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Heiratshimmel leider nicht voller Geigen

Nach der Flaute in Sachen Ja-Wort durch Corona wagen Verliebte zwar wieder den Gang zum Hochzeitsausstatter. Trotzdem schaut es mau in Sachen Feiern aus.

Die Inhaberin des Zabeltitzer "White Dreams", Maria Schönfelder, mit Kleidern aus der aktuellen Festmoden-Kollektion. Das Grüne gefällt ihr selbst besonders, es ist elegant und schlicht.
Die Inhaberin des Zabeltitzer "White Dreams", Maria Schönfelder, mit Kleidern aus der aktuellen Festmoden-Kollektion. Das Grüne gefällt ihr selbst besonders, es ist elegant und schlicht. © Kristin Richter

Großenhain. Im Mai ist das Bestellbuch proppenvoll. Kurzfristige Termine sind bei allem guten Willen Mangelware, und die Arbeitstage enden nicht selten vor 20 Uhr. Denn der Mai ist der Monat der Monate. Für Verliebte, Brautpaare und vor allem für jene Frau, die den Glücklichen zum bestangezogenen Moment ihres bisherigen Lebens verhilft.

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Im Mai 2021 schaut jedoch alles ganz anders aus. Das Bestellbuch von Maria Schönfelder hat gewaltig abgespeckt. Musste die Inhaberin des renommierten „White Dreams“ im Großenhainer Ortsteil Zabeltitz zuweilen schon morgens um 8 Uhr Heiratswillige beraten, kann jetzt davon gar keine Rede sein. Die Pandemie hat die Planungen von allen, die gleich aus welchem Anlass ein großes Fest feiern wollen, über den Haufen geworfen. Konfirmationen, Jugendweihen und natürlich auch Hochzeiten leiden unter all den Beschränkungen, welche die Coronaschutzverordnung auferlegt hat. "Wer noch nicht einmal weiß, ob, mit wie vielen Leuten und nicht zuletzt wo er feiern darf, hält sich natürlich mit der praktischen Umsetzung zurück", gibt Maria Schönfelder zu bedenken.

Die 33-jährige Schneiderin macht keinen Hehl daraus, dass sie die Situation inzwischen sehr belastet. Beinah untätig abzuwarten und lediglich zum Hoffen verdammt sein zu müssen, zerre ebenso an ihren Nerven wie an denen von Gastronomen, Hoteliers oder Einzelhändlern. Denn während eben auch bei den Brautpaaren, wie im Frühling eigentlich üblich, keineswegs der Himmel voller Geigen hänge, werde die Maienluft für privatwirtschaftliche Unternehmen wie sie immer dünner.

Glücklicherweise sei man im März in den Genuss von staatlicher Hilfe gekommen. Innerhalb von drei Tagen wäre diese nach der Beantragung auf dem Firmenkonto gewesen. Ein Lichtblick, aber längst nicht zu vergleichen mit jenen Einnahmen, die bei üblichem Betrieb eigentlich zu erwarten seien. "Deshalb hoffen wir, dass sich jetzt die Situation endlich grundlegend verbessert und eine Rückkehr zur Normalität möglich ist, die endlich auch wieder Feiern, Feste, Bälle und Hochzeiten ermöglicht", bekennt Maria Schönfelder und lacht.

Abgesehen von den sich langsam einschleichenden Lockerungen, gebe es tatsächlich auch erste positive Tendenzen. Einerseits hielten zumindest Abiturienten an schicker Festgarderobe für den Frühsommer fest und andererseits gingen künftigen Eheleute entschlossener an ihr lieb gewordenes Vorhaben ran beziehungsweise würden die Vermählung nicht weiter aufschieben wollen. "Es ist ihnen mittlerweile egal, ob sie nur mit wenigen Gästen aufs Standesamt gehen oder ob sie statt im Restaurant nur im eigenen Garten feiern dürfen", verrät Maria Schönfelder.

Zwei konsequent willige Bräute hätten sich am Anfang der Woche immerhin ihr schmuckes Kleid in Zabeltitz abgeholt. Das nächste Mal werde das jedoch erst wieder Mitte Juni der Fall sein. Würden sich im "White Dreams" von Montag bis Sonnabend sonst Kunden die Klinke in die Hand geben, sei es nun trotz allem Zweckoptimismus belastend ruhig. Auf den Kleiderstangen hängen nicht wie üblich die neuesten Modelle der unter anderem auf Messen erworbenen verschiedenen Kollektionen. Nichtsdestotrotz: Jeder Traum in Spitze, dem aktuellen Boho-Stil oder das gewünschte Oberhemd werde sofort geordert. "Früher habe ich alles bereits Monate im Voraus gekauft. Jetzt lasse ich die Sachen wirklich immer erst kurz vorher kommen, damit die Ware nicht umsonst bestellt worden ist", erklärt Maria Schönfelder das Dilemma.

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Auch wenn sich der angeblich schönste aller Heiratsmonaten nun fast schon wieder dem Ende entgegenneigt. Die Fachfrau in Sachen Robe und Anzug steht in den Startlöchern. Sie ist bereit für ein proppenvolles Bestellbuch und erst recht die bestangezogensten Momente im Leben - egal in welchem Monat sie stattfinden werden.

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