merken
PLUS Großenhain

6.500 schwarz-gelbe Quadrate zum Verkauf

Auf der Großenhainer Jahnkampfbahn wird aus einem Hart- ein Rasenplatz. Mit einer spektakulären Aktion können Fans bei der Finanzierung helfen.

Abgetragen wurde in den letzten Tagen die Oberschicht des Hartplatzes auf der Großenhainer Jahnkampfbahn. Schon bald soll hier saftiges Grün sprießen.
Abgetragen wurde in den letzten Tagen die Oberschicht des Hartplatzes auf der Großenhainer Jahnkampfbahn. Schon bald soll hier saftiges Grün sprießen. © Norbert Millauer

Großenhain. "Auf einer grünen Wiese zwei Tore aufgestellt. Und zwischen diesen Toren das beste Spiel der Welt." So oder auch manchmal etwas abgewandelt tönt es von den Fan-Rängen der Fußballstadien in "normalen Zeiten".

Auf Fans und Spiel müssen die Großenhainer momentan zwar derzeit coronabedingt verzichten. Doch um den Hartplatz neben dem "heiligen Rasen" auf der Jahnkampfbahn haben sich Stadtväter und vor allem der Großenhainer Fußballverein in den letzten Monaten viele Gedanken gemacht. Das Resultat: Die "rote Erde" soll in diesem Jahr zu einem saftigen Grün umgerüstet werden." Wir wollen damit unser Vereinsleben intensiver und zentraler gestalten", sagt GFV-Präsident Andreas Vogel.

Klinik Bavaria Kreischa
Perspektiven Schaffen - Teamgeist (Er-) leben
Perspektiven Schaffen - Teamgeist (Er-) leben

Wir sind die KLINIK BAVARIA Kreischa - eine der führenden medizinischen Rehabilitationseinrichtungen in Ostdeutschland.

Längerfristig wolle man die Jahnkampfbahn als eine Art Begegnungsstätte umwandeln, "wo man gern hingeht", ergänzt Vereins-Vizevorsitzender Wolfgang Griesche. Nicht nur die Fußballer, sondern auch Faustballer, Behindertensportler, Fans, vielleicht auch die Filmfreunde und natürlich alle sportbegeisterten Großenhainer, die ihren Ausgangspunkt bei sportlicher Aktivität im Stadtpark haben.

Dieser Tage sind die ersten Bagger auf dem Hartplatz angerückt. Sie haben die Oberschicht des Areals abgetragen - rund 800 Tonnen. Mehrere Vereinssponsoren haben geholfen, damit schon alsbald der nächste Schritt erfolgen kann: eine Rasendeckschicht von zehn bis zwölf Zentimeter Stärke. Vorher werden die Flutlichter mit LED-Lampen ausgerüstet. Die jetzigen Tore werden gegen neue ausgetauscht - und dann kann der Rasen tatsächlich gesät werden und wachsen. "Weitere Sponsoren haben signalisiert , bei der langfristigen Maßnahme zu helfen", so Wolfgang Griesche.

Das ist der Plan. Der natürlich nur funktionieren kann, wenn die Finanzierung gesichert ist. Rund 200.000 Euro, so die jetzige Schätzung, wird das Projekt kosten. Gespräche zwischen Verein, Rathaus und Stadtrat führten noch im Jahr 2020 zu einer Vereinbarung. Demzufolge erhält der GFV aus dem städtischen Haushalt zwei Raten zu jeweils 40.000 Euro für den Umbau des Hartplatzes. Über die zweckgebundene und ordnungsgemäße Verwendung wird der Verein regelmäßig bei der Stadtverwaltung die entsprechenden Nachweise erbringen. "Die Gelder sind ausschließlich für den Rasenplatz", versichert Wolfgang Griesche.

Etwa 800 Tonnen des bisherigen Untergrundes wurden abgebaggert und wegtransportiert.
Etwa 800 Tonnen des bisherigen Untergrundes wurden abgebaggert und wegtransportiert. © G. Höntzsch

Außerdem setzt der GFV bei der Realisierung auf seine Mitglieder, Förderer und Sponsoren. "Vieles werden wir in Eigenleistung erbringen", so Griesche. Doch ohne Eigenmittel des Vereins wird es natürlich nicht gehen. Deshalb hat man sich im Vorstand nun zu einer zwar nicht gänzlich neuen, aber gleichermaßen spektakulären Aktion verständigt: Der neue Rasen soll quadratmeterweise "verkauft" werden. "Dein schwarz-gelber Quadratmeter", ist die Aktion überschrieben, bei der jeder Interessent ein Stück des rund 6.500 Quadratmeter großen Areals zum Preis von zehn Euro symbolisch erwerben kann. In den nächsten Tagen wird der Großenhainer Fußballverein die entsprechenden Antragsformulare und -belege auf seiner Homepage zum Download bereitstellen. Wer mag, kann dort auch vermerken, dass er zehn Prozent seines "Kaufbeitrages" für eine der Nachwuchsmannschaften des GFV spendet.

Denn die jungen Kicker sind es vor allem, die vom neuen Rasenplatz profitieren und hier trainieren und spielen sollen. Aber auch für die Männer, die sich in der Landesliga etabliert haben, ergeben sich neue Möglichkeiten. "Wir können dann Flutlichtspiele am Freitagabend hier austragen", schaut Präsident Vogel frohlockend in die Zukunft.

Überlegungen zur Umgestaltung der Jahnkampfbahn gibt es schon länger. Verschiedene Varianten lösten sich ab, auch die grundlegenden Voraussetzungen änderten sich. So steht momentan im Raum, dass der Schulsport aus dem Standort Am Schacht künftig nicht mehr auf der Jahnkampfbahn, sondern einer neuen schulnahen Anlage stattfindet. Zur Debatte stand gleichermaßen eine Modernisierung des Sanitärkomplexes am Stadion der Freundschaft an der "Mücke". Doch die wäre vergleichsweise ziemlich teuer. Für den dortigen Standort plant der GFV jetzt noch etwa vier Jahre. Zumal der Kunstrasenplatz im Sportviertel Husarenpark ja ebenfalls noch als Trainings- und Spielalternative zur Verfügung steht.

Weiterführende Artikel

Kriegt der Hartplatz einen Rasen?

Kriegt der Hartplatz einen Rasen?

Großenhains Stadträte sollen am Dienstag über das Vorhaben auf der Jahnkampfbahn entscheiden.

Aber das ist noch ein wenig Zukunftsmusik. In diesem Jahr wird erst einmal der neue Rasenplatz auf der Jahnkampfbahn gebaut. Das ist Kraftakt genug. Im Spätsommer, so die Hoffnung, soll er bespielbar sein. Noch viel größer aber ist der Wunsch, dass Fußball und alle anderen Sportarten überhaupt schon bald wieder stattfinden können. Denn anderenfalls nützt auch die schönste Sportstätte nichts.

Mehr lokale Nachrichten aus Großenhain lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Großenhain