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Irgendwann müssen wir mal anfangen

Die Parkschänke Zabeltitz am Barockschloss ist beliebtes Ausflugsziel und Touristenunterkunft. Wie geht es dem Haus nach vier Monaten Lockdown?

Die Chefin der Parkschänke Zabeltitz, Franziska Koitzsch, ist derzeit hauptsächlich mit Büroarbeit beschäftigt. Leider.
Die Chefin der Parkschänke Zabeltitz, Franziska Koitzsch, ist derzeit hauptsächlich mit Büroarbeit beschäftigt. Leider. © Foto: Norbert Millauer

Zabeltitz. Seit 24 Jahren führen Mutter Dorothee und Tochter Franziska Koitzsch die Parkschänke Zabeltitz. Das Hotel verfügt über 27 Betten, und das dazugehörige Restaurant bietet in drei Gasträumen und einer Terrasse viel Platz für hungrige Gäste. Seit nun bereits wieder vier Monaten checken höchstens nichttouristische Gäste wie Monteure oder Außendienstler für wenige Nächte in die Parkschänke ein. Ein sehr emotionales Thema für Tochter Franziska Koitzsch: „Meine Mutter hat das alles hier nach der Wende mehr oder weniger aufgebaut“, sagt sie.

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Im November und Dezember lag die Bettenauslastung bei nur 20 Prozent. Doch im Januar und Februar waren es gerade noch ein Prozent: „Letzte Woche hatten wir wieder einmal fünf Gäste für wenige Nächte, aber diese Woche ist wieder alles leer“, sagt Franziska Koitzsch. Mit alternativen Angeboten tut sich der Familienbetrieb schwer, denn planen können sie nicht, da der Lockdown immer wieder erweitert wird. Am Samstag und Sonntag bieten sie ihre sächsische Landhausküche zum Abholen an, aber auf dem Land läuft das nicht wirklich gut.

Ihre Meinung zur Osterurlaubsabsage von Ministerpräsident Michael Kretschmer ist zweigeteilt: „Als Privatperson kann ich ihn ein Stück weit verstehen, denn selbst Restaurantbesuche könnten schon vieles durchmischen und das Infektionsrisiko erhöhen“, sagt sie. Als Unternehmerin sieht sie das anders: „Es ist natürlich unsere Hoffnung, dass wir wenigstens das Restaurant mit Abständen öffnen dürfen.“ Mit den drei Gasträumen und der Terrasse wäre das in der Parkschänke auch mit reduzierter Gästezahl machbar. Und obwohl die Lage gerade so ungewiss ist, sind für Ostern schon einige Zimmerbuchungen eingegangen.

Im Gegensatz zu vielen anderen touristischen Betrieben ist die Parkschänke finanziell nach wie vor stabil. Das liegt vor allem an den November- und Dezemberhilfen, die der Betrieb bereits erhalten hat. Von den sieben festen Mitarbeitern sind sechs in Kurzarbeit und es musste auch niemand entlassen werden. „Wir Gastronomen sind aber auch Privatpersonen und haben auch noch andere Kosten“, gibt Franziska Koitzsch zu Bedenken. Am Anfang sind sie noch von zwei Monaten Schließzeit ausgegangen. Jede Behörde kenne ihre Einrichtungen und könne die Lage und den Platzspielraum beurteilen: „Irgendwann müssen wir ja mal anfangen“, sagt Franziska Koitzsch, „wenn nicht so, wie dann.“

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