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Großtankfahrzeug kommt im Januar

Großenhain hat seinen Bedarf für den Brandschutz festgezurrt. Neue Technik und der Ausbau der Standorte stehen ganz oben.

Die letzten beiden W 50 im Feuerwehrbestand des Landkreises Meißen wurden Anfang Dezember stillgelegt. Im Großenhainer Brandschutzbedarfsplan steht unter anderem, wie die Standorte künftig ausgestattet werden sollen.
Die letzten beiden W 50 im Feuerwehrbestand des Landkreises Meißen wurden Anfang Dezember stillgelegt. Im Großenhainer Brandschutzbedarfsplan steht unter anderem, wie die Standorte künftig ausgestattet werden sollen. © Kristin Richter

Großenhain. Die Weihnachtsüberraschung für die Großenhainer Feuerwehr war dann doch nicht zu bewerkstelligen. Das neue Großlöschtankfahrzeug (GLTF) 9000 wird nicht mehr in diesem Jahr in die Röderstadt kommen. "Wir erwarten die Lieferung zum Jahresanfang", so Rathaussprecherin Diana Schulze auf Anfrage der SZ. Nach der Stilllegung der letzten beiden W 50 im Feuerwehrbestand des Landkreises Anfang Dezember keimte noch Hoffnung, dass der neue Laster eventuell noch 2020 anrollen könnte.

Sei es, wie es sei. Hauptsache, der Großtanker mit seinem Fassungsvermögen steht bis zum Sommer bereit. Denn die Anschaffung hat einen gewichtigen Grund: "Die letzten drei Sommer und ihre Folgen haben gezeigt, dass es mit Löschwasser problematisch wird", so Oberbürgermeister Sven Mißbach, selbst langjähriger Feuerwehrmann. Nicht nur wegen des GLTF "sind wir gut aufgestellt", fügt er hinzu. Aber man werde nicht umhinkommen, über weitere Dinge nachzudenken - etwa den Bau von Zisternen.

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Das alles und viel mehr ist auch im sogenannten Brandschutzbedarfsplan für die Stadt Großenhain verankert, der in der letzten Stadtratssitzung vorgestellt und verabschiedet wurde. 2013 wurde er erstmals beschlossen, jetzt erfolgt also die Fortschreibung. Sie ist Richtlinie für künftige Investitionen, sowohl im baulichen als auch im Bereich der technischen Ausstattung der Feuerwehr und die weitere Personalentwicklung. Zugleich ist der Bedarfsplan Voraussetzung für die Bewilligung von Zuschüssen durch den Landkreis für das Feuerwehrwesen.

Neben der Anschaffung des GLTF 9000 stehen dabei weitere Ersatzbeschaffungen auf der Wunschliste. Langfristig gehört dazu eine neue Drehleiter, nachdem die jetzige (Baujahr 2002) nicht mehr unbedingt den neuesten technischen Anforderungen entspricht. Änderungen im "Fuhrpark" sind laut Bedarfsplan insbesondere für die Ortswehren Strauch sowie Groß- und Kleinraschütz/Wildenhain angesagt. Zudem sind zusätzliche Ausrüstungsgegenstände zu beschaffen, inklusive Dienst- und Schutzkleidung, weil hier zum Beispiel Nutzungsfristen ablaufen.

Baulich gesehen, geht der Blick unter anderem nach Zabeltitz. Weil hier eine derzeit genutzte Garage - in der Technik eingelagert ist, eine Werkstatt betrieben wird und die als Domizil der Jugendfeuerwehr dient - freigelenkt werden muss, wird ein Anbau ans Gerätehaus geplant. Noch gravierender sind die Vorhaben für den Großenhainer Standort. Vor 20 Jahren neu gebaut, stößt der Komplex an der Erich-Weinert-Straße an seine Grenzen. Schlauchlager, Bekleidungskammer, Sondertechnik, Sicherstellung der Tagesalarmbereitschaft, Einsatzführung bei Großschadensereignissen und vieles mehr machen eine Erweiterung des Standortes unabdingbar.

Wann und in welcher Reihenfolge die nötigen Investitionen umgesetzt werden, geht aus dem Bedarfsplan nicht hervor. Knapp 400 Mitglieder zählt die Stadtfeuerwehr momentan, mit acht Gerätehäusern "ist das bebaute Stadtgebiet im Wesentlichen abgedeckt". Für einige Ortsteile müsse dennoch die Unterstützung benachbarter Wehren aus Ebersbach, Lampertswalde und Priestewitz in Anspruch genommen werden, weil geforderte Erreichungszeiten zum eventuellen Unglücksort nicht umgesetzt werden können. Perspektivisch sei deshalb die Schaffung weiterer Gerätehäuser erforderlich.

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