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Initiativen gegen Kiesabbau

Mit Unterstützung von Parents For Future Dresden machen die Würschnitzer auf Waldrodungen aufmerksam. Das Kieswerk kritisiert unwahre Fakten.

Das Kieswerk Ottendorf-Okrilla befindet sich gerade dieser Tage wieder im Blick der Bürgerinitiative Würschnitz und Parents For Future Dresden. Kritisiert werden die bevorstehenden Waldrodungen.
Das Kieswerk Ottendorf-Okrilla befindet sich gerade dieser Tage wieder im Blick der Bürgerinitiative Würschnitz und Parents For Future Dresden. Kritisiert werden die bevorstehenden Waldrodungen. © Foto: Kristin Richter

Großenhain. Seit Montag sind Umweltschützer und Anwohner des Kieswerkes in Ottendorf-Okrilla wieder aktiv. Wie bereits seit einigen Jahren machen sie sich gegen die Ausdehnung der neu geplanten Abbaustätte Würschnitz-West stark. Der Vorwurf: Allen Bedenken zum Trotz - kritisiert wird vor allem die unmittelbare Nachbarschaft von sieben Natur- und Vogelschutzgebieten und die Zerstörung des Baumbestandes - könnten dieser Tage Harvester ungehindert im Königsbrücker Wald Fakten schaffen. „Wir können es nicht fassen! Ein derartiges Vorhaben gehört auf einen zeitgemäßen Prüfstand! Die Problemstellungen infolge der Klimakrise – Artensterben, Degradierung verbleibender Lebensräume, Austrocknung von Mooren und Feuchtbiotopen, absinkendes Grundwasser und so weiter – werden in der zugrundeliegenden Vorhabensbeschreibung nicht einmal ansatzweise betrachtet“, sagt Heiko Richter von der Bürgerinitiative (BI) Contra Kiesabbau Würschnitz. 

Nachdem die Beantragung der vollständigen Abbauflächen von rund 500 Hektar an der Ablehnung der Oberen Naturschutzbehörde und den Einwendungen der Beteiligten seinerzeit gescheitert sei, habe der Betreiber des Tagebaus mehrere voneinander räumlich unabhängige Teilgebiete beantragt. Die nun vorgesehene Gesamtfläche betrage circa 944 Hektar, heißt es in einer Pressemitteilung. Zwar würden die benachbarten Naturschutz- und Landschaftsschutzgebiete nicht unmittelbar zerstört, aber der Tagebau dringe bis auf wenige Meter bis zur Begrenzung dieser Schutzgebiete vor. Im Wald bei Ottendorf-Okrilla erfolge nun die unreflektierte Zerstörung ökologischer Systeme, ohne Betrachtung der vorhandenen Werte sowie eine zukunftsorientierte, vorausschauende Planung, so der Vorwurf von BI Contra Kiesabbau und Parents For Future Dresden. Man werde jedoch die großflächige Umweltzerstörung nicht tatenlos hinnehmen und entsprechende Aktionen anderer Initiativen vor Ort unterstützen.

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Die Geschäftsführung des Ottendorfer Kieswerkes verwahrt sich indes entschieden gegen die neuerliche Kritik. Bereits seit Jahren würden die Initiativen mit falschen Zahlen hantieren. Laut Geschäftsführer Thomas Gruschka wäre das jetzige Werk 300 Hektar groß, wovon aber bereits nahezu die Hälfte der Fläche rekultiviert worden sei. Für die Fällungen, die vom Eigentümer des Waldes, dem Sachsenforst, vorgenommen würden, liege eine gültige Genehmigung der zuständigen Behörden vor. Bei der Aufforstung im Zuge der Rekultivierung werde in enger Absprache mit dem Forst ein Wald entstehen, der den veränderten klimatischen Bedingungen Rechnung trage. "Wir bewegen uns bei unseren Aktivitäten im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen und der vorliegenden Genehmigungen und hoffen, dass sich auch alle anderen Beteiligten in dieser Weise verhalten." 

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