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Wenn Wuff mal muss

In Großenhain gibt es über 1.000 Hunde. Ihre Besitzer nehmen deren Notdurft nicht immer erst. Rathaus und Ortschaftsräte versuchen, gegenzusteuern.

In Skassa gibt es an mehreren Standorten Schilder, die auf die Pflicht von Hundehaltern hinweisen. Trotzdem gibt es auch hier immer wieder "Spielverderber".
In Skassa gibt es an mehreren Standorten Schilder, die auf die Pflicht von Hundehaltern hinweisen. Trotzdem gibt es auch hier immer wieder "Spielverderber". © Kristin Richter

Großenhain. Flaaaatsch! Das hätte auch schiefgehen können. Jasmin K. (Name ist der Redaktion bekannt) ist sauer. Gerade ist sie aus dem Auto ausgestiegen, um im Großenhainer Stadtpark beim Spaziergang mal "auszulüften". Und prompt geht der erste Schritt auf glattes Terrain - direkt in ein noch ziemlich frisches Häufchen Hundekot. "Das ist eine Sauerei", sagt Jasmin. Nicht nur, dass sie gerade noch den Sturz auf den Allerwertesten abfangen konnte. Ihre weißen Sportschuhe sind nicht mehr weiß und stinken obendrein erbärmlich. "Können die Hundebesitzer nicht einfach die Tretminen wegräumen", ist die 21-Jährige erbost.

Genau das wäre ja auch ihre Pflicht. So jedenfalls sagt es die Polizeiverordnung der Stadt Großenhain. "Der Halter oder Führer eines Tieres hat dafür zu sorgen, dass dieses seine Notdurft nicht auf öffentlichen Verkehrsflächen sowie in Anlagen und Einrichtungen (...) verrichtet", heißt es dort. Wenn "Wuff" trotzdem gerade in solchen Bereichen mal muss, ist der Tierkot unverzüglich zu entfernen. "Hierzu sind ausreichende und geeignete Hilfsmittel für Aufnahme und Transport mitzuführen und auf Verlangen den hierzu befugten Kontrollkräften vorzuweisen", legt die Verordnung fest.

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Das Gros der Hundehalter hält sich freilich an die Entsorgungspflicht. Und Großenhain erweist sich dabei auch durchaus als hundefreundliche Stadt für die insgesamt derzeit registrierten 1.057 Vierbeiner. Sieben Hundetoiletten gibt es in der Kernstadt, in der allein 670 Hunde erfasst sind: am Eingang des Naturerlebnisbades, an der Kupferberggaststätte, am Damm des Gartenschaugeländes, an der Einfahrt zum Sportpark Husarenviertel, am Lessingplatz, an der Mückenschänke im Stadtpark sowie auf der Franz-Schubert-Allee. Viele Hundebesitzer nutzen sie. Aber es gibt freilich auch hier Unbelehrbare, die einzelne Hundeklos in der Vergangenheit immer wieder mutwillig zerstörten. "Die Anlagen machen mehr Arbeit als sie Nutzen bringen", konstatierte jüngst Bürgermeister Tilo Hönicke.

Auch deshalb gibt es in den Ortsteilen keine Hundetoiletten. In Skassa beispielsweise wurde jetzt eine entsprechende Anfrage "abgewählt", so Ortsvorsteher Uwe Steht in der letzten Ortschaftsratssitzung. Sein Credo: Jeder Hundebesitzer ist für sein Tier selbst verantwortlich." 30 Vierbeiner zählt das Dorf momentan. Doch sie sind offenbar nur Teil des Problems. Immer wieder kommen Ortsfremde, um ihr Auto abzustellen und dann in Richtung Kleinraschützer Heide Gassi zu gehen. Zwar habe man in Skassa Aushänge angebracht, die auf die Pflicht der Hundehalter hinweisen. Doch einige wurden schon wieder abgerissen. Uwe Steht hat aber auch festgestellt, "dass viele Einwohner inzwischen etwas aufmerksamer hingucken".

Auch Bauda musste vor ein paar Wochen auf eine "vermehrte Verkotung durch Hunde" verweisen. Es gab mehrere Beschwerden, so dass auch hier der Ortschaftsrat mit einem Facebook-Post sowie einem Aushang im Dorf an die Vernunft und Verantwortung appellierte. Gleiches gelte im Übrigen auch für die Leinenpflicht, die offenbar mancher Hundefreund nicht so ernst nimmt. Dramatisieren will Ortsvorsteher Lars Dronigke das alles aber nicht. "Es kommt hin und wieder vor, dass das Thema Kot aufkommt, aber auch wieder verschwindet. Es ist zyklisch", sagt er. Die Mahnung an die Einwohner haben aber offenbar Gehör gefunden. Seit dem öffentlichen Aufruf sei bei ihm keine Beschwerde mehr eingegangen, so Dronigke. In Bauda sind zurzeit 18 Hundes registriert.

Großenhains Rathaussprecherin Diana Schulze verweist darauf, dass ein Verstoß gegen die Bestimmung in der Polizeiverordnung als Ordnungswidrigkeit im Sinne des sächsischen Polizeigesetzes gilt. Sie kann demzufolge mit einer Geldbuße zwischen fünf und 1.000 Euro geahndet werden. "In den meisten Fällen weisen unsere netten Vollzugsbediensteten den Hundehalter beim ersten Mal freundlich auf das Versäumnis hin", so Diane Schulze. Bei Wiederholungstätern oder Uneinsichtigkeit werde ein Verwarngeld in Höhe von 35 Euro pro Verstoß aufgerufen.

Und die Sprecherin hat auch noch einen Tipp für jene Gassigänger, die gerade nicht in der Nähe einer Hundetoilette mit einem Bedürfnis ihres Vierbeiners konfrontiert werden. Die Beutelchen mit den eingesammelten Hinterlassenschaften können in den „normalen“ Papierkörben entsorgt werden. Davon gibt es in Großenhain eigentlich genug.

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