum. Mit einem offenen Brief wandte sich jetzt Großenhains Oberbürgermeister Sven Mißbach (parteilos) an Sachsens Wirtschaftsminister. In dem Schreiben an Martin Dulig schildert der Kommunalpolitiker seine Gefühle, beim Gang durch die liebgewordene Innenstadt: Die Probleme würden angesichts der geschlossenen Geschäfte immer drängender. Denn den Einzelhändlern stehe das Wasser inzwischen aufgrund der fehlenden Einnahmen sprichwörtlich bis zum Hals. Ihnen fehle die Perspektive, um optimistisch nach vorn zu blicken. "Täglich sehen wir die geschlossenen Geschäfte in unserer Stadt und hören uns die Ängste unserer Gewerbetreibenden an. Manche von ihnen versuchen, mit Aktionen auf ihre prekäre Situation aufmerksam zu machen", bekennt Sven Mißbach.

Wie der Verwaltungschef nachdrücklich betont, fehle im Gegensatz zum Frühjahr 2020 eine Perspektive. Ein Ende des wirtschaftlichen Stillstandes erscheine für die allermeisten nicht absehbar. Immer neuerliche Verlautbarungen von Politikern und Behörden über die Dauer des jetzigen Lockdowns führten zur Verunsicherung und vergrößerten die bereits bestehenden Ängste.

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Fast alle hätten dafür Verständnis, dass der Freistaat und die Bundesregierung Maßnahmen ergreifen müssen, um die Gesellschaft vor den Risiken und Gefahren des Coronavirus zu schützen. Gewerbetreibende, Gastronomen, Kunst- und Kulturschaffende leisteten im Moment einen außerordentlichen Beitrag, diesen Schutz zu gewährleisten. Ohne zusätzliche stattliche Unterstützung und lebensnahe Verordnungen, so Sven Mißbach, bestehe jedoch die Gefahr, dass sie dies mit ihren wirtschaftlichen Existenzen bezahlen. "Sollte es jetzt zu einer nochmaligen Verschärfung und Verlängerung der Lockdown-Maßnahmen kommen, wird dafür wohl auch Verständnis aufgebracht. Aber dann müssen auch endlich die angekündigten staatlichen Hilfen zeitnah und schnell ausgereicht werden", heißt es im Brief.

Keine Frage, man mache sich ernsthafte Sorgen um den kleinteiligen Einzelhandel, der schließlich das Bild von Großenhain präge. Die Innenstadt würde sich dauerhaft und keineswegs zu ihrem Vorteil verändern, werde man Geschäftsinhaber wie diese, Gastronomiebetriebe und andere Einrichtungen verlieren. Ein deutliches Signal der Politik sei dringend notwendig.

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